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Sonnenstürme brauen sich zusammen – mehrere heftige Ausbrüche

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Von: Tanja Banner

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Auf der Sonne tut sich etwas: Der Stern wird aktiv, gleich drei heftige Ausbrüche finden in kurzer Zeit statt. Künftig dürften es mehr werden.

Frankfurt – Nachdem die Sonne einige Zeit lang recht ruhig war, ist sie nun offenbar wieder „aufgewacht“. In nur einer Woche sind von unserem Stern gleich drei Sonneneruptionen der X-Klasse – die höchste Stufe der Skala – ausgegangen. Getroffen haben die Ausbrüche elektromagnetischer Strahlung die Erde nicht – doch das könnte sich in den kommenden Wochen ändern.

Die drei Ausbrüche der X-Klasse sind von den Regionen 3186 und 3184 auf der Sonne ausgegangen, wie das Weltraumwetterprognosezentrum (SWPC) der US-Wetter- und Ozeanografiebehörde NOAA mitteilt. Die beiden Regionen befinden sich derzeit auf der östlichen Seite der Sonne, 3186 nördlich des Äquators, 3184 südlich davon. Beide werden sich im Laufe der kommenden Wochen immer weiter in die Mitte der Sonnenscheibe bewegen – künftige Ausbrüche könnten die Erde dann direkt treffen.

Starke Sonneneruptionen trafen die Erde noch nicht

Wie das SWPC meldet, hat mindestens einer der drei starken X-Klasse-Ausbrüche auch Probleme auf der Erde verursacht. Vor allem Amateurfunker sowie Personen, die in der Nähe der Pole mit empfindlichem Navigationsgerät arbeiten, dürften davon etwas bemerkt haben.

Den meisten Menschen sind hauptsächlich die positiven, schön anzusehenden, Auswirkungen von Sonneneruptionen auf der Erde bekannt: Polarlichter. Je heftiger der Sonnensturm ist, der die Erde trifft, desto weiter südlich kann man Polarlichter sehen. Doch Sonnenstürme können auch sehr unangenehme bis gefährliche Nebenwirkungen haben: Auf der Erde und im erdnahen Weltraum können sie zu „erheblichen Störungen bis hin zum Ausfall kritischer Infrastruktur führen“, weiß der Astrophysiker Dr. Volker Bothmer.

Sonnenstürme können auch Satelliten abstürzen lassen

Auch Satelliten, die um die Erde kreisen, können in Mitleidenschaft gezogen werden und im schlimmsten Fall sogar abstürzen. Das Unternehmen SpaceX bekam das bereits zu spüren und will sein Satelliten nun dafür einsetzen, das Weltraumwetter besser zu überwachen.

Die Sonne ist derzeit aktiver als erwartet. Eruptionen auf der Oberfläche schleudern Plasma ins Weltall, das in Form eines Sonnensturms die Erde treffen kann. (Archivbild)
Die Sonne ist derzeit aktiv. (Archivbild) © NASA/SDO/AIA/Goddard Space Flight Center

Sonnenstürme können jedoch nicht nur für Polarlichter, kurzzeitige Funkausfälle oder Satellitenprobleme sorgen – vor allem auch Stromnetze und daran angeschlossene elektrische Geräte auf der Erde sind gefährdet. Eine Forscherin warnt außerdem, dass ein heftiger Sonnensturm auch für eine „Internet-Apokalypse“ sorgen kann.

Ein großer Sonnensturm könnte das Stromnetz lahmlegen

Eine Studie aus dem Jahr 2013 zeigt, welche Auswirkungen ein großer Sonnensturm alleine in den USA hätte: 20 bis 40 Millionen Menschen dürften demnach für bis zu zwei Jahre ohne Strom sein, die ökonomischen Kosten sollen sich alleine in den USA auf bis zu 2,6 Billionen Dollar belaufen.

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Im Jahr 2012 ist die Erde ganz knapp einer solchen Katastrophe entgangen: Im Juli 2012 hat ein großer geomagnetischer Sturm die Erde nur knapp verfehlt, wie die US-Raumfahrtorganisation Nasa 2014 mitteilte. Damals erklärte der Physiker Pete Riley, es sei gar nicht so unwahrscheinlich, dass die Erde in den nächsten zehn Jahren von einem Sonnensturm der „Carrington“-Stärke getroffen werde. Die Wahrscheinlichkeit liege seinen Analysen zufolge bei bis zu zwölf Prozent. Als „Carrington-Ereignis“ wird ein Sonnensturm bezeichnet, der die Erde im Jahr 1859 traf – es ist bis heute der stärkste wissenschaftlich beobachtete Sonnensturm, der die Erde getroffen hat.

Sonnenaktivität hat einen 11-jährigen Zyklus

In den kommenden Monaten dürfte die Aktivität der Sonne weiter zunehmen, denn sie bewegt sich in 11-jährigen Zyklen. Der aktuelle Sonnenzyklus 25 dürfte Forschenden zufolge sein Maximum im Jahr 2024 oder 2025 erreichen, weshalb die Sonne nun immer aktiver werden dürfte. (tab)

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