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Omikron: Die Corona-Variante B.1.1.529 im Überblick

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Von: Raphael Digiacomo

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Die Corona-Variante Omikron bestimmt das Pandemie-Geschehen. Wie gefährlich ist diese Virusvariante und wie lange werden wir mir ihr zu kämpfen haben?

Kassel ‒ Katastrophe oder Chance: Im Verlauf der Corona-Pandemie tauchte die Virusvariante Omikron erstmals im November 2021 in Botswana im südlichen Afrika auf. Die Mutante sorgte anfangs für Kontroversen im wissenschaftlichen Diskurs: Einige Experten warnten vor einer hohen Ansteckungsgefahr, andere sahen in ihr aufgrund der vergleichsweise milden Symptome den Weg raus aus der Pandemie.

Weit verbreitete Coronavirus-VariantenWissenschaftliche Bezeichnung
AlphaB.1.1.7
BetaB.1.351
GammaP.1
DeltaB.1.617.2
OmikronB.1.1.529
(Quelle: WHO)

Im Januar 2022 hatte Omikron die davor vorherrschende Delta-Variante in Europa nahezu vollständig verdrängt und dominierte die Pandemie auch in Deutschland. Die Beobachtungen der Wissenschaftler bestätigten, dass es sich bei dieser Variante mit der wissenschaftlichen Bezeichnung B.1.1.529 um eine hoch ansteckende, jedoch vergleichsweise milde Form des Coronavirus handelt.

Omikron: Geimpfte leiden seltener und weniger unter Corona-Symptomen

Mild heißt nicht zwangsläufig ungefährlich ‒ noch immer kann eine Covid-19-Erkrankung, trotz Omikron-Variante, je nach Alter und Gesundheitszustand schwere Verläufe nehmen und schlimmstenfalls zum Tod führen. Betroffen sind davon zum Großteil ungeimpfte Menschen, weshalb das Robert-Koch-Institut (RKI) noch immer dringend zur Impfung beziehungsweise Auffrischungsimpfung rät.

Zurzeit arbeiten einige Produzenten der Corona-Impfstoffe wie die Pharma-Unternehmen Biontech und Moderna an einem an Omikron angepassten Impfstoff. Doch solch ein angepasstes Vakzin wird laut Biontech-Chef Uğur Şahin frühestens im April bereitstehen. Die Frage ist, ob die angepasste Impfung zu dem Zeitpunkt überhaupt sinnvoll ist. Immerhin könnte bis dahin schon die nächste Virus-Mutante aufgetreten sein.

Warum heißt die Variante B.1.1.529 Omikron?

Erst Alpha, Beta, Gamma, Delta - jetzt also Omikron. Die Namensvergabe der Corona-Varianten erfolgt nach dem griechischen Alphabet. Laut Angaben der WHO werden diese Namen nach und nach vergeben, um auch außerhalb des wissenschaftlichen Kontextes die Benennung der diversen Virusvarianten zu vereinfachen. 

Kenner des griechischen Alphabets könnten nun anmerken, dass vor Omikron eigentlich erst die Buchstaben Ny und Xi an der Reihe gewesen wären. Wie die WHO erklärte, klingt Ny, auf Englisch Nu, zu sehr nach „new“ (dt.: neu), wäre also missverständlich gewesen. Und Xi? „Xi wurde nicht verwendet, weil es ein verbreiteter Nachname ist“, betonte die WHO. Folglich heißt die Variante B.1.1.529 nun Omikron.

Experten rechnen damit, dass sich die Omikron-Variante BA.2 in Deutschland schon bald gegen die bislang vorherrschende Variante BA.1 durchsetzt. (Symbolbild) Coronavirus - Testlabor
Experten rechnen damit, dass sich die Omikron-Variante BA.2 in Deutschland schon bald gegen die bislang vorherrschende Variante BA.1 durchsetzt. (Symbolbild) © Uwe Anspach/dpa

Typische Symptome der Corona-Variante Omikron im Überblick

Laut dem RKI wurde von Omikron-Infizierten als Symptome vor allem Husten, SchnupfenHalsschmerzen und allgemeine Müdigkeit genannt. Damit unterscheiden sich die häufigsten Symptome von Omikron nicht wesentlich von denen vorheriger Virus-Mutanten, treten jedoch in der Regel weniger stark auf und führen weitaus seltener zu einer Hospitalisierung.

