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Mars: Nasa-Raumsonde beobachtet überraschendes Phänomen

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Von: Tanja Banner

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Die Nasa-Raumsonde MAVEN umkreist den Mars und hat ein seltenes Phänomen beobachtet. (Künstlerische Darstellung)
Die Nasa-Raumsonde MAVEN umkreist den Mars und hat ein seltenes Phänomen beobachtet. (Künstlerische Darstellung) © imago/StockTrek Images

Der Planet Mars ist immer wieder für Überraschungen gut. Eine Nasa-Raumsonde kann selbst nach acht Jahren noch neue Beobachtungen machen.

Boulder – Die Nasa-Raumsonde MAVEN umkreist den Mars seit mehr als acht Jahren und hat nun erstmals ein ganz besonderes Phänomen beobachtet. MAVEN ist die einzige Mars-Sonde, die gleichzeitig die Sonnenaktivität und die dünne Mars-Atmosphäre beobachten kann – weshalb ihr die ungewöhnliche Sichtung gelang: MAVEN konnte auf dem Mars zwei verschiedene Polarlicht-Arten gleichzeitig beobachten.

Die Polarlichter hatten ihren Ursprung auf der Sonne: Dort gab es nach Nasa-Angaben am 27. August gleich mehrere Eruptionen, Sonnenstürme rasten durch das Weltall in Richtung Erde und Mars. Geladene Partikel trafen die Erde und wurden von deren Magnetfeld abgeleitet. Der Mars dagegen hat kein solches Magnetfeld, die Partikel treffen direkt auf die dünne Atmosphäre des roten Planeten.

Nasa-Raumsonde MAVEN beobachtet zwei verschiedene Polarlicht-Formen gleichzeitig

Das geschah nach den Sonnenstürmen vom 27. August und weil die US-Raumfahrtorganisation Nasa mithilfe von Weltraumwetter-Modellen die Ankunft der geladenen Partikel am Mars vorhersagen konnte, wussten die beteiligten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, wann es für MAVEN besonders spannend werden würde. „Dadurch konnte das MAVEN-Team einige aufregende Störungen in der Mars-Atmosphäre vorhersehen“, erklärt Christina Lee, MAVEN-Missionswissenschaftlerin an der University of California in Berkeley in einer Mitteilung der Nasa.

Den Forschenden gelang es, mit MAVEN gleichzeitig zwei verschiedene Arten ultravioletter Polarlichter zu beobachten – zum ersten Mal überhaupt. Bei einer der beobachteten Polarlicht-Formen handelte es sich um eine Protonen-Aurora, die auf der Tagseite des Mars über der roten Planetenoberfläche zu sehen war. Sie entstand zum Teil auch dadurch, dass der Planet sich dem Ende seiner Staubsturm-Saison nähert. Staubstürme erwärmen die Mars-Atmosphäre und sorgen dafür, dass Wassermoleküle in der Atmosphäre höher aufsteigen können.

Polarlicht auf dem Mars: Sonnensturm trifft dünne Atmosphäre

In größeren Höhen kann das ultraviolette Licht der Sonne die Wassermoleküle in ihre einzelnen Atomkerne zerlegen, einschließlich der Wasserstoffkerne, die nur aus Protonen bestehen. Treffen die von der Sonne aufgeladenen Partikel auf diese atmosphärischen Protonen, entsteht auf der Tagseite des Mars ein ultraviolettes Leuchten. Gleichzeitig entstand auf der Nachtseite des Planeten ein weiteres Phänomen, die sogenannte diffuse Aurora.

„Ich war so überrascht, dass ich die Protonen-Aurora zur gleichen Zeit wie die diffuse Aurora gesehen habe, denn das ist noch nie zuvor passiert“, erinnert sich MAVEN-Teammitglied Sumedha Gupta, die an der University of Colorado in Boulder forscht. „Beide nehmen mit der Sonnenaktivität zu, also hoffen wir, dass es so weitergeht.“ Derzeit nähert sich die Sonne ihrem Aktivitätsmaximum, das in den Jahren 2024 oder 2025 erreicht werden dürfte. Dann dürfte auch die Anzahl an Sonneneruptionen und Sonnenstürmen zunehmen.

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„Es ist aufregend, nach so vielen Jahren der Mission immer noch ‚Premieren‘ wie diese gleichzeitigen Polarlichter zu beobachten. Wir haben noch so viel über die Atmosphäre und die Auswirkungen von Sonnenstürmen auf den roten Planeten zu lernen“, betont Shannon Curry, aus dem MAVEN-Team. „Wir können es nicht erwarten, in den kommenden Jahren die extremsten Bedingungen während der Laufzeit der MAVEN-Mission zu beobachten.“ (tab)

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