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Vielfraß Schwarzes Loch: So sehen die mysteriösen Himmelskörper aus

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Von: Yasina Hipp

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Der Wissenschaft gelingt es immer mehr über schwarze Löcher im Weltall herauszufinden. So auch darüber, wie sie entstehen und aussehen. Ein Überblick.

Kassel - Für uns Erdbewohner scheint das Weltall immer weit entfernt. Nur bei Nacht eröffnet sich ein kleiner Blick in unsere Galaxie. Viele Millionen Sterne strahlen vom Himmel - der ein oder andere erkennt vielleicht sogar ein Sternenbild - und auch der Mond ist gut zu erkennen, besonders wenn es ein Supermond ist. Hier endet aber wahrscheinlich das Wissen der meisten über das All. Was schwarze Löcher sind, können Laien nur vermuten. Neue Bilder lassen das ganze Mysterium aber etwas greifbarer machen.

Bezeichnung:Schwarzes Loch
Kurzerklärung:Himmelsobjekte, die andere Materie und Licht schlucken
Wie sehen schwarze Löcher aus?2019 und 2022 gelang es Forschern erstmals, Bilder von schwarzen Löchern zu machen.
Schwarzes Loch Sagittarius A*Im Zentrum der Milchstraße, 55 Millionen Lichtjahre von der Erde entfernt, 6,5 Milliarden Mal so massereich wie die Sonne
Gefahr für Planeten Erde:Gering, da mehrere Billionen Kilometer entfernt

Schwarzes Loch: Was ist das überhaupt?

Schwarze Löcher sind Himmelsobjekte, in die Materie oder Licht zwar einfallen, aber niemals wieder heraus gelangen kann. Um das Phänomen erklären zu können, muss ein Ausflug in die Allgemeine Relativitätstheorie von Albert Einstein gewagt werden. Zunächst aber die Grundlagen: Wenn eine Rakete von einem Himmelskörper, also beispielsweise der Erde, ins Weltall starten will, muss sie dessen Gravitationskraft überwinden. Diese Anziehungskraft steigt mit der Masse des Himmelskörpers.

Um also von der Oberfläche abheben zu können, ist bei massereichen Himmelskörpern für die Rakete eine höhere sogenannte Fluchtgeschwindigkeit nötig. Wie weltderphysik.de erklärt, ist die Fluchtgeschwindigkeit der Erde 11,2 Kilometer pro Sekunde, beim Mond sind es nur 2,3 Kilometer pro Sekunde.

Was ist die Milchstraße?

Die Milchstraße ist unserer Galaxie und besteht aus hunderten Millionen Sternen. Am klaren Nachthimmel ist sie als milchiges Band zu erkennen, daher auch der Name. Von der Form her gleicht sie allerdings weniger einer Straße, als vielmehr einer Scheibe, an deren äußerem Drittel unser Sonnensystem sitzt. Um die Milchstraße einmal zu durchqueren, braucht Licht mit Lichtgeschwindigkeit etwa 100.000 Jahre. Für uns Menschen kaum vorstellbare Dimensionen. Ebenso kaum zu glauben, ist, dass die Milchstraße in einigen Millionen Jahren mit unserer Nachbargalaxie Andromeda zusammenstoßen wird. Was dann geschieht, steht wohl in den Sternen. (Quelle: planet-wissen.de)

Diese Fluchtgeschwindigkeit können Weltraumforscher theoretisch für jeden erdenklichen Himmelskörper berechnen. Und jetzt kommt Albert Einstein ins Spiel. Denn theoretisch kann diese Fluchtgeschwindigkeit sogar höher sein als die Lichtgeschwindigkeit. Da aber der Relativitätstheorie Einsteins zufolge die Lichtgeschwindigkeit die höchstmögliche Geschwindigkeit überhaupt ist, ist das praktisch also nicht möglich. Liegt aber dennoch die Fluchtgeschwindigkeit eines Himmelskörpers über dieser Grenze, bezeichnen ihn Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen als Schwarzes Loch.

Wie sehen die mysteriösen Himmelskörper aus?

Der Name ist also Programm: Ereignisse, die innerhalb oder an den Grenzen des schwarzen Lochs stattfinden, sind von außen nicht erkennbar. Viele Jahre lang war es für Forschende auch nahezu unmöglich, überhaupt etwas über die Phänomene herauszufinden, da sie sich nicht direkt beobachten lassen. Weder senden sie Licht, noch reflektieren sie welches. 2019 gelang einem Forscher-Team dann aber der Durchbruch: Mithilfe von acht Radioteleskopen konnte im Zentrum der Galaxie M87 der Schatten eines schwarzen Lochs fotografisch festgehalten werden.

Foto eines schwarzen Lochs im Zentrum der Galaxie M87
Das erste „Foto“ eines Schwarzen Lochs im Zentrum der Galaxie M87. © Event Horizon Telescope (EHT)/dpa

Wie geo.de berichtet, waren an der Entstehung ganze 200 Astronomen von 13 Instituten beteiligt. Das etwas unscharfe Foto gilt als Meilenstein der Astronomie.

Weiteres Foto gilt als wissenschaftlicher Meilenstein

Im Jahr 2022 dann der nächste astronomische Paukenschlag: eine visuelle Abbildung eines Schwarzen Lochs im Zentrum der Milchstraße. Forschende des „Event Horizon Telescope“-Projekts präsentierten das Foto des Objekts mit der wissenschaftlichen Bezeichnung „Sagittarius A*“.

Zentrum unserer Milchstraße
Im Zentrum unserer Milchstraße konnten Forscher ein Foto eines Schwarzen Lochs schießen. © Shotshop/imago

Unser gesamtes Sonnensystem, also alle Planeten und Sterne, kreisen um dieses Schwarze Loch in der Milchstraße. Auch hier bildet das Foto nur einen Schatten ab, da das Schwarze Loch alles schluckt, was ihm zu nahe kommt. Mittlerweile gilt das Objekt deswegen als das schwerste Objekt unserer Milchstraße.

Wie gefährlich ist ein Schwarzes Loch für uns Menschen?

Ein Himmelskörper, der alles um sich herum einsaugt und nicht mehr herauslässt, klingt nach Material für den nächsten Horrorfilm. Aber wie gefährlich sind Schwarze Löcher für uns Erdbewohner wirklich? Die Himmelskörper werden nur dann gefährlich, wenn man ihnen zu nahe kommt und an dieser Stelle kann Entwarnung gegeben werden. Das der Erde am nächsten liegende Schwarze Loch ist rund 1000 Lichtjahre von uns entfernt. Ein Lichtjahr entspricht in etwa 9,4 Billionen Kilometern. Fürs Erste genug Abstand also.

Das riesige Schwarze Loch im Zentrum unserer Milchstraße ist sogar 55 Millionen Lichtjahre von der Erde entfernt. Es braucht nicht einmal einen Taschenrechner, um sich auszumalen, wie weit Sagittarius A* also von uns entfernt ist. (Yasina Hipp)

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