Kaum Einnahmen

Weihnachtsmärkte abgesagt: Corona-Krise setzt Schaustellern zu

Weihnachtsmarkt wegen Corona abgesagt: Die Schausteller Mandolina Thies und Kai-Uwe Thies sind froh, dass sie in diesen Tagen wenigstens mit ihrem Süßwaren-Stand in der Korbacher Fußgängerzone sein dürfen.
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Weihnachtsmarkt wegen Corona abgesagt: Die Schausteller Mandolina Thies und Kai-Uwe Thies sind froh, dass sie in diesen Tagen wenigstens mit ihrem Süßwaren-Stand in der Korbacher Fußgängerzone sein dürfen.

Wegen der akuten Corona-Lage werden reihenweise Weihnachtsmärkten in Nordhessen abgesagt. Das sorgt für Frust und finanzielle Not bei Schaustellern.

Korbach – Das Schaustellergewerbe hatte seine Hoffnungen auf die Weihnachtsmärkte gesetzt. Doch diese sind in Waldeck-Frankenberg wegen der akuten Corona-Situation abgesagt worden.

„Die Stimmung in der Branche ist angespannt“, sagen die Standbetreiber Mandolina und Kai-Uwe Thies aus Volkmarsen. Ständig gebe es Absagen von Märkten wie etwa dem Weihnachtsmarkt in Bad Arolsen, wo sie an diesem Wochenende mit ihrem Süßwarenstand gewesen wären.

Weihnachtsmärkte wegen Corona abgesagt - Standbetreiber sind verzweifelt

„Jeder kratzt dem anderen das Auge aus“, sagt Kai-Uwe Thies mit Blick auf die Konkurrenz. Denn um die wenigen Plätze für Schausteller sei ein harter Wettbewerb entstanden. Die Familie lebt von den Einnahmen, die sie auf Märkten erzielen. Doch diese lägen dieses Jahr bei weniger als 30 Prozent im Vergleich zu vor der Pandemie.

Der Schausteller Dennis Ruppert aus Bad Wildungen spricht sogar von weniger als 20 Prozent Umsatz. Er hat kein Verständnis für die Entscheidung der Städte, kleinere Weihnachtsmärkte abzusagen. „An der frischen Luft ist es laut Forschern extrem unwahrscheinlich, dass sich Menschen infizieren“, sagt er. Das ganze Jahr – auch der Sommer – waren geprägt von Einschränkungen für das Gewerbe. Ob kleine Kirmessen oder große Volksfeste – die allermeisten Veranstaltungen in Waldeck-Frankenberg fanden nicht statt.

Corona in Nordhessen: Absage von Weihnachtsmärkten setzt Schaustellern zu

Dennis Ruppert ärgert dies vor allem, wenn er in andere Länder blickt, wo „normale Volksfeste gefeiert wurden“. Die Überbrückungshilfen nützen größeren Betrieben wie seinem insofern, als dass bei Ausfällen aufgrund der Corona-Einschränkungen die Betriebskosten teilweise erstattet werden. Doch das helfe den kleinen Betrieben wenig, wie etwa der Schaustellerfamilie Thies, die keine laufenden Kosten hat. „Wir konnten nichts geltend machen“, sagt Kai-Uwe Thies.

„Die staatlichen Hilfen haben gegriffen“, sagt zwar Dennis Ruppert. Aber als Mitglied im Vorstand des Schaustellerverbandes Kassel/Göttingen kennt er einige, die bereits aufgegeben haben. Er spricht auch für seine Kollegen: „Wir wollen nicht auf staatliche Hilfe hoffen. Wir wollen unser Geld selbst verdienen.“

Weihnachtsmärkte und Veranstaltungen abgesagt - Corona bringt Zirkusfamilie in Not

Auch der Zirkus Barelli ist wieder in einer Notlage: Keine Vorstellungen, keine Einnahmen, kein Geld für Futter. Die Einschränkungen aufgrund von Corona bringen für den Zirkus Barelli einen steten Kampf ums Überleben mit sich. Nun ist die Lage laut der Zirkusfamilie wieder bedrohlich. Das Geld fürs Futter für die Tiere geht ihnen aus. Ihr Winterzirkus in Marburg musste abgesagt werden. Das bringe sie in eine neue Notlage. „So schlimm wie jetzt war es noch nie.“

Spenden für Zirkus Barelli

Spendenkonto: Ramona Spindler

Sparkasse Waldeck-Frankenberg

IBAN: DE 1052 3500 0500 0089 0939

Schon seit März 2020 ist der Zirkus im „Winterquartier“ auf dem Gelände der ehemaligen Betonfabrik Pfeiffer in Ernsthausen. Zwischenzeitig gab es Vorstellungen in verschiedenen Orten. Nun sind aber keine Einnahmen mehr in Sicht. „Wir wissen gar nicht, wie wir den langen Winter überstehen sollen. Wir müssen Miete, Wasser, Strom, Gas und Tierfutter bezahlen.“ Die Zirkusfamilie ist dankbar für jede Unterstützung, die sie in den fast zwei Jahren erhalten hat. Und sie bittet erneut eindringlich um Spenden, um die 40 Tiere versorgen zu können. (Stefanie Rösner)

Der Landkreis hat aufgrund der hohen Corona-Infektionszahlen in Waldeck-Frankenberg dazu aufgerufen, alle Weihnachtsmärkte und Veranstaltungen abzusagen. Jedoch halten Aerosolforscher die Corona-bedingten Absagen von Weihnachtsmärkten für falsch.

Dieser Artikel stammt aus der Waldeckischen Landeszeitung.

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