Neue Corona-Regel

So läuft der Einkauf mit 2G: Waldeck-Frankenbergs Einzelhändler ziehen erste Bilanz

„Die Nachweiskontrolle funktioniert überwiegend reibungslos“, sagt Harald Henkel. Mitarbeiterin Ulrike Dämmer scannt die Impfpässe und gleicht die Daten mit Personalausweis oder Führerschein ab.
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„Die Nachweiskontrolle funktioniert überwiegend reibungslos“, sagt Harald Henkel. Mitarbeiterin Ulrike Dämmer scannt die Impfpässe und gleicht die Daten mit Personalausweis oder Führerschein ab.

Seit dieser Woche dürfen nur noch Geimpfte und Genesene die Geschäfte des Einzelhandels betreten. Die 2G-Regel stellt die Einzelhändler in Waldeck-Frankenberg vor neue Herausforderungen. Sie müssen Mitarbeiter abstellen, um die Nachweise der Kunden zu kontrollieren. Und Ungeimpfte fallen als Kunden weg.

Waldeck-Frankenberg – „Die Ungleichbehandlungen gehen in die nächste Runde“, lautet die Einschätzung von André Kreisz, dem Vorsitzenden des kaufmännischen Vereins in Frankenberg. „Der Wahlkampf hatte Vorrang vor allen pandemisch anstehenden Maßnahmen“, kritisiert er die Politik der vergangenen Wochen. „Im Ergebnis werden wieder dieselben bestraft.“

„Es ist unsicher, wie der Geschäftsverlauf in den nächsten Wochen sein wird“, sagt Jürgen Kettschau vom Sportfachgeschäft Kettschau in Korbach und Frankenberg. „Ich weiß nicht, was in den Köpfen der Kunden hängen bleibt.“ Vor dem Betreten des Geschäftes muss jeder Kunde nachweisen, dass er geimpft oder genesen ist. Die meisten zeigen den Nachweis auf dem Handy vor. „Die Menschen sind vorbereitet“, sagt Jürgen Kettschau nach den ersten Erfahrungen. Die meisten Kunden seien über die neuen Vorgaben informiert und akzeptierten die Kontrollen. Dafür müssen aber Mitarbeiter abgestellt werden.

„Eine Person fehlt bei uns dadurch im Verkauf“, sagt Harald Henkel vom Fachgeschäft Henkel in Korbach. Vom Einzelhandelsverband habe es klare Anweisungen für die Kontrollen gegeben. Ein Mitarbeiter scannt die QR-Codes der Impfnachweise und gleicht die Daten mit Personalausweis oder Führerschein ab. „Nun ist alles hektischer und aufwendiger“, sagt Henkel. Doch er sei positiv überrascht, dass seine Kunden das offensichtlich nicht davon abhalte, einkaufen zu gehen. „Ich hatte mit weniger gerechnet.“ Die Nachweiskontrolle funktioniere überwiegend reibungslos. „In wenigen Fällen muss noch gekramt werden.“

„Eine Prognose zum Start für das gesamte Weihnachtsgeschäft zu treffen, ist sicher schwierig“, sagt André Kreisz. „Mein Tipp: Jetzt einkaufen! Wer weiß, ob wir über Weihnachten ganz schließen müssen.“

Seit dem 5. Dezember dürfen nur noch Geimpfte und Genesene Einzelhandelsgeschäfte betreten. Ausgenommen sind Geschäfte der Grundversorgung wie Supermärkte und Drogerien. Der Handelsverband Hessen betont, dass der Handel bewiesen habe, dass er die Masken- und Abstandspflicht umsetze und kein Infektionstreiber sei. Nun zahle der Einzelhandel aber dafür, dass die Politik es versäumt habe, rechtzeitig mehr Menschen vom Impfen zu überzeugen. (Stefanie Rösner und Hannah Köllen)

Dieser Artikel stammt aus der Waldeckischen Landeszeitung.

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