Neue Studien

Omikron ohne Symptome: Corona-Variante verbreitet sich unbemerkt  

Die Erforschung der Omikron-Variante wird im Eiltempo vorangetrieben. Jetzt gibt es neue Erkenntnisse zur Symptomatik bei Ansteckungen.

Johannesburg – Die Omikron-Variante* des Coronavirus breitet sich weltweit aus. Bislang ist Datenlage zur Mutation sehr dünn. Lediglich eine im Vergleich zu anderen Varianten höhere Infektiösität wird Omikron bescheinigt. Dieser Aspekt wird immer wieder genannt, wenn es um darum geht, warum sich die Variante so schnell ausbreitet.

Zwei Studien aus Südafrika ergänzen nun einen zweiten Aspekt, der diese Entwicklung stark begünstigt. Die wissenschaftlichen Untersuchungen deuten darauf hin, dass zahlreiche Omikron-Infizierte keine Corona-Symptome* aufweisen. Die Forscherinnen und Forscher sprechen in diesem Kontext von „asymptomatischer Beförderung“ von Sars-CoV-2.

Omikron: Viele Infizierte ohne Corona-Symptome

Beide Studien wurden im November 2021 in Südafrika durchgeführt. Damals war Omikron dort bereits die vorherrschende Corona-Variante, die Zahl der täglichen Neuinfektionen war hoch. Die Untersuchungen überprüften jeweils die Wirkung eines Corona-Impfstoffs*: In der Ubuntu-Studie wurde die Wirksamkeit des Moderna-Vakzins*, in der Sisonke-Untersuchungen der Johnson&Johnson-Impfstoff* in Bezug auf Omikron analysiert. Das berichtet die Nachrichtenagentur Reuters. Dabei war die Anzahl der Probandinnen und Probanden allerdings unterschiedlich: An der Sisonke-Studie nahmen 577 Personen teil, an der Ubuntu-Studie lediglich 230.

Die an der Sisonke-Studie beteiligten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler zogen als Fazit, dass die „höhere asymptomatische Übertragungsrate wahrscheinlich ein wichtiger Faktor für die schnelle Verbreitung der Variante ist, selbst bei Bevölkerungen mit hohen vorherigen Coronavirus-Infektionsraten“ sei.

Falls bei einer Omikron-Infektion jedoch Corona-Symptome auftreten, unterscheiden sich diese möglicherweise von Symptomen anderer Varianteninfektionen. Forscherinnen und Forscher des Center for Disease Control (CDC) in den USA warnen beispielsweise vor gewissen Anzeichen auf der Haut, auf den Nägeln oder den Lippen.

Zahlreiche Omikron-Infektionen verlaufen laut den Studienergebnissen asymptomatisch. (Symbolfoto)

Omikron: Warum Infektionen problematisch sein können

Problematisch an den Erkenntnissen der Studien aus Südafrika dürfte die möglicherweise unbemerkte Weitergabe des Coronavirus sein. Auf „asymptomatischem“ Weg könnten sich insbesondere Risikogruppen infizieren. Die beste Möglichkeit eine Omikron-Infektion zu erkennen, dürften deshalb wohl Corona-Tests sein. Zahlreiche Tests stehen allerdings in der Kritik, die neue Corona-Variante nicht zu erkennen. Doch welche Antigen-Tests funktionieren zuverlässig? Ein Überblick.

Laut Angaben von Gesundheitsminister Karl Lauterbach und dem Robert Koch-Institut ist die beste Möglichkeit sich vor Omikron zu schützen, eine Impfung. Mittlerweile haben über 59,9 Millionen Menschen in Deutschland (72 Prozent der Bevölkerung) zwei Corona-Impfungen erhalten. Mindestens 36,2 Millionen Personen (43,5 Prozent der Bevölkerung) sind sogar geboostert. Neue Untersuchungen zeigen jedoch, dass die Wirkung einer Booster-Impfung kürzer anhält als angenommen. (tu) *fr.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

Rubriklistenbild: © Friso Gentsch/dpa

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