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Warum der Vollmond am Himmel manchmal riesengroß erscheint

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Von: Tanja Banner

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Der Vollmond geht hinter dem Poseidon-Tempel am Kap Sounion in der Nähe von Athen auf.
Der Vollmond geht hinter dem Poseidon-Tempel am Kap Sounion in der Nähe von Athen auf. © Angelos Tzortzinis/dpa

Manchmal erscheint der Vollmond am Himmel riesig – ein spektakulärer Anblick. Die Mondtäuschung versucht zu erklären, wie die Illusion entsteht.

Kassel – Es gibt Tage, da scheint der Mond viel größer zu sein als normalerweise. Das Phänomen ist vor allem dann zu beobachten, wenn der Mond gerade aufgegangen oder im Untergang begriffen ist – wenn er also tief am Himmel steht. Vor allem rund um Vollmond ist der Anblick des riesigen Mondes häufig spektakulär. Doch warum erscheint der Mond manchmal riesengroß, andere Male dagegen regelrecht klein?

Die Antwort ist komplizierter, als man vermuten mag – und hat nichts mit dem Supermond zu tun. Tatsächlich gibt es bis heute noch keine wissenschaftlich komplett überzeugende Antwort auf die Frage, warum der Mond manchmal größer wirkt – und das, obwohl die Menschheit den Mond bereits seit tausenden Jahren beobachtet. Klar ist, dass hinter dem riesengroß wirkenden Mond ein Phänomen namens Mondtäuschung steckt. Es hat damit zu tun, wie das Gehirn visuelle Informationen verarbeitet – dabei entsteht die Illusion des riesigen Monds.

Mondtäuschung: Warum der Vollmond manchmal riesig erscheint

Die gängige Theorie hat damit zu tun, wie das menschliche Gehirn die Größe von Objekten wahrnimmt, die näher oder weiter entfernt sind. Die US-Raumfahrtorganisation Nasa ergänzt auf ihrer Website, dass das Gehirn nicht zu wissen scheint, dass sich die Entfernung des Mondes kaum ändert – egal, ob er tief über dem Horizont oder hoch am Himmel steht. Dass der Vollmond, der tief am Himmel steht, größer erscheint als der Mond, der hoch am Himmel steht, liegt unter anderem daran, dass das menschliche Gehirn ihn mit anderen, bekannten Dingen in seiner nächsten Umgebung vergleicht.

Der Astronom Silas Laycock von der University of Massachusetts Lowell erklärt auf dem Portal The Conversation: „Die Illusion entsteht dadurch, dass der Mond so weit entfernt ist, dass er, egal wo auf der Erde man sich befindet, immer gleich groß aussieht.“ In Wirklichkeit seien es die Dinge, mit denen man den Mond vergleiche, die größer oder kleiner erscheinen, je nachdem, wie weit sie entfernt sind. „Wenn der Mond neben einem entfernten Haus oder einem weit entfernten Berg aufgeht, sieht der Mond also riesig aus“, so Laycock weiter. Die Nasa betont: „Es spielt sich alles im Kopf ab. Die scheinbare Größe des Mondes ist eine tatsächliche Illusion und kein physikalischer Effekt.“

Mondtäuschung: Bei tief stehendem Vollmond kann man seinen Augen nicht trauen

Im Fall der Mondtäuschung kann man also wortwörtlich seinen Augen nicht trauen. Doch bereits einfache Tricks entlarven die Illusion und lassen den Mond auf seine eigentliche Größe schrumpfen:

Mond wirkt riesig am Himmel – mit dem Supermond hat die Mondtäuschung nichts zu tun

Sicher ist: Bei einem sogenannten Supermond befindet sich der Vollmond zwar etwas näher an der Erde als üblich und er kann deshalb auch größer erscheinen – mit der Mondtäuschung hat das jedoch nichts zu tun, da diese immer auftritt, wenn der Mond tief steht.

Ganz geklärt ist das Phänomen der Mondtäuschung noch nicht, betont auch die Nasa. Denn eine Sache kann die gängige Theorie nicht schlüssig erklären: Warum Astronaut:innen in der Erdumlaufbahn die Mond-Illusion ebenfalls sehen – obwohl sie keine Objekte haben, mit denen ihr Gehirn den Mond vergleichen könnte. „Es steckt also wahrscheinlich mehr dahinter“, heißt es bei der US-Raumfahrtorganisation Nasa. Doch an der fehlenden hieb- und stichfesten Erklärung sollte man sich nicht lange stören – dazu ist der Vollmond, der durch die Mondtäuschung riesig erscheint, einfach ein zu schöner Anblick. (tab)

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