Das plant der neue Landrat Jürgen van der Horst

Erhalt des Kreiskrankenhauses mit Investitionen und konkretem Finanzplan

Kreiskrankenhaus in Frankenberg: Landrat Jürgen van der Horst hält Bürgschaften für Millionen-Kredite für wichtig, um das operative Geschäft zu sichern. Langfristig soll sich das Kreiskrankenhaus aber von selbst tragen.
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Kreiskrankenhaus in Frankenberg: Landrat Jürgen van der Horst hält Bürgschaften für Millionen-Kredite für wichtig, um das operative Geschäft zu sichern. Langfristig soll sich das Kreiskrankenhaus aber von selbst tragen.

Seit 2006 hat der Kreistag mehrere Finanzspritzen für das Kreiskrankenhaus in Frankenberg bewilligt – im Dezember 2021 übernahm der Landkreis zuletzt eine weitere Ausfallbürgschaft in Höhe von drei Millionen Euro für kurzfristige Kredite (wir berichteten).

Damit steht der Kreditrahmen mittlerweile bei 13 Millionen Euro.

Dass diese finanzielle Unterstützung für die Kreisklinik notwendig war, machte auch der neue Landrat Jürgen van der Horst im Gespräch mit unserer Zeitung am Montag dieser Woche deutlich. Allerdings sind für ihn – langfristig gesehen – weitere Bürgschaften des Landkreises für Millionen-Kredite kein Automatismus.

„Der Landkreis hat mit seinen Bürgschaften nichts anderes getan, als das operative Geschäft des Kreiskrankenhauses gesichert. Das war gut und richtig. Doch an die Strukturen sind wir bislang noch nicht herangegangen“, sagt van der Horst. Hierbei gehe es unter anderem um die Frage, was genau die Angebote in der Kreisklinik seien, die den Betrieb wirtschaftlich tragfähig machten. „Wir müssen schauen, wie wir das Thema strukturelles Defizit angehen können. Darüber hinaus spielen die Bereiche Brandschutz und Investitionsstau eine Rolle. Das gehört alles zusammengeführt, um letztlich einen konkreten Plan zu entwickeln, wie wir die Strukturen im Kreiskrankenhaus verändern können.“

Jürgen van der Horst, Landrat in Waldeck-Frankenberg

Um das zu erreichen, sei ein mühsamer Weg zu gehen. Das passiere nicht von heute auf morgen und werde auch Ressourcen des Landkreises notwendig machen. Ziel sei es aber, das Kreiskrankenhaus zukunftsfähig zu machen, indem es sich selbst trage.

Eine wichtige Rolle spielen laut van der Horst hierbei Investitionen in die Kreisklinik. „Aktuell ist es noch so, dass sich das Land weitgehend aus der Finanzierung von Investitionen in Krankenhäuser zurückgezogen hat. Da findet hoffentlich jetzt ein Umdenken statt. Ich habe außerdem mit Blick auf die bundespolitische Ebene wahrgenommen, dass die Sicherung der Gesundheitsstandorte ein zentrales Thema in den Koalitionsverhandlungen gewesen sein soll“, sagt der Landrat. Er gehe deshalb davon aus, dass auch für Kliniken wie dem Kreiskrankenhaus in Zukunft finanzielle Unterstützungen bei Investitionstätigkeiten zu erwarten seien. „Dafür gibt es zwar noch keine rechtlichen Grundlagen, da diese von den Kostenträgern und Krankenkassen noch übersetzt werden müssen. Aber das Ganze ist bereits in der politischen Debatte, und da müssen wir mit einem entsprechenden Konzept für das Kreiskrankenhaus früh dran sein“, sagt van der Horst.

Der gemeinsame politische Konsens sei es schließlich, die Klinik zu erhalten. Fusionsabsichten seien nicht mehr zielführend, eine Untersuchung mit diesem Ergebnis habe bereits stattgefunden. Auch die Entwicklung von strategischen Partnerschaften mit anderen Gesundheitsträgern hätten sich in der Vergangenheit nicht als Erfolgsmodelle entwickelt. Das Marktklima gebe dies aktuell auch nicht her. „Also müssen wir uns selbst kümmern“, betont der Landrat.

Dieser Artikel stammt aus der Waldeckischen Landeszeitung.

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