1. Startseite
  2. Wissen

Omikron-Subtyp BA.2 breitet sich rasant aus: Was wir über die Corona-Variante wissen

Erstellt: Aktualisiert:

Von: Lukas Rogalla, Sophia Lother

Kommentare

Abstrichproben aus Corona-Testzentren für die Untersuchung im PCR-Labor
menschlichen Zellproben im Labor und Infektionsversuchen etwa bei Hamstern © Jens Büttner/dpa

Eine Corona-Studie liefert Hinweise, dass sich die Omikron-Subtypen BA.2 und BA.1 teilweise deutlich voneinander unterscheiden. Was das bedeutet.

Kassel – Die Omikron-Variante des Coronavirus hat seit Ende November 2021 für eine rasante Zunahme der Neuinfektionen gesorgt, auch in Deutschland. Neue Maßnahmen sollten die Ausbreitung der Virus-Variante bremsen und eine Überlastung des Gesundheitssystems abwenden. Omikron gilt im Vergleich zu Delta als milder, zu einer befürchteten Überlastung kam es nicht – hierzulande sollen die Corona-Regeln zum „Freedom Day“ am 20. März fallen.

Doch der Corona-Expertenrat der Bundesregierung wies bereits im Februar darauf hin, dass sich neben dem vorherrschenden Omikron-Typ BA.1 ein weiterer Subtyp ausbreitet, der zu einer Verlängerung der Infektionswelle führen könnte. BA.2 soll einer Studie zufolge nicht nur deutlich ansteckender sein, sondern auch zu schwereren Krankheitsverläufen führen.

Expertenrat zur Omikron-Variante: „Wir müssen BA.2 sehr gut im Auge behalten“

„Wir müssen BA.2 sehr gut im Auge behalten“, schrieb der Intensivmediziner Christian Karagiannidis auf Twitter. Das Mitglied des Expertenrats teilt dabei ein Preprint eines internationalen Forschungsteams. „Es scheint biologische Unterschiede zu BA.1 zu geben“, fügte Karagiannidis hinzu. Doch was wollen die Forschenden, die überwiegend aus Japan kommen, herausgefunden haben? In der Studie, die noch von Fachleuten begutachtet werden muss, heißt es, dass sich der Omikron-Subtyp BA.2 in bestimmten Eigenschaften deutlich von BA.1 unterscheidet.

Zu den Unterschieden gehören demnach eine wohl deutlich höhere Übertragbarkeit von BA.2 sowie Differenzen in der Immunantwort und Pathogenität, also der Fähigkeit, Krankheiten auszulösen. Etwa sei die Reproduktionszahl, die angibt, wie viele Menschen eine infizierte Person im Mittel ansteckt, um den Faktor 1,4 höher als bei BA.1.

Zeitraum in DeutschlandOmikron Subtyp BA.1Omikkron Subtyp BA.2
Kalenderwoche 167,7 %1,5 %
Kalenderwoche 283,9 %2,8 %
Kalenderwoche 390,3 %5,1 %
Kalenderwoche 487,2 %10,6 %
Kalenderwoche 582,3 %16,0 %
Kalenderwoche 673,5 %25,0 %
Kalenderwoche 761,5 %36,3 %
Kalenderwoche 851,2 %48,2 %
Quelle: RKI

Der Subtyp habe bei den Versuchen auch „deutlich mehr“ Schäden im Lungengewebe und den Atemwegen verursacht. Das Eindringen in menschliche Zellen falle zudem leichter. Weniger deutlich waren die Unterschiede, was die Immunantwort des Körpers angeht. Beide Typen seien sowohl gegen die Antikörper von Genesenen als auch von Geimpften „hochgradig resistent“. Darüber hinaus zeigte sich BA.2 „fast vollständig resistent“ gegen Arzneien auf Basis sogenannter monoklonaler Antikörper.

Corona-Variante: Omikron-Subtyp BA.2 potenziell gefährlicher als BA.1

Die Forschenden schlagen auf Basis dieser Unterschiede vor, BA.2 einen eigenen Buchstaben aus dem griechischen Alphabet zu geben. Über die Namensgebung für Corona-Varianten entscheidet letztlich die Weltgesundheitsorganisation (WHO). Die Unterschiede zwischen BA.1 und BA.2 waren in dieser Studie bei menschlichen Zellproben im Labor und Infektionsversuchen etwa bei Hamstern erfasst worden.

Insgesamt würden die Untersuchungen den Schluss nahelegen, „dass das Risiko von BA.2 für die globale Gesundheit potenziell höher ist als das von BA.1“. Der Omikron-Subtyp könnte in der Debatte um Lockerungen der Corona-Regeln noch ein entscheidender Faktor werden. Die noch laufende Welle könnte durch BA.2 möglicherweise verlängert werden, mutmaßen Fachleute.

Omikron-Subtyp BA.2 breitet sich rasant aus: Die Fallzahlen steigen auf Rekordniveau

BA.2 ist mittlerweile in über 145 Ländern nachgewiesen worden. In Deutschland breitete sich BA.2 nach Einschätzung des Robert Koch-Instituts zunächst auf recht niedrigem Niveau aus. Doch das änderte sich rapide. Mitte Februar 2022 ging das RKI in seinem Wochenbericht vom 10.03.2022 von einer Verbreitung von 48 Prozent aus.

„Es ist zu vermuten, dass der derzeitige erneute Anstieg übermittelter COVID-19-Fälle auf die leichtere Übertragbarkeit der Sublinie BA.2 und die Rücknahme von kontaktreduzierenden Maßnahmen zurückzuführen ist. Damit kann eine weitere Zunahme der Fallzahlen nicht ausgeschlossen werden“, erklärt das RKI in seinem Wochenbericht. (lrg/slo mit dpa)

Auch interessant

Kommentare