Weltraumforschung

„Abrupter Wechsel in höhere Frequenzen“: Nasa veröffentlicht erstaunliche Audio-Aufnahme aus dem All

Neue Nasa-Aufnahmen aus dem All sorgen für Staunen: Forscherinnen und Forscher diskutieren über die Audio-Datei.

Houston – 50 Sekunden voller Knirschen und Rauschen: Zunächst hört sich die Audio-Aufnahme, die kürzlich auf der Website der Nasa veröffentlicht wurde, unbedeutend an.

Dennoch wurde die Audio-Datei auf der Konferenz „American Geophysical Union Fall Meeting“ in New Orleans Mitte Dezember 2021 eingehend diskutiert.

Nasa: Die Sonde „Juno“ sammelte Daten des Planeten und eines seiner Monde

Der Grund: Es handelt sich um eine Audio-Aufnahme des Magnetfeldes von „Ganymed“ – einer der Monde des Jupiters. Sie stammt von Aufzeichnungen, welche die Sonde „Juno“ am 7. Juni 2021 bei einem Vorbeiflug sammelte. Rund 1038 Kilometer war „Juno“ dabei von „Ganymed“ entfernt, und kam dem Jupitermond damit selten nahe. Dabei wurden auch Daten der Magnetosphäre des Jupiters und elektro-magnetischer Wellen gesammelt. Die Daten wurden von der Nasa in ein Audiofile für das menschliche Gehör übersetzt.

Der Rover „Perseverance“ hingegen erforscht den Mars und machte dabei eine Entdeckung, die an seinen Vorgänger „Curiosity“ erinnert.

Jupiter und Erde: Nasa-Forscher entdecken Gemeinsamkeiten

Scott Bolton, Forscher am Southwest Research Institute in San Antonio, machte auf ein besonderes Detail in der Aufnahme aufmerksam: Wenn man ganz genau hinhöre, sei in der Mitte der Aufnahme ein abrupter Wechsel in höhere Frequenzen zu hören, welcher einen Eintritt in eine andere Region der Magnetosphäre von „Ganymed“ darstelle, so der Forscher.

Durch die Daten, die von „Juno“ gesammelt wurden, können die Forscherinnen und Forscher nun auch Rückschlüsse auf die Beschaffenheit der Magnetosphäre des Jupiters ziehen. Auch Gemeinsamkeiten des Jupiters mit der Erde traten offenbar zutage: Demnach habe die Atmosphäre des Jupiters Ähnlichkeiten mit den Strukturen der Wirbel und Strömungen in den Meeren der Erde.

Links: Ozeanströmungen im Europäischen Nordmeer. Rechts: Die Atmosphäre des Jupiters.

Nasa: Stürme des Jupiters haben Ähnlichkeiten mit Strukturen in Meeren auf der Erde

Lia Siegelman, die am Scripps Institut für Ozeanographie an der University of California in San Diego forscht, erklärt das folgendermaßen: Als sie die Aufnahmen der Jupiterzyklone, mit all den Strömungen und Gegenströmungen, gesehen habe, habe sie das an die Wirbelbewegungen im Ozean erinnert, die sie zuvor schon in ihrer Doktorarbeit erforscht hatte.

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Die Analyse aller Daten, die die Sonde „Juno“ sammeln konnte, ist noch längst nicht abgeschlossen. Auch die Erforschung des Jupiters ist noch ganz am Anfang. Obwohl die Magnetosphäre des Jupiters größer sei, könnten die Untersuchungen auch helfen, mehr über die Erde zu erfahren, hieß es in einer Pressemitteilung der Nasa. (df)

Rubriklistenbild: © NASA OBPG OB.DAAC/GSFC/Aqua/MODIS; Image processing: Gerald Eichstadt CC BY

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