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Nasa startet Ufo-Studie – auch ein früherer Astronaut und Testpilot ist dabei

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Von: Tanja Banner

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Das US-Militär hat zahlreiche Sichtungen „unidentifizierte Flugobjekte“ gesammelt. (Archivbild)
Das US-Militär hat zahlreiche Sichtungen „unidentifizierte Flugobjekte“ gesammelt. (Archivbild) © dpa/U.S. Department of Defense

Zahlreiche unidentifizierte Flugobjekte sorgen in den USA für Aufsehen. Nun startet die Nasa eine Studie, um das Phänomen Ufos zu erkunden.

Washington D.C. – Immer wieder beobachten Privatpersonen mysteriöse Lichter am Himmel, die sie nicht einordnen können. Doch nicht nur Amateuren geht es so – auch dem US-Militär werden von Soldatinnen und Soldaten immer wieder Sichtungen gemeldet, die in keine Kategorie passen. Im vergangenen Jahr schlug das Thema „Ufos“ – in den USA wird seit einiger Zeit lieber der Begriff UAP („unidentified aerial phenomenon“, also „unidentifiziertes Luftphänomen“) verwendet – in den Vereinigten Staaten hohe Wellen. Eine Anhörung von Fachleuten im US-Kongress brachte keine Lösung, die US-Raumfahrtorganisation Nasa kündigte eine Studie zu dem Thema an.

Das Pentagon und US-Geheimdienste beschäftigen sich bereits seit längerer Zeit mit den bislang unerklärlichen Sichtungen von US-Pilotinnen und -Piloten, die beispielsweise ein Flugobjekt beschreiben, das physikalisch unmögliche Flugmanöver über Wasser absolviert haben soll. Nun will die Nasa systematisch an die Angelegenheit herangehen und herausfinden, worum es sich bei den mysteriösen Sichtungen tatsächlich handelt.

Nasa startet Ufo-Studie – Wissenschaftliche Perspektive ist geplant

Die Behörde hat dafür ein Team zusammengestellt, das „Beobachtungen von Ereignissen untersuchen wird, die nicht als Flugzeuge oder bekannte Naturphänomene identifiziert werden können“, hieß es bei der Nasa, als die Studie angekündigt wurde. Geplant sei, die bisherigen Bemühungen des Verteidigungsministeriums und der Geheimdienste durch eine wissenschaftliche Perspektive zu ergänzen, zitierte die Washington Post damals den Nasa-Wissenschaftschef Thomas Zurbuchen. Es handele sich um eine „risikoreiche, hochwirksame“ Forschung, vor der die Nasa nicht zurückschrecken sollte, auch wenn es sich um ein umstrittenes Forschungsgebiet handele.

Scott Kelly war für die Nasa ein Jahr am Stück im Weltall. Nun soll er für die US-Raumfahrtorganisation Ufo-Sichtungen wissenschaftlich erforschen.
Scott Kelly war für die Nasa ein Jahr am Stück im Weltall. Nun soll er für die US-Raumfahrtorganisation Ufo-Sichtungen wissenschaftlich erforschen. © Gene Blevins/dpa

Mehr als 140 Sichtungen von „unidentifizierten Flugobjekten“ sollen alleine in den USA existieren. Weil die Zahl der Beobachtungen jedoch so gering ist, ist es für die Forschung nicht leicht, wissenschaftliche Schlussfolgerungen zu ziehen. „Die Nasa ist davon überzeugt, dass die Werkzeuge der wissenschaftlichen Entdeckung mächtig sind und auch hier Anwendung finden“, erklärt Zurbuchen in einer Nasa-Mitteilung. „Wir haben die Werkzeuge und das Team, das uns helfen kann, das Unbekannte besser zu verstehen. Das ist die eigentliche Definition von Wissenschaft. Das ist es, was wir tun.“

Was steckt hinter den Ufo-Sichtungen? Nasa will es untersuchen

Zu dem neuen Team, das die „Ufo“-Sichtungen für die Nasa untersuchen soll, zählen unter anderem Astrophysiker, Astrobiologen, Datenwissenschaftler, ein Ionosphären-Forscher sowie eine Ozeanografin. Prominentestes Teammitglied dürfte der frühere Nasa-Astronaut und Testpilot Scott Kelly sein. Der Flugzeugexperte war für die Nasa unter anderem ein Jahr am Stück im Weltall und hat gemeinsam mit seinem eineiigen Bruder Mark Kelly an einer Zwillings-Studie im All teilgenommen.

David SpergelAstrophysiker
Anamaria BereaAstrobiologin
Shelley WrightAstrobiologin und SETI-Forscherin
Scott Kellyfrüherer Nasa-Astronaut und Testpilot
Walter ScottCTO des Satellitenunternehmens Maxar
Federica BiancoAstrophysikerin
David GrinspoonAstrophysiker
Paula BontempiOzeanografin
Reggie Brothersfrüherer stellvertretender Verteidigungsminister für Forschung im Verteidigungsministerium
Jen BussAnalystin für Technologie-Trends
Mike Goldhat für die Nasa die Artemis Accords ausgehandelt
Nadia DrakeWissenschafts-Journalistin u.a. für National Geographic
Matt MountainTeleskop-Wissenschaftler, u.a. James-Webb-Teleskop
Karlin TonerAeronautik-Expertin
Warren Randolphehemaliger Aerodynamiker der U.S. Coast Guard und der U.S. Air Force
Joshua SemeterIonosphären-Forscher, Direktor des Center for Space Physics an der Universität von Boston

Die Studie, mit der die Nasa die Grundlagen für weitere UAP-Studien legen will, soll neun Monate in Anspruch nehmen, an deren Ende soll der komplette Bericht der Fachleute öffentlich zugänglich gemacht werden. Bis dieser Bericht Mitte 2023 veröffentlicht wird, sollen sämtlich Erkenntnisse jedoch unter Verschluss bleiben. (tab)

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