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So können Sie der Nasa bei der Erforschung eines Mars-Mysteriums helfen

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Von: Tanja Banner

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Der Mars ist der Planet, der von den meisten menschlichen Gerätschaften erforscht wird. Zahlreiche Orbiter umkreisen den roten Planeten und auch auf seiner Oberfläche sind mehrere Rover und andere Forschungsgeräte aktiv.
Die US-Raumfahrtorganisation Nasa erforscht, wo und wie Wolken auf dem Mars entstehen. Bürgerwissenschaftler können dabei helfen. (Archivbild) © dpa/Nasa/Hubble

Der Mars steckt immer noch voller Geheimnisse. Doch nun können Privatleute der Nasa dabei helfen, eins der größten Mysterien zu lösen.

Pasadena – Der Mars ist der Planet, der von den meisten Raumsonden und Rovern erforscht wird – doch die zahllosen Daten, die die Raumfahrzeuge zur Erde schicken, müssen erst einmal ausgewertet werden. Bei dieser Aufgabe bittet die US-Raumfahrtorganisation Nasa nun um Hilfe: Gesucht werden Personen, die für die Forschenden Daten auswerten und ihnen dabei helfen, Wolken auf dem Mars zu finden.

Organisiert wird das Nasa-Projekt „Cloudspotting“ über die Plattform Zooniverse, auf der Bürgerwissenschaftlerinnen und Bürgerwissenschaftler die Forschung in vielen Projekten unterstützen können. Beim Nasa-Projekt geht es um die Erforschung der Mars-Atmosphäre, die Forschenden wollen ein grundlegendes Mysterium aufklären: Warum beträgt der atmosphärische Druck auf dem Mars weniger als ein Prozent des Drucks auf der Erde? Schließlich gibt es zahlreiche Indizien dafür, dass die Atmosphäre des roten Planeten einst dichter gewesen sein muss.

So können Sie der Nasa bei der Erforschung des Mars helfen

Mittlerweile ist der Druck auf dem Mars jedoch so gering, dass flüssiges Wasser einfach von der Oberfläche verdampft. Vor Jahrmilliarden haben jedoch Seen und Flüsse den roten Planeten bedeckt – was darauf schließen lässt, dass der Mars das Wasser damals halten konnte. Wie also kam es dazu, dass der Mars seine Atmosphäre verloren hat? Eine Theorie geht davon aus, dass verschiedene Mechanismen Wasser hoch in die Atmosphäre treiben könnten, wo die Sonnenstrahlung diese Wassermoleküle in Wasserstoff und Sauerstoff aufspaltet. Der Wasserstoff ist so leicht, dass er in den Weltraum abdriften könnte. Eine andere Theorie vermutet, dass der Mars zu klein ist, um Wasser zu halten.

Doch wie können Freiwillige den Nasa-Forschenden dabei helfen, das Mars-Mysterium aufzuklären? Indem sie auf der Plattform Zooniverse Wolken identifizieren, die die Nasa-Raumsonde „Mars Reconnaissance Orbiter“ (MRO) in den vergangenen 16 Jahren aufgezeichnet hat. Wolken erscheinen in den Infrarot-Aufnahmen von der Atmosphäre des Mars als „Bögen“ – und diese sollen Freiwillige in den Daten kennzeichnen. „Wir haben jetzt Daten von mehr als 16 Jahren, die wir durchsuchen müssen. Das ist sehr wertvoll, aber es sind sehr viele Daten, die ein kleines Team durchforsten muss“, erklärt Armin Kleinboehl, stellvertretender Forschungsleiter des MRO-Instruments „Mars Climate Sounder“ am Jet Propulsion Laboratory (JPL) der Nasa.

Nasa sucht Freiwillige, die helfen, ein Mars-Mysterium zu lösen

Wie die US-Raumfahrtorganisation auf ihrer Website berichtet, habe man mit Algorithmen experimentiert, um die Bögen in den Daten zu identifizieren, doch es sei viel einfacher für Menschen, sie zu erkennen. Mithilfe der Freiwilligen sei es sogar möglich, die Algorithmen zu trainieren, um sie künftig für diese Art von Arbeit einzusetzen, heißt es weiter.

Mit den neu entdeckten Daten aus dem Projekt „Cloudspotting“ wollen die Forschenden anschließend herausfinden, wo und wie Wolken auf dem Mars entstehen und wie genau die Struktur der Mars-Atmosphäre in einer Höhe von 50 bis 80 Kilometern aufgebaut ist. „Wir wollen herausfinden, was die Bildung von Wolken auslöst – insbesondere von Wassereiswolken, die uns lehren könnten, wie hoch der Wasserdampf in der Atmosphäre ist – und zu welchen Jahreszeiten“, erklärt Marek Slipski vom JPL. (tab)

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