Bilanz der Landwirte

Bauern im Landkreis blicken auf ihre Ernte: Weniger Erträge, hohe Preise

Junger Landwirt Sönke Jäger aus Strothe beim Erntegespräch mit den Kreisbauernverbänden, hier mit Weizen aus diesem Jahr
+
Stellt sich den Herausforderungen in der Landwirtschaft: Sönke Jäger, junger Landwirt aus Strothe, zeigt einen Teil seines frischen Weizens.

Der Raps zu schlecht, der Weizen zu spät, der Mais zu schwach. Die Ernte fällt in diesem Jahr unterdurchschnittlich aus, berichten die Kreisbauernverbände Waldeck und Frankenberg.

Waldeck-Frankenberg – Beim Erntegespräch auf dem Redhof der Familie Jäger in Strothe wurde deutlich, dass die guten Erwartungen, die sich nach dem Winter einstellten, kaum erfüllt worden sind.

Wie so oft hat das Wetter den Bauern einen Strich durch die Rechnung gemacht. „Frostige Nächte im April und viele große Niederschläge“ im Sommer zählen die Landwirte zu den Ursachen, weshalb die Erträge bei Raps und Getreide nicht so hoch waren wie gewünscht.

Doch nicht auszudenken, wenn dieses Jahr wieder so trocken gewesen wäre wie die vergangenen drei, gab Karsten Schmal aus Sachsenhausen zu bedenken, der Präsident des Hessischen Bauernverbandes. „Die Feuchtigkeit tut den Böden gut.“ Doch noch immer ist nicht alles Getreide gedroschen worden.

Getreide oft zu feucht

Rund zehn Prozent der Frucht stehe noch auf den Feldern, vor allem im Raum Upland und Diemelsee ist das Getreide dieses Jahr spät reif beziehungsweise nicht trocken genug, um geerntet werden zu können. Die Körner müssten meist nachgetrocknet werden, was für Landwirte zusätzlichen Aufwand und Kosten bedeute.

Neben der Witterung würde auch die Düngemittelverordnung dazu beitragen, dass Erträge sinken, meint Heiko Kieweg, Vorsitzender des Kreisbauernverbandes Waldeck. Regulierung und anhaltend schlechte Preise für Milch und für Schweinefleisch würde den Bauern zusetzen. Schweinehalter wie der 28-jährige Sönke Jäger verdienen zurzeit nichts an ihren Mastschweinen.

Im Gegenteil müsse er drauf zahlen, sagt Sönke Jäger, weshalb er weniger Ferkel einkauft und das Getreide, was ursprünglich als Futter gedacht war, verkauft. Denn die Preise für Getreide seien derzeit wegen Knappheit so hoch wie selten zuvor, erklärt Heiko Kieweg. Davon würden die Ackerbauern wiederum profitieren.

Trotzdem sind sie mit der Qualität dieses Jahr nicht zufrieden. Die Körner hätten sich wegen zu geringer Größe und fehlendem Eiweißgehalt kaum als Backgetreide geeignet. „Das landet dann im Futtertrog“. (Stefanie Rösner)

Dieser Artikel stammt aus der Waldeckischen Landeszeitung.
Dieser Artikel stammt aus der Waldeckischen Landeszeitung.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren:
Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.