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Planetenparade: Im Juni kann man bis zu sieben Planeten am Himmel beobachten

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Von: Tanja Banner

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Acht Planeten umkreisen die Sonne. Sieben von ihnen reihen sich im Juni 2022 am Morgenhimmel auf – auf dem achten Leben wir. (Symbolbild)
Acht Planeten umkreisen die Sonne. Sieben von ihnen reihen sich im Juni 2022 am Morgenhimmel auf – auf dem achten Leben wir. (Symbolbild) © imago/Panthermedia

Wer im Juni vor Sonnenaufgang aufsteht, kann ein besonderes Himmelsspektakel beobachten: Alle sieben Planeten unseres Sonnensystems reihen sich auf.

Kassel – Im Juni gibt es am Morgenhimmel eine Planeten-Parade der besonderen Art zu sehen: Um den 27. Juni herum reihen sich alle Planeten unseres Sonnensystems – ausgenommen die Erde – am Himmel im Osten auf. Einen Haken gibt es jedoch: Nicht alle Planeten werden mit bloßem Auge am Himmel sichtbar sein. Dafür gesellt sich ein weiterer, sichtbarer Himmelskörper zu der illustren Planeten-Runde dazu: Der nur noch zu vier Prozent beleuchtete Mond als sehr schmale Mondsichel.

Wer das Himmelsspektakel sehen möchte, muss früh aufstehen: In diesem Zeitraum geht die Sonne schon um kurz nach fünf Uhr auf, die Dämmerung beginnt bereits deutlich früher. Das ist im Fall der Planeten-Parade ein Problem, da die Sonne im Osten aufgeht – also dort, wo die Planeten am Himmel zu sehen sind. Daher empfiehlt sich als Beobachtungszeit 4 Uhr morgens, wenn der Himmel noch halbwegs dunkel sein dürfte.

Planeten-Parade im Juni: Merkur, Venus, Mars, Jupiter, Saturn, Uranus und Neptun am Morgenhimmel

Im Laufe eines Monats verändert sich der Himmel. Je später im Juni man frühmorgens nach Osten schaut, desto mehr Planeten kann man dort entdecken. Ein Überblick:

1. bis 4. Juni 2022 gegen 4 Uhr morgens – 5 Planeten: Gegen 4 Uhr geht im Osten der Planet Venus auf. Etwas weiter oben sind Mars (leuchtet rötlich) und Jupiter (ist deutlich heller als Mars) zu sehen. Ebenfalls etwas weiter oben befindet sich der Planet Neptun (er ist mit bloßem Auge nicht zu sehen). Ein gutes Stück weiter entfernt und etwas höher kann man den Ringplaneten Saturn bewundern.

Alle Planeten am Himmel zu sehen – auch der Mond taucht auf

5. bis 25. Juni 2022 gegen 4 Uhr morgens – 6 Planeten: Etwa ab dem 5. Juni geht im Osten gegen 4 Uhr morgens der Planet Uranus auf (er ist mit bloßem Auge nicht zu sehen). Die Venus ist dagegen im Vergleich zu Anfang des Monats bereits ein Stück am Himmel nach oben gewandert. Im Laufe der Zeit wird Uranus die Venus am Himmel überholen. Die weitere Reihenfolge ändert sich nicht: Es folgen weiterhin Mars und Jupiter, die sich jeden Tag etwas weiter voneinander entfernen. Weiter geht die Planeten-Parade mit Neptun (nicht mit bloßem Auge sichtbar) und Saturn. Der Mond wandert ab dem 14. Juni entlang der gedachten Linie, auf der sich die Planeten aufreihen (die Ekliptik) über den Himmel. Er ist am 14. Juni frühmorgens als Vollmond im Südwesten zu sehen und nimmt ab, während er sich jeden Morgen etwas weiter östlich am Himmel zeigt.

Planeten-Parade am Morgenhimmel: Auch Merkur taucht kurz auf

26. bis 30. Juni 2022 – 7 Planeten: Um den 26. Juni herum erreicht der Planet Merkur seine höchste Position. Bei einem guten Beobachtungsplatz ist der sonnennächste Planet kurz vor Sonnenaufgang im Osten tief über dem Horizont zu erkennen. Die weiteren Planeten – Venus, Uranus, Mars, Jupiter, Neptun und Saturn – sind in dieser Reihenfolge ebenfalls weiter am Morgenhimmel im Osten zu sehen. Die sehr schmale Mondsichel ist etwa ab dem 28. Juni nicht mehr zu sehen, am 29. Juni ist Neumond.

Einige der Planeten sind bereits seit Monaten morgens im Osten am Himmel zu entdecken, andere von ihnen stoßen im Juni erst neu zur Planeten-Parade dazu. Ein weiteres Highlight der Planeten-Parade im Juni: Die fünf sichtbaren Planeten sind in der Reihenfolge am Himmel zu sehen, in der sie in unserem Sonnensystem angeordnet sind: Merkur – Venus – (Erde) – Mars – Jupiter – Saturn. Dass alle fünf mit bloßem Auge sichtbaren Planeten unseres Sonnensystems gleichzeitig am Himmel zu sehen sind, ist kein alltägliches Ereignis – zuletzt konnte man den Anblick im Dezember 2004 bewundern.

Wer sich jenseits der Planeten am Morgenhimmel umschaut, entdeckt ebenfalls im Osten in Horizontnähe ab etwa dem 7. Juni um 4 Uhr ein milchiges Fleckchen: den offenen Sternhaufen der Plejaden (M45). In der Nacht vom 14. auf den 15. Juni kann man den Supermond am Himmel bewundern. (Tanja Banner)

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