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Nasa will Schallmauer ohne Überschallknall durchbrechen

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Von: Tanja Banner

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Die X-59 Quesst soll für die Nasa den leisen Überschallflug testen. Geplant ist, dass der Überschallknall nur noch sehr leise ausfällt. Der erste Flug soll Anfang 2023 über bewohntem Gebiet stattfinden. (Künstlerische Darstellung)
Die X-59 Quesst soll für die Nasa den leisen Überschallflug testen. Geplant ist, dass der Überschallknall nur noch sehr leise ausfällt. Der erste Flug soll Anfang 2023 über bewohntem Gebiet stattfinden. (Künstlerische Darstellung) © Lockheed Martin/dpa

Die Nasa arbeitet an Überschallflügen, die nicht durch einen lauten Knall auf sich aufmerksam machen. In den kommenden Monaten soll ein Test starten.

Washington D.C. – Vor 75 Jahren hat erstmals ein Flugzeug die Schallmauer durchbrochen: In der Wüste Kaliforniens war der erste Überschallknall zu hören, als der US-Testpilot Chuck Yeager 1947 im Raketenflugzeug X-1 erstmals die Überschallgeschwindigkeit (Mach 1) erreichte. Seitdem ist in der Luftfahrt viel geschehen: Von 1976 bis 2003 gab es das Überschallflugzeug Concorde, das schneller als der Schall flog, bis das Projekt nach einem Unfall eingestellt wurde.

Die USA dagegen verboten Überschallflüge über Land wegen des lauten Knalls beim Durchbrechen der Schallmauer bereits im Jahr 1973 – seitdem sind nur noch Überschallflüge erlaubt, die von der Flugaufsichtsbehörde FAA genehmigt wurden. In Deutschland sorgen Überschallknalls von Kampfjets immer wieder für Aufsehen.

Überschallknall soll leiser werden – Nasa arbeitet an neuer Technologie

Auch wenn es seit dem Ende der Concorde nur noch militärische Überschallflüge gibt, hat das Thema auch für die kommerzielle Luftfahrt nicht an Faszination verloren: Die US-Raumfahrtorganisation Nasa, die sich nicht nur mit dem Weltall, sondern auch mit der Luftfahrt beschäftigt, arbeitet seit vielen Jahren an leiseren Überschallflugzeugen und Technologien, die auch in der kommerziellen Luftfahrt zum Einsatz kommen können.

Nasa will Überschallknall leiser machen und erneut die Schallmauer durchbrechen

Mittlerweile testet die Nasa das Flugzeug X-59 – einen Nachfolger des X-1 von Chuck Yeager. Mit diesem Überschallflugzeug will die Nasa erneut die Schallmauer durchbrechen – allerdings auf eine andere Art und Weise als früher. Die neue Methode soll in Zukunft wieder kommerzielle Überschallflüge möglich machen. „Der erste Überschallflug war so eine großartige Leistung und was wir jetzt tun, ist der Höhepunkt der damaligen Arbeit“, erklärt Catherine Bahm, eine Nasa-Luftfahrtingenieurin, die mit ihrem Team für das Überschallflugzeug X-59 verantwortlich ist, in einer Nasa-Mitteilung.

Mach 0,8ca. 987 km/h – 0,8-fache Schallgeschwindigkeit
Mach 11234 km/h – Schallgeschwindigkeit
Mach 2ca. 2470 km/h – doppelte Schallgeschwindigkeit
Mach 3ca. 3704 km/h – dreifache Schallgeschwindigkeit

Im Rahmen des Projekts Quesst (Quiet Supersonic Technology) soll die X-59 nun zeigen, dass sie schneller als der Schall fliegen kann, ohne den typischen lauten Knall zu verursachen, der dazu führte, dass Überschallflüge über Land in den USA 1973 verboten wurden. Geplant ist, dass das schnelle Flugzeug über mehrere Ortschaften in den USA fliegt, um zu testen, wie die Anwohnerinnen und Anwohner auf den leiseren Knall reagieren – und ob sie überhaupt etwas hören. Anschließend sollen die Reaktionen mit den zuständigen Behörden geteilt werden, die darüber entscheiden müssen, ob sie das Überschallflug-Verbot über Land aufheben.

Nasa ist „bereit, erneut die Schallmauer zu durchbrechen“

„In den letzten 50 Jahren sind wir mit unseren Flugzeugen bei Mach 0,8 hängengeblieben“, betont Peter Coen, der bei der Nasa für die Quesst-Mission zuständig ist. Er spricht von einem „unerfüllten Traum“ und ist sich sicher: „Wir sind bereit, die Schallmauer erneut zu durchbrechen.“ Der erste Flug der X-59 ist nach Angaben der Nasa für Anfang 2023 geplant. (tab)

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