Impfzentrum geschlossen, aber keine erhöhte Nachfrage bei Hausärzten

Waldeck-Frankenberg: Impfquote steigt kaum noch

ARCHIV - 02.09.2021, Berlin: Eine Arzthelferin zieht in einer Praxis einer Hausärztin eine Spritze mit dem Corona-Impfstoff Janssen von Johnson & Johnson gegen das Corona-Virus auf. Wer mit dem Corona-Impfstoff von Johnson & Johnson geimpft wurde, sollte laut der Ständigen Impfkommission (Stiko) eine zusätzliche mRNA-Impfstoffdosis für einen besseren Schutz erhalten. (zu dpa „Impfkommission: Impfschutz bei Johnson & Johnson "ungenügend"“)
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Seit zwei Wochen ist das Impfzentrum in Korbach geschlossen – einen Anstieg von Corona-Impfungen in Hausarztpraxen ist damit aber nicht verbunden.

Seit zwei Wochen ist das Impfzentrum in Korbach geschlossen – einen Anstieg von Corona-Impfungen in Hausarztpraxen ist damit aber nicht verbunden. Dies ergab eine Umfrage unserer Zeitung bei einigen Allgemeinmedizinern in Waldeck-Frankenberg.

Waldeck-Frankenberg – Im Landkreis steigt die Impfquote seit Wochen nur noch leicht an und liegt kontinuierlich unter 70 Prozent – aktuell sind 67,9 Prozent der Menschen erst- und 66,7 Prozent vollständig geimpft. In Hessen haben 68,4 Prozent der Impfberechtigten die erste Dosis erhalten, 64,5 Prozent sind vollständig immunisiert (Stand 12. Oktober). Deutschlandweit sehen die Zahlen ähnlich aus.

„Die Schließung haben wir nicht gemerkt bei der Nachfrage nach Impfungen. Impfmüdigkeit beobachten wir selten, aber Impfgegner mit teilweise abstrusen Thesen gegen das Impfen oder eine Ablehnung der aktuellen Impfstoffe bei einigen Minderheiten gibt es leider auch bei uns“, sagt Dr. Dirk Bender. Der Willinger Hausarzt ist auch Vorsitzender des Hausärzteverbandes/Bezirk Waldeck. Er berichtet, dass es in seiner Praxis ausreichend Corona-Impfstoff gebe. „Wir impfen vor allem mit Biontech“, sagt Dr. Bender. Höchstens sechs Tage müssten Impfwillige auf einen Termin warten. Immunisiert würden auch Personen, die nicht zum Patientenstamm gehörten.

„Eine Nachfrage bei meinen hausärztlichen Kollegen in den vergangenen Tagen wurde von den meisten zudem positiv beantwortet, vier von fünf Hausärzten im Landkreis impfen auch weiter gegen Corona“, berichtet der Hausarzt. Was die dritte Corona-Impfung – die so genannte Booster-Immunisierung – betrifft, sagt Dr. Bender: „Unser Seniorenheim ist seit zwei Wochen geboostert, wir halten Drittimpfungen oder auch Boosterimpfungen für sinnvoll und folgen hier der Empfehlung der Ständigen Impfkommission.“ .

„Alle die, die wollten, sind geimpft. Diejenigen, die nicht wollen, sind in den meisten Fällen auch nicht umzustimmen“, sagt Dr. Frank Uffelmann aus Gemünden. Die Schließung des Impfzentrums trage daher auch nicht zu einem Anstieg bei den Corona-Impfungen in seiner Praxis bei. „Wir haben bislang circa 1500 Menschen zweimal geimpft. Wie viele unserer Patienten in den Impfzentren geimpft wurden, wissen wir natürlich nicht. Aktuell impfen wir etwa 50 Menschen pro Woche“, so Uffelmann.

Von Philipp Daum

Dieser Artikel stammt aus der Waldeckischen Landeszeitung.
Dieser Artikel stammt aus der Waldeckischen Landeszeitung.

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