Korbacher Agentur sieht „stabile Lage“

Arbeitslosigkeit in Waldeck-Frankenberg ist im November leicht gestiegen

Agentur für Arbeit
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Einen leichten Anstieg der Arbeitslosigkeit in Waldeck-Frankenberg verzeichnet die Korbacher Agentur für Arbeit im November.

Einen leichten Anstieg der Arbeitslosigkeit in Waldeck-Frankenberg verzeichnet die Korbacher Agentur für Arbeit im November. Im gesamten Agenturbezirk ist die Zahl allerdings etwas gesunken.

Waldeck-Frankenberg – Eine „stabile Lage“ macht der Leiter der Korbacher Agentur, Uwe Kemper, auf dem heimischen Arbeitsmarkt aus. Im Kreis waren im November 2744 Menschen arbeitslos gemeldet. Das sind zwölf mehr als im Oktober, ein Plus von 0,4 Prozent. Aber es sind 605 weniger als vor einem Jahr, ein Minus 18,1 Prozent.

Der leichte Anstieg geht auf die Geschäftsstelle in Frankenberg zurück, die 28 Arbeitslose mehr meldet. Allerdings hat sie weiter die niedrigste Arbeitslosenquote im gesamten Agenturbezirk. Die Quote im Kreis und im Bezirk verharrt bei 3,1 Prozent, im Vorjahresmonat hatte sie bei 3,8 Prozent gelegen.

Die Lage in den drei Geschäftsstellen im Kreis

Blick auf die Lage in den drei Geschäftsstellen im Kreis: 

  • In Korbach mit Bad Wildungen waren im November 1339 Menschen ohne Arbeit gemeldet, sechs oder 0,4 Prozent weniger als im Oktober und 237 oder 15 Prozent weniger als vor einem Jahr. Die Quote sinkt um 0,1 Punkte auf 3,2 Prozent, im November 2020 lag sie um 0,6 Punkte höher.
  • Frankenberg verzeichnet 798 Arbeitslose, 28 oder 3,6 Prozent mehr als im Vormonat, aber 238 oder 23 Prozent weniger als im November 2020. Die Quote erhöht sich um 0,1 Punkte auf 2,8 Prozent – das ist aber weiterhin der niedrigste Wert im gesamten Agenturbezirk. Im November 2020 lag die Quote noch bei 3,6 Prozent.
  • In Bad Arolsen waren 607 Menschen auf Jobsuche, 10 oder 1,6 Prozent weniger als im Oktober und 130 oder 17,6 Prozent weniger als im November des Vorjahres. Die Quote liegt unverändert bei 3,5 Prozent, im November 2020 betrug sie 4,2 Prozent.

Weniger Arbeitslose im Bezirk

Im gesamten Bezirk der Agentur mit den beiden Kreisen Waldeck-Frankenberg und Schwalm-Eder waren 5777 Arbeitslosen gemeldet, 75 weniger als im Oktober und 1213 oder 17,4 Prozent weniger als vor einem Jahr. Die Arbeitslosenquote bleibt bei 3,1 Prozent, vor einem Jahr hatte sie bei 3,8 Prozent gelegen.

Bei den einzelnen Gruppen sei lediglich bei den Männern ein leichter Anstieg um 28 auf 3234 Arbeitslose zu beobachten, berichtet Kemper, bei allen anderen Gruppen seien die Zahlen rückläufig:

  • Frauen minus 103 auf 2543 Arbeitslose,
  • unter 25-Jährige minus 19 auf 524 Arbeitslose,
  • über 50-Jährige minus 34 auf 2258 Arbeitslose,
  • Ausländer minus 7 auf 1382 Arbeitslose.
  • Die Zahl der Langzeitarbeitslosen sinkt um 47 auf 1832 – es sind aber sieben mehr als vor einem Jahr.

Die Zahl der Empfänger von Arbeitslosengeld erhöht sich um 34 oder 1,3 Prozent auf 2562, in der Grundsicherung ist ein Rückgang um 109 oder 3,3 Prozent auf 3215 Bezieher zu verzeichnen. 

Corona-Zahlen bereiten Sorge

„Die Freude über den recht widerstandsfähigen Arbeitsmarkt“ im Bezirk werde durch die Sorge über die rasant steigenden Corona-Infektionszahlen getrübt, erklärt Kemper. Die Zahl der Jobsuchenden nehme in der kalten Jahreszeit ohnehin zu, hinzu kämen die zu erwartenden Auswirkungen der Pandemie. „Auch dürfen wir nicht vergessen, dass seit Beginn der Pandemie deren Folgen auf die Arbeitslosigkeit durch das Instrument der Kurzarbeit mit erleichterten Zugangsvoraussetzungen abgefedert werden.“

Der Umfang der Kurzarbeit lasse sich mit der Kurzarbeiterquote beschreiben, die den Anteil der Kurzarbeiter an den sozialversicherungspflichtig Beschäftigten darstellt. Im vorigen Winter wurde die höchste Quote mit 9,4 im Februar erreicht, im November 2020 lag sie bei 6,8.

Kurzarbeit wird weiterhin angezeigt

Im Agenturbezirk haben im November 19 Betriebe neu Kurzarbeit angezeigt, die bis zu 302 Beschäftigte betreffen kann. Im Oktober gab es 20 neue Anzeigen für maximal 626 Leute. Im November 2020 waren es 292 neue Anzeigen für bis zu 2724 Beschäftigte gewesen, im November 2019 – also vor der Pandemie – 11 Anzeigen für maximal 143 Beschäftigte.

Für die Abrechnung haben Betriebe drei Monate Zeit. Für die realisierte Kurzarbeit gibt es auf Agenturebene Hochrechnungen bis Juli, da haben insgesamt 3075 Beschäftigte in 563 Unternehmen kurzgearbeitet – im Juni waren es 883 Betriebe mit 5334 Beschäftigten.

Kurzarbeit im Kreis:

In Waldeck-Frankenberg gingen im November neun neue Kurzarbeits-Anzeigen für maximal 268 Leute ein, im Oktober waren es 13 neue Anzeigen für bis zu 593 Beschäftigte. Im November 2020 waren es 186 Anzeigen für bis zu 2106 Leute.

Nach den Hochrechnungen zur tatsächlich geleisteten Kurzarbeit bis Juni waren in Waldeck-Frankenberg 3354 Beschäftigte in 520 Betrieben in Kurzarbeit – im Mai waren es noch 4642 Mitarbeiter in 679 Unternehmen.

Etwas weniger offene Stellen im Kreis

Der Bestand an offenen Stellen geht im Kreis auch leicht zurück: um acht auf 2116 – gegenüber dem November 2020 ist das allerijgs immer noch ein Plus von 667 Jobs. Der Bestand im November 2019 lag bei 1737 Stellen.

Im gesamten Agenturbezirk ist Bestand hingegen leicht gestiegen, er liegt bei 3864 offenen Stellen – zwei mehr als im Oktober. Doch er liegt um 1256 Jobs über dem Vorjahreswert von 2608. Damit sind weiter deutlich mehr Stellen zu besetzen als vor der Pandemie – im November 2019 waren es 3040 Stellen.

Für die Stabilität des Arbeitsmarktes spricht für Kempers auch, dass in der Vergangenheit von Oktober auf November üblicherweise ein Rückgang beim Stellenbestand zu beobachten gewesen sei.

Dieser Artikel stammt aus der Waldeckischen Landeszeitung.

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