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Seit 45 Jahren: Forschende rätseln über mysteriöses Signal aus dem Weltraum – und haben nun einen Verdacht

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Von: Tanja Banner

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Ein Forscher findet einen Hinweis darauf, aus welcher Gegend des Universums das mysteriöse „Wow!“-Signal stammen könnte. Im Verdacht: ein sonnenähnlicher Stern.

Frankfurt – Es ist eine der ältesten Fragen überhaupt: Sind wir Menschen alleine im Universum? Im Sommer 1977 schien es darauf eine Antwort zu geben: Nein. Das „Big Ear“-Radioteleskop der Ohio State University fing damals ein starkes und äußerst mysteriöses Signal aus dem Universum auf. Der Astronom Jerry R. Ehmann, der das Signal entdeckte, war so verblüfft, dass er auf einen Ausdruck des Signals „Wow!“ schrieb. Seitdem hat das Mysterium einen Namen: „Wow!“-Signal.

Bis heute konnte das Signal nie wieder eingefangen werden, niemand weiß, woher es stammt und was es damit auf sich hat. Theorien wie die, dass es von einem vorbeiziehenden Kometen stammte, wurden von der Forschungsgemeinschaft verworfen. Zahlreiche Forschende beschäftigen sich bis heute mit dem mysteriösen „Wow!“-Signal und nun hat einer von ihnen einen Lösungsansatz präsentiert: Der Amateur-Astronom Alberto Caballero, der das „Habitable Exoplanet Hunting Project“ koordiniert, bei dem Amateur- und Berufsastronom:innen gemeinsam nach möglicherweise bewohnbaren Exoplaneten Ausschau halten.

Mysteriöses „Wow!“-Signal: Stammt es von Außerirdischen? Herkunft ist ungeklärt

Caballero hat für seine Suche den Sternenkatalog genutzt, den die Esa-Mission „Gaia“ erstellt hat. Zwei Regionen des Weltalls „belauschte“ das „Big Ear“-Teleskop 1977 – in diesen Regionen suchte Caballero nun nach Sternen, die dem einzigen Stern ähneln, von dem wir sicher wissen, dass es in seiner Umlaufbahn Leben gibt: unsere Sonne. Caballero suchte also nach Sternen vom Typ G (gelbe Zwerge wie unsere Sonne) und K (orange Zwerge, ähnlich wie unsere Sonne).

Ist da draußen jemand? Seit 1977 das „Wow!“-Signal eingefangen wurde, beschäftigen sich Forschende damit. (Symbolbild)
Ist da draußen jemand? Seit 1977 das „Wow!“-Signal eingefangen wurde, beschäftigen sich Forschende damit. (Symbolbild) © imago/Dominik Kindermann

Und tatsächlich wurde Caballero fündig: Er entdeckte in den beiden Regionen insgesamt 66 Sterne der Typen G und K. Einer von ihnen, ein Stern mit dem komplizierten Namen 2MASS 19281982-2640123 ist der Sonne in Sachen Temperatur, Größe und Helligkeit sehr ähnlich. Er ist etwa 1800 Lichtjahre von der Erde entfernt und hat nun Caballeros Aufmerksamkeit erregt. „Es gibt ein Sonnenanalogon in der Region, aus der das Signal kommt, das am ehesten von Außerirdischen stammen könnte“, freut sich Caballero gegenüber dem Portal Inverse. Zwei weitere Sterne ähneln der Sonne in Bezug auf die Temperatur und die Helligkeit, 14 Sterne haben möglicherweise ähnliche Temperaturen, die Helligkeit ist jedoch unbekannt.

Amateur-Astronom findet Stern, der Ursprung des „Wow!“-Signals sein könnte

Jeder der 66 Sterne könnte für eine weitere Erforschung von Interesse sein. Sie seien „ideal, um nach Technosignaturen in der gesamten Region, aus der das ‚Wow!‘-Signal stammt, zu suchen“, schreibt Caballero. Technosignaturen sind technologische Anzeichen für intelligentes Leben – beispielsweise Funksignale, Licht, aber auch Chemikalien in der Atmosphäre, die durch Zivilisationen erzeugt werden.

Name2MASS 19281982-2640123
Entfernung zur Erde1800 Lichtjahre
Geschätzte Temperatur5783 Kelvin
Radius0,9965662 Sonnenradien
Helligkeit1,0007366-fache Helligkeit der Sonne

Kommt das „Wow!“-Signal von einem Stern, der unserer Sonne ähnelt?

Caballeros Forschungsergebnisse sind bereits seit 2020 bekannt, doch erst jetzt wurden sie – nach einer Prüfung durch Fachleute – im Fachblatt International Journal of Astrobiology veröffentlicht. Es bleibt abzuwarten, ob Caballeros Forschungsergebnisse weiteren Prüfungen standhalten oder – wie die Theorie, dass das „Wow!“-Signal von einem Kometen stammt – verworfen werden. Fest steht auf jeden Fall: Der Ursprung des Signals ist bis heute nicht geklärt – es könnte jedoch möglicherweise seine Herkunft gefunden worden sein. In einem nächsten Schritt müsste geklärt werden, ob um den Stern, den der Forscher verdächtigt, Exoplaneten kreisen.

20 Jahre nach der Entdeckung schrieb der Astronom Ehmann in einem Aufsatz, alle Möglichkeiten eines irdischen Ursprungs seien entweder ausgeschlossen worden oder unwahrscheinlich, wohingegen man einen außerirdischen Ursprung nicht habe ausschließen können. „Daraus muss ich schließen, dass eine außerirdische Intelligenz das Signal geschickt haben könnte“, schrieb er, um gleich darauf zu erklären: Als Wissenschaftler erwarte er natürlich weitere Signale, die von vielen Wissenschaftler:innen analysiert werden. „Deshalb muss ich erklären, dass die Herkunft des Wow-Signals immer noch eine offene Frage für mich ist“, so Ehmann weiter. (tab)

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