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Sommerzeit ist Sternschnuppen-Zeit – So beobachten Sie im Juli Meteore

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Von: Tanja Banner

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Die Erde kreist um die Sonne und kreuzt dabei regelmäßig Staubspuren, die Kometen auf ihrer Bahn um die Sonne im Weltall hinterlassen haben. Das Staubteilchen oder Steinchen verglüht in der Erdatmosphäre und regt Luftteilchen zum Leuchten an – eine Sternschnuppe huscht über den Nachthimmel.
Die Erde kreist um die Sonne und kreuzt dabei regelmäßig Staubspuren, die Kometen auf ihrer Bahn um die Sonne im Weltall hinterlassen haben. Das Staubteilchen oder Steinchen verglüht in der Erdatmosphäre und regt Luftteilchen zum Leuchten an – eine Sternschnuppe huscht über den Nachthimmel. © imago/imagebroker

Im Sommer flitzen zahlreiche Sternschnuppen über den Nachthimmel. Das liegt an kleinen Sternschnuppenströmen, doch auch die Perseiden mischen schon mit.

Kassel – Wer im Sommer die wenigen dunklen Stunden nutzt und zum Himmel schaut, kann sie mit etwas Glück sehen: Sternschnuppen. Denn die Sommerzeit ist traditionell Sternschnuppen-Zeit, mehrere Sternschnuppenströme sind gleichzeitig aktiv. Kommt dazu noch gutes Wetter, steht dem Zählen von Sternschnuppen nichts mehr im Wege. Der wohl bekannteste Sternschnuppenstrom des Jahres, die Perseiden, hat sein Maximum erst im August, doch zuvor gibt es gleich mehrere kleinere Sternschnuppen-Schauer, die Meteore über den Himmel flitzen lassen dürften.

Sternschnuppen entstehen, wenn die Erde die Flugbahn eines Kometen im Weltall kreuzt. Die Erde fliegt durch eine Staubspur, die der Komet zurückgelassen hat. Sie verglühen in der Atmosphäre und sorgen dort für ein kurzes Aufleuchten – auf der Erde ist eine Sternschnuppe, auch Meteor genannt, zu sehen. Im Sommer gibt es besonders viele kleinere, aber mit den Perseiden auch den bekanntesten großen Sternschnuppen-Regen. Viele von ihnen erreichen keine beeindruckenden Zahlen – meist ist maximal mit einer Handvoll Sternschnuppen pro Stunde bei idealen Beobachtungsbedingungen zu rechnen. Doch die Vielzahl der Sternschnuppenströme sorgt dafür, dass im Sommer trotzdem zahlreiche Sternschnuppen am Himmel zu sehen sind.

Sternschnuppen im Juli: Südliche Delta-Aquariiden sorgen für die meisten Meteore

Der Sternschnuppenstrom, der im Juli die meisten Sternschnuppen produzieren dürfte, trägt den komplizierten Namen südliche Delta-Aquariiden. Den Namen hat er von der Region des Himmels, aus der die Sternschnuppen auszuströmen scheinen, dem sogenannten Radianten. Im Fall der Delta-Aquariiden ist es der Stern Delta Aquarii im Sternbild Wassermann (lat. Aquarius).

Sternschnuppen-Kalender

Hier erfahren Sie, wann die meisten Sternschnuppen über den Himmel rasen.

Der Sternschnuppenstrom der südlichen Delta-Aquariiden erstreckt sich über mehr als einen Monat: Etwa vom 12. Juli bis 23. August kann man die Sternschnuppen sehen, das Maximum fällt auf den 30. Juli. Dann sind rein theoretisch bis zu 25 Sternschnuppen pro Stunde (siehe „Wie viele Sternschnuppen man pro Stunde sehen kann“) möglich. Das Sternbild Wassermann geht zwar kurz nach Sonnenuntergang im Osten auf und steht die ganze Nacht am Himmel, doch es steigt nie wirklich weit am Himmel nach oben – weshalb auf der Nordhalbkugel traditionell nur wenige Sternschnuppen zu sehen sind. Im Süden sind die südlichen Delta-Aquariiden besser zu beobachten. Entdeckt man doch einmal eine der Sternschnuppen, wird man dafür mit einer langen Leuchtspur belohnt.

