Agentur sieht saisonale Gründe

Zahl der Arbeitslosen im Kreis ist im Dezember leicht gestiegen

Ein Mann läuft vor der Agentur für Arbeit lang.
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Die Zahl der Arbeitslosen in Waldeck-Frankenberg ist im Dezember saisonbedingt leicht gestiegen.

Die Zahl der Arbeitslosen im Kreis ist im Dezember auf 2806 gestiegen. Das sind 62 oder 2,3 Prozent mehr als im November, aber 622 oder 18,1 Prozent weniger als vor einem Jahr.

Waldeck-Frankenberg – Dieser „moderate Anstieg“ liege auch im Vergleich zu den Vorjahren in einem „völlig normalen Rahmen“ und sei saisonal bedingt, erklärte der im Leiter der Korbacher Agentur für Arbeit, Uwe Kemper: Im Winter fallen einige Arbeiten im Freien weg. Die Arbeitslosenquote steigt um 0,1 Punkte auf 3,2 Prozent – im Vorjahr hatte sie bei 3,9 gelegen.

Blick auf die Lage in den drei Geschäftsstellen:

Blick auf die Lage in den drei Geschäftsstellen im Kreis:

  • In Korbach mit Bad Wildungen waren im Dezember 1367 Menschen ohne Arbeit gemeldet, 37 oder 2,8 Prozent mehr als im November und 209 oder 13,2 Prozent weniger als vor einem Jahr. Die Quote erhöht sich um 0,1 Punkte auf 3,3 Prozent.
  • Frankenberg verzeichnet 796 Arbeitslose, zwei oder 0,3 Prozent weniger als im Vormonat und 278 oder 25,9 Prozent weniger als im Dezember 2020. Die Quote liegt unverändert bei 2,8 Prozent – das ist weiter die beste Quote im gesamten Bezirk.
  • In Bad Arolsen waren 634 Menschen auf Jobsuche, 27 oder 4,4 Prozent mehr als im November und 135 oder 17,6 Prozent weniger als im Dezember 2020. Die Quote steigt um 0,1 Punkte auf 3,6 Prozent.

Zahlen des Agenturbezirks

Im gesamten Agenturbezirk mit den beiden Kreisen Waldeck-Frankenberg und Schwalm-Eder waren 5960 Arbeitslose gemeldet, 183 oder 3,2 Prozent mehr als im November. Die Quote im Agenturbezirk steigt ebenfalls von 3,1 auf 3,2 Prozent – im Dezember vor einem Jahr hatte sie bei 4,4 Prozent gelegen: Da waren 7081 Menschen arbeitslos, 15,8 Prozent mehr.

Dieser Rückgang sei eine „sehr positive Entwicklung“, sagte Kemper. Der Bezirk liege wieder auf dem Niveau des Vor-Corona-Jahres 2018. „Das zeigt die wirtschaftliche Stärke der Region.“

Mehr Männer arbeitslos

Bei den einzelnen Gruppen der Arbeitslosen ist ein Anstieg bei den Männern um 5,7 Prozent und bei den Älteren um 3,4 Prozent zu beobachten. Ein Grund: die Wintersaison. Bei den Frauen und Ausländern stagnierten die Zahlen, berichtete Kemper.

Bei den Jüngeren unter 24 Jahren sei ein leichter Rückgang zu verzeichnen – mit 526 Betroffenen sei der niedrigste Wert seit 2015 erreicht.

Einen Zuwachs an Arbeitslosen verzeichnet vor allem die Agentur: Die Zahl der Empfänger von Arbeitslosengeld stieg um 171 auf 2733, ein Plus von 6,7 Prozent. Die beiden Jobcenter im Bezirk registrierten nur zwölf Bezieher von Grundsicherung mehr, ein Plus von 0,4 Prozent. Es sind derzeit 3227 Betroffene.

Weniger Langzeitarbeitslose

Positiv sei, dass der stetige Aufbau der Langzeitarbeitslosigkeit gestoppt sei: Seit Mai sinken die Zahlen wieder. Im Dezember sei erstmals seit längerem auch ein niedriger Wert als im Vorjahr zu verzeichnen. 1803 Langzeitarbeitslose waren im Dezember gemeldet, 29 weniger als im November und 53 weniger als im Dezember 2020. Allerdings machen sie weiter 30,3 Prozent aller Arbeitslosen aus.

Kurzarbeit weiter genutzt

50 neue Kurzarbeits-Anzeigen gingen in Waldeck-Frankenberg ein, die für maximal 651 Beschäftige gelten. Im gesamten Agenturbezirk waren es neue Meldungen von 72 Betriebe mit bis zu 778 betroffenen Mitarbeitern. 

Offene Stellen

Der Bestand an offenen Stellen im Agenturbezirk ist gegenüber dem November um 102 auf 3762 Jobangebote zurückgegangen. Es sind aber 1246 Stellen mehr als vor einem Jahr, ein Plus um 49,5 Prozent.

 Damit sei die „kritische Marke“ von 3000 offenen Stellen weiter überschritten, sagte Kemper. Gerade das Handwerk, Heil- und Hilfsberufe und deie Gastronomie seien betroffen.

Auch der Vergleich mit dem Dezember 2019 vor der Pandemie ergebe ein ausgeprägtes Plus, sgate Kemper: Damals waren 2794 offene Stellen gemeldet, 968 weniger als in diesem Jahr. 

Dieser Artikel stammt aus der Waldeckischen Landeszeitung.

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