Schulstart nach den Weihnachtsferien: Weiterhin Präsenzunterricht 

Waldeck-Frankenberg: Hohe Impfquoten bei Lehrern

Mehr als 30 bunte Eimer, gefüllt mit allem, was für Corona-Tests nötig ist: Schulleiter Markus Wagener kniet neben den Eimern – nur fürs
+
Mehr als 30 bunte Eimer, gefüllt mit allem, was für Corona-Tests nötig ist: Schulleiter Markus Wagener kniet neben den Eimern – nur fürs

Die Weihnachtsferien sind vorbei, heute beginnt für alle Schüler in Hessen der Unterricht wieder. In Sachen Corona sei man gut vorbereitet, viele Maßnahmen hätten sich längst eingespielt, sagen Schulleiter im Landkreis.

Waldeck-Frankenberg - „Schulen sind die größten Testcenter“, sagt Markus Wagener, Leiter der Christian-Rauch-Schule in Bad Arolsen. 850 Schüler hat das Gymnasium, drei Mal pro Woche werde jeder getestet. „Das macht mehr als 10 000 Tests im Monat.“, Und das koste vor allem eines: Zeit. Er sei ein Fan des Testens, sagt Wagener. „Sie sind unumgänglich und bieten Sicherheit.“ Aber die Zeit knapse man vom Unterricht ab. Pro Woche und Klasse gehe eine Doppelstunde dabei drauf. Wie man das kompensieren solle, frage er sich. „Wir bräuchten dringend Zeit“, sagt er.

Insgesamt setzt der Schulleiter nicht nur auf Hygienemaßnahmen, sondern immer wieder auch auf Aufklärung. Doch nicht nur Infos sollten möglichst breit gestreut werden. Denn das gilt für ihn auch beim Impfen: Die Quoten sollen steigen, auch bei den Schülern, deshalb gibt es von CRS und Kaulbachschule in den nächsten Wochen gleich zwei Impfaktionen.

Die Grundschule an der Marker Breite in Korbach setzt auch weiterhin beispielsweise auf versetzte Pausenzeiten und Schulanfänge, sagt Dirk Osthöver. „Für die Kinder ist das nichts Neues.“ Sorgen mache er sich auch um die Lehrer, die würden oft nicht bedacht während der Pandemie, dabei hätten sie zahllose Kontakte.

Auch Thilo Hartmann von der Lehrergewerkschaft GEW in Hessen blickt auf seine Kollegen: Wegen der Ausbreitung der Omikron-Variante befürchtet er massive Auswirkungen auf den Schulbetrieb. Folge könnten immer mehr krankheits- oder quarantänebedingt fehlende Lehrkräfte und Schüler bis hin zur vollständigen Schließung einzelner Schulen sein.

Dass die möglichst geöffnet bleiben sollten, ist auch Wagener und Osthöver wichtig. „Kinder brauchen Struktur im Alltag“, sagt der Grundschulleiter. Das sei auch für die Eltern wichtig. Und die Schule sei nicht nur ein Ort zum Lernen, sondern auch des sozialen Miteinanders, sagt Wagener.

Er hofft, dass Schüler Zuhause bleiben, wenn sie zum Beispiel erkältet sind, und dass die Quarantäne nicht wesentlich verkürzt werde. Es habe schon Fälle gegeben, in denen es zu Infektionen gekommen sei, weil Schüler zu früh wieder zum Unterricht gekommen seien. Das solle nicht wieder passieren. „Wir wollen das Virus heraushalten aus den Schulen.“

Trotz Omikron und steigender Infektionszahlen halte man am Präsenzunterricht fest, sagte Hessens Kultusminister Alexander Lorz. Damit der Unterricht sicher sei, werde es weiter die „bewährten strengen Schutz- und Hygienemaßnahmen“ geben.

Die Impfquote bei Lehrern betrage in Hessen laut Lorz 95 Prozent. An der Marker-Breite-Schule in Korbach beispielsweise liegt sie bei 100 Prozent, sagt Schulleiter Dirk Osthöver. „Alle sind auch bereits geboostert.“ Dennoch sei man in den ersten Tagen nach den Ferien vorsichtig. Auch weil er noch nicht wisse, wie viele seiner Grundschüler nun geimpft seien. Seit Mitte Dezember ist es möglich, dass bereits Kinder ab fünf Jahren die Corona-Schutzimpfung bekommen können.

An der Bad Arolser Christian-Rauch-Schule seien alle Lehrer vollständig geimpft, sagt Schulleiter Markus Wagener, einzelne Klassen ebenso. Um die Quote weiter zu erhöhen, werde es mit der benachbarten Kaulbachschule und einer hiesigen Arztpraxis mehrere Impfangebote in den nächsten Wochen geben.

Mit einem „sehr positiven Gefühl“ geht Marcel Himmelmann, Leiter der Burgwaldschule in Frankenberg, in die anstehende Zeit. „Ich fürchte keine drastischen Erhöhungen der Infektionszahlen“, sagt er. Das Hygienekonzept sei bekannt, die Lehrer zu 95 Prozent geimpft und auch bereits „einige Schüler“.

Monate der Schulschließungen hatten gezeigt, dass vor allem die Digitalisierung an Schulen vorangetrieben werden muss. Doch da hakt es nach Meinung einiger Schulleiter. So gibt es an der Marker-Breite-Schule lediglich 16 Tablets für 160 Schüler, weitere Ausstattung wie Monitore soll es erst 2024 geben. „Die Enttäuschung bei den Kollegen darüber ist groß“, sagt Dirk Osthöver. In Sachen Ausstattung muss die Burgwaldschule sogar noch ein Jahr länger warten.

Von Julia Janzen

Dieser Artikel stammt aus der Waldeckischen Landeszeitung.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren:
Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.