Wie viele Sternschnuppen man pro Stunde sehen kann

Wie viele Sternschnuppen man im Maximum von einem Sternschnuppenstrom erwarten kann, wird als „ZHR“ angegeben, die „zenithal hourly rate“. Doch diese Zahl trügt: Sie gibt die Zahl der maximalen Sternschnuppen pro Stunde bei perfekten Beobachtungsbedingungen (sehr dunkler Himmel, Radiant direkt im Zenit, freier Blick zum Himmel) an. Diese Bedingungen können in der Realität quasi nicht erreicht werden. Von der ZHR sollte man sich also nicht verwirren lassen – abgesehen davon müssen es keine hundert Sternschnuppen pro Stunde sein. Auch wenn man nur alle zehn Minuten einen Meteor sieht, ist das Erlebnis beeindruckend.

Mehrere Sternschnuppenströme lassen Meteore über den Himmel flitzen

Neben den (südlichen) Delta-Aquariiden gibt es im Juli mehrere kleine Sternschnuppenströme, die für das „Hintergrundrauschen“ sorgen und die ganze Nacht hindurch Sternschnuppen über den Himmel flitzen lassen:

SternschnuppenstromZeitraum und Maximum
Juli-Pegasiden04.07.-14.07., Maximum am 10. Juli
Piscis-Austriniden15.07.-10.08., Maximum am 28. Juli
Juli-Gamma-Draconiden25.07.-31.07., Maximum am 28. Juli
Südliche Delta-Aquariiden12.07.-23.08., Maximum am 30. Juli
Alpha-Capricorniden03.07.-15.08., Maximum am 30. Juli
Perseiden17.07.-24.08., Maximum am 13. August
Quelle: Meteorstrom-Kalender 2022 der IMO

Wann und wie man die Sternschnuppen am besten beobachtet

Während Anfang Juli noch kaum Sternschnuppen am Himmel zu sehen sind, wird es gegen Mitte des Monats besser. Dann kommen zum Sternschnuppenstrom der Alpha-Capricorniden die Piscis-Austriniden sowie die südlichen Delta-Aquariiden und auch die berühmten Perseiden beginnen ihre Aktivität bereits Mitte Juli. Je später im Monat Juli man nach Sternschnuppen Ausschau hält, desto besser werden auch die Beobachtungsbedingungen: Die Nächte werden bereits wieder länger und es bleibt mehr Zeit, um in die Sterne zu schauen. Praktisch ist auch, dass der Vollmond beziehungsweise Supermond vom 13. Juli dann längst wieder Geschichte ist: Bis 28. Juli nimmt der Mond immer weiter ab, wird weniger hell und überstrahlt die Sternschnuppen nicht mehr.

Zur Beobachtung empfiehlt sich außerdem die Zeit nach Mitternacht: Dann steht der Radiant der südlichen Delta-Aquariden, das Sternbild Wassermann, am höchsten am Himmel. Und auch der Radiant der Piscis-Austriniden, das Sternbild Fische, ist etwas über den Horizont gestiegen.

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Sternschnuppen beobachten: Spezielle Ausrüstung ist nicht nötig

Wer Sternschnuppen beobachten möchte, benötigt keine spezielle Ausrüstung und auch so gut wie keine Vorbereitung. Ideal ist ein dunkler Beobachtungsplatz mit möglichst gutem Rundumblick zum Himmel. Dabei haben sollte man eine Liegemöglichkeit (Decke oder Liege), warme Kleidung und warme Getränke – selbst in Sommernächten kann es empfindlich kühl werden. Außerdem sollte man Geduld mitbringen, wenn man Sternschnuppen zählen möchte – es können teils viele Minuten zwischen einzelnen Sternschnuppen liegen. Am bequemsten hält man im Liegen nach Sternschnuppen Ausschau. Nur so hat man den besten Blick an den Himmel. (tab)

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