Auch Gliederschmerzen gehören vermehrt zu den typischen Beschwerden, die mit einer Infektion mit Omikron einhergehen. Im Gegensatz zu Delta und anderen Coronavirus-Varianten konnte der Verlust des Geruchs- und Geschmackssinns generell nicht als verbreitetes Omikron-Symptome beobachtet werden.

Die häufigsten Omikron-Symptome im Überblick:

Wie effektiv schützen die Impfstoffe gegen die Corona-Variante Omikron?

Das RKI empfiehlt auch in Bezug auf Omikron eine vollständige Impfung gegen Covid-19: „In Bezug auf die Impfstoffwirksamkeit gegen Omikron liegen erste Ergebnisse vor. Diese zeigen, dass die Wirksamkeit der Grundimmunisierung gegenüber symptomatischer Erkrankung durch die Omikron-Variante mit der Zeit deutlich nachlässt und im Vergleich zur Wirksamkeit gegenüber der Delta-Variante geringer ist.“

Gerade deswegen käme einem eventuellen Impf-Booster eine elementare Bedeutung zu: „Erste Studiendaten zeigen jedoch auch, dass ein guter Schutz gegenüber der Omikron-Variante durch eine Auffrischimpfung erzielt werden kann.“ An B.1.1.529 angepasste Vakzine sind bereits in der Entwicklung, werden aber nicht vor April, beziehungsweise Mai 2022 erwartet.

Laut einer Studie aus Israel bringt eine vierte Impfung bei Omikron weniger als zunächst angenommen. Für ältere und gefährdete Gruppen ist sie dennoch sinnvoll. (Symbolbild)
Laut einer Studie aus Israel bringt eine vierte Impfung bei Omikron weniger als zunächst angenommen. Für ältere und gefährdete Gruppen ist sie dennoch sinnvoll. (Symbolbild) © Fabian Sommer/dpa

Inkubationszeit der Corona-Variante Omikron und der Krankheitsverlauf

Die Zeit zwischen der Infektion mit dem Krankheitserreger und dem Auftreten erster Symptome bezeichnet man als Inkubationszeit. Laut RKI dauert sie je nach Virusvariante bei Corona durchschnittlich vier bis sechs Tage. Im Falle einer Erkrankung an der Omikron-Variante ist die Inkubationszeit laut Schätzungen der WHO allgemein kürzer und beträgt in der Regel drei Tage.

Die Verläufe einer Omikron-Erkrankung variieren stark, je nach Alter und Vorerkrankungen der Betroffenen. Deswegen lässt sich kein typischer Krankheitsverlauf definieren, dafür sind die Symptome schlicht zu individuell ausgeprägt. In seltenen Fällen werden Folgeerkrankungen wie Long Covid beobachtet.

Omikron-Variante BA.2 und Co. ‒ Experten erwarten neue Mutanten

Hendrik Streeck, renommierter Virologe und Mitglied des Corona-Expertenrats der Bundesregierung, erklärte in einem Interview mit NTV Ende Februar 2022, dass die relativ milde Variante von Omikron, der Subtyp BA.1., für ein stabiles Infektionsgeschehen auf den Intensivstationen sorge, gleichzeitig sich jedoch der Omikron-Subtyp BA.2 in Deutschland weiter ausbreite.

Künftig seien also weitere Subtypen der Omikron-Variante zu erwarten, die andersartige, bislang unvorhersehbare Formen annehmen können. Nicht auszuschließen seien aggressivere Virus-Mutanten, die mit einer höheren Infektionsgefahr und stärkeren Krankheitsverläufen einhergehen könnten.

Virologen: Omikron muss man ernst nehmen

Deswegen warnt auch Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) vor einem allzu unbekümmerten Umgang mit Omikron. Die milderen Symptome der Variante könnten der Bevölkerung den Anschein geben, die Corona-Pandemie sei am Abklingen, beziehungsweise das Virus büße an Gefahr für die Menschen ein.

Auch Virologe Christian Drosten geht davon aus, dass man sich auch in den Sommermonaten mit der Omikron-Variante des Virus wird anstecken können. Der Wissenschaftler von der Berliner Charité sagte im Podcast „Coronavirus-Update“ bei NDR-Info, er halte es für ratsam, auch in Zeiten niedriger Infektionszahlen in Innenräumen weiterhin Masken zu tragen. (Raphael Digiacomo)

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