Jürgen van der Horst hat Büro im Kreishaus bezogen

Erster Arbeitstag für neuen Landrat von Waldeck-Frankenberg

Neuer Arbeitsplatz für mindestens sechs Jahre: Für Jürgen van der Horst begann am gestrigen Montag offiziell seine Amtszeit als Landrat von Waldeck-Frankenberg.
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Neuer Arbeitsplatz für mindestens sechs Jahre: Für Jürgen van der Horst begann am gestrigen Montag offiziell seine Amtszeit als Landrat von Waldeck-Frankenberg.

Auf seinen neuen, höhenverstellbaren Schreibtisch muss Jürgen van der Horst noch warten. Solange wird der neue Landrat im schwarzen Chefsessel Platz nehmen müssen.

Dass er lieber im Stehen arbeitet, kennt man aus seiner vorherigen Tätigkeit als Arolser Bürgermeister. „Das wird auch hier im Kreishaus wieder so sein. Wann genau, ist noch offen. Der Schreibtisch ist bestellt, aber in Corona-Zeiten weiß man nie, wann geliefert wird“, sagt der 54-Jährige.

Der Montag, 3. Januar, ist für van der Horst der erste, offizielle Arbeitstag im neuen Amt. Ende September 2021 hatte er die Landratswahl gegen Dr. Reinhard Kubat mit 51,12 Prozent der abgegebenen Stimmen für sich entschieden. Bereits kurz nach der Wahl folgte die Einarbeitung. „Das ist alles sehr professionell angelaufen. Mit dem Ersten Kreisbeigeordneten Karl-Friedrich Frese hat es feste Termine gegeben, und auch mit Dr. Kubat fanden viele gemeinsame Gespräche statt“, berichtet er.

Aktuell gehe es darum, die Arbeitsfähigkeit der Kreisverwaltung weiterhin sicherzustellen. „Uns beschäftigt hierbei konkret die Frage, wie wir in der Verwaltung zukünftig mit der Politik kommunizieren und wie wir Entscheidungsprozesse strukturieren.“ Klar sei, dass es bei größeren Projekten – dazu gehöre beispielsweise die Zukunft des Schlachthofes in Mengeringhausen oder der Neubau der Technischen Hochschule Mittelhessen in Frankenberg – keinen zeitlichen Bruch geben werde. Außerdem stehe bereits die neue Dezernatsverteilung im Kreisausschuss. „Das ist jetzt zu Beginn eine der primären Aufgaben des Landrats“, sagt Jürgen van der Horst.

Er habe sich mit Blick auf den neuen Dezernatszuschnitt „kollegial“ mit dem Ersten Kreisbeigeordneten Karl-Friedrich Frese abgestimmt. Die Öffentlichkeit werde darüber demnächst informiert. Auf die Frage, ob es große Veränderungen geben werde, sagt der Landrat: „Fakt ist, dass sich die Themen, die im Wahlkampf eine wesentliche Rolle gespielt haben, in der Dezernatsverteilung widerspiegeln. Die Bereiche Bildung, Klima und Naturschutz werden deshalb auch weiterhin in der Verantwortung des Landrats verbleiben.“ Einen weiteren hauptamtlichen Kreisbeigeordneten neben Karl-Friedrich Frese wird es laut van der Horst nicht geben. „Ich werde das nicht vorschlagen und auch nicht erwarten wollen, dass die Kreistagsfraktionen dieses Thema auf die Tagesordnung setzen.“ Zwar schließe er mit Blick in die Zukunft einen zusätzlichen hauptamtlichen Kreisbeigeordneten nicht kategorisch aus. Aktuell sehe er dafür aber keinen Bedarf.

Wer Jürgen van der Horst an seinem ersten Arbeitstag begleitet, muss schnell unterwegs sein. Der 54-Jährige wirkt wie jemand, der keine Zeit verlieren will, um Dinge voranzutreiben. Nachdem er am Montagmorgen um 7.15 Uhr seinen Schlüssel in der Arolser Stadtverwaltung abgegeben und noch einige Dinge geregelt habe, sei er nach Korbach gefahren. „Das war schon ein komisches Gefühl. Wenn man sich nach dreizehneinhalb Jahren endgültig verabschiedet, ist das ein ungewöhnlicher Moment“, berichtet der ehemalige Arolser Bürgermeister. Im Kreishaus sei er später von seinem engeren Team „gut begrüßt und warm aufgenommen“ worden. In den kommenden Wochen werde er sich auch noch persönlich oder aufgrund der Corona-Situation per Video-Schaltungen offiziell in den verschiedenen Fachdiensten und Abteilungen vorstellen.

ZUR PERSON

Jürgen van der Horst (54) ist gebürtiger Korbacher und lebte lange Zeit in Meineringhausen. Seit 2008 war der Diplomverwaltungsfachwirt, der auch den Abschluss „Master of Public Administration“ besitzt, Bürgermeister in Bad Arolsen.

Zuvor war er Mitarbeiter der Kreisverwaltung und dort zuständig für Kommunalaufsicht, Allgemeine Rechtsgrundlagen und Ausländerrecht. Van der Horst, der hobbymäßig auch mal als Sportschütze unterwegs ist, lebt in Arolsen-Massenhausen. Er ist verheiratet und Vater von drei Kindern.

Dieser Artikel stammt aus der Waldeckischen Landeszeitung.

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