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Mars: Bangen um Nasa-Lander „InSight“ – Seine Tage sind gezählt

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Von: Tanja Banner

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Der Planet Mars ist kein lebensfreundlicher Ort. (künstlerische Darstellung)
Der Planet Mars ist kein lebensfreundlicher Ort. (künstlerische Darstellung) © imagoUIG

Der Mars-Lander „InSight“ der Nasa hat einen Staubsturm zwar überlebt, doch nun kämpft er mit den Folgen. Sein baldiges Ende scheint besiegelt.

Pasadena – Der Mars ist ein schwieriges Umfeld – für Menschen unbewohnbar und auch für die technischen Geräte, die bisher auf dem roten Planeten gelandet sind, ist es nicht gerade einfach, dort zu überleben. Eines der größten Risiken für die Rover und Lander, die es heil auf die Mars-Oberfläche geschafft haben: der Staub auf dem roten Planeten. Er bedeckt im Laufe der Zeit die Solarpaneele, die die meisten Gerätschaften auf dem Mars mit Energie versorgen, und schränkt so deren Energieversorgung ein.

Besonders gefürchtet sind Staubstürme, die es auf dem Mars des Öfteren gibt und die die Sonne verfinstern, sodass nicht genug Sonnenlicht an die Solarpaneele gelangt. Ein gewaltiger Staubsturm hat im Jahr 2018 den Nasa-Rover „Opportunity“ für immer verstummen lassen* – der Roboter konnte über seine Solarpaneele nicht mehr ausreichend Energie produzieren, so die Theorie zu seinem Ende.

Der Mars-Lander „InSight“ der Nasa bei der Arbeit. (Künstlerische Darstellung)
Der Mars-Lander „InSight“ der Nasa bei der Arbeit. (Künstlerische Darstellung) © Nasa/JPL

Nasa: Mars-Lander „InSight“ arbeitet möglicherweise nur noch bis zum Sommer

Nun scheint eine weitere Nasa-Mission ihr staubiges Ende zu finden: „InSight“ ist im November 2018 auf dem Mars gelandet und hat den roten Planeten seither von seiner Landestelle aus untersucht. Im Gegensatz zu „Curiosity“ oder „Perseverance“ ist „InSight“ ein Lander, der sich nicht fortbewegen kann. Die Nasa-Mission erforscht vor allem Mars-Beben* und das Innere des roten Planeten* und hat seit ihrer Landung bereits zahlreiche wissenschaftliche Erkenntnisse ermöglicht. Doch im Januar 2022 geriet der Mars-Lander in einen „großen regionalen Sandsturm“, wie es bei der Nasa hieß. Dieser Sturm ist zwar mittlerweile vorbei und „InSight“ arbeitet wieder – doch die Frage ist, wie lange noch.

Derzeit produzieren die Solarpaneele von „InSight“ wieder fast so viel Energie wie vor dem Sturm, heißt es bei der Nasa. „Dieses Energielevel sollte ausreichen, um die wissenschaftlichen Arbeiten bis in den Sommer weiter fortzuführen“, so die US-Raumfahrtorganisation in einer Mitteilung. Das Team, das die Mission betreut, geht jedoch auch davon aus, „dass die fortgesetzte Staubansammlung den Gesamtenergiehaushalt des Raumfahrzeugs in den kommenden Monaten schrittweise verringern wird“. Deshalb achte man jetzt bereits darauf, Energie zu sparen und aktivierte wissenschaftliche Instrumente nur begrenzte Zeiträume.

Mars-Mission „InSight“ der Nasa: Hoffen auf einen reinigenden Wirbelsturm

Die Primärmission von „InSight“ war auf ein Mars-Jahr (etwa 687 Mars-Tage) ausgelegt, die Mission wurde jedoch verlängert und läuft bis Ende 2022. Die primären wissenschaftlichen Ziele hat der Lander längst erfüllt, nun besteht das Ziel darin, „den Betrieb der Sonde bis zum Ende ihrer erweiterten Mission im Dezember zu ermöglichen“, heißt es bei der Nasa. Doch dieser Zeitplan kann sich den Angaben zufolge auch ändern: Ein vorbeiziehender Wirbelsturm, der den Staub von den Solarpaneelen fegt, könnte die Lebensdauer von „InSight“ verlängern, ein erneuter Staubsturm könnte dagegen die Staubansammlung auf den Paneelen erhöhen und dafür sorgen, dass die Nasa sich früher von ihrem Mars-Lander „InSight“ verabschieden muss. (tab)*fr.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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