25-Jährige ist Turnwartin beim TV Marienhagen

Vereine am Leben erhalten: Für Marleen Krummel hat das Ehrenamt Zukunft

Engagiert im TV Marienhagen: Marleen Krummel ist Turnwartin des TVM und trainiert jugendliche Sportlerinnen und Sportler.
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Engagiert im TV Marienhagen: Marleen Krummel ist Turnwartin des TVM und trainiert jugendliche Sportlerinnen und Sportler.

Noch jung, aber schon viel Verantwortung übernehmend in einem Verein – diese Vorbilder fürs Ehrenamt stellen wir in unserer Aktion“ Junges Ehrenamt“ vor. Diesmal geht es um eine Turnerin mit vielen Kindern.

Marienhagen – Marleen Krummel nimmt ihr Ehrenamt beim Wort. „Wenn die Eltern mir ihr Vertrauen geben, auf ihre Kinder acht zu geben und ich sie im Training sinnvoll beschäftige, dann fühle ich mich schon geehrt“, sagte die Turnwartin des TV Marienhagen. Die 25-Jährige trainiert die Geräteturngruppe des Vereins bereits seit elf Jahren.

Die ehemalige Turnerin besitzt außerdem die E-Lizenz, um als Kampfrichterin zu agieren und sie bereitet beim TVM Sportler/innen für den Erwerb des Sportabzeichens vor. Die Lust auf Turnen ist ihr Antriebsmittel für all diese Ämter. „Meine Freude an dieser Sportart möchte ich an Kinder weitergeben“, erzählt die Marienhagenerin, die zusätzlich noch bei der Feuerwehr in Marienhagen ihrem Heimatort ihre Frau steht.

Geld spielt keine Rolle. Dieses Markenzeichen des Ehrenamts findet Krummel in Ordnung. Dennoch geht sie dabei nicht leer aus, weil sie ein eigenes Entlohnungssystem für sich entdeckt hat. „Ich bekomme so viel zurück, etwa die Zuneigung und das Vertrauen der Kinder, sie lassen mich teilhaben an ihrem Leben, ich sehe ihren Stolz, wenn sie neue Dinge erlernen oder bei Wettkämpfen ihre Medaille bekommen.“

Marleen Krummel will das Kinderturnen wiederbeleben

Sie fungiert auch immer mal wieder als Erzieherin und Sozialarbeiterin, versucht den Kindern nicht nur am Stufenbarren oder auf dem Schwebebalken halt zu geben, sondern auch in anderen Lebensbereichen, ob in Schule, Freizeit oder Elternhaus. „Dafür muss ich ihnen auch ein Vorbild sein“, betont Krummel, so sollte eine Trainerin nicht fluchen.

Auch der Kontakt zu den Eltern ist ihr wichtig. „Sie sollten schon daran interessiert sein, was ihr Kind in der Turnstunde macht“, sagt die studierte Betriebswirtschaftlerin, die bei einer Firma in Korbach im Controlling arbeitet.

Dieser Beruf passt auf den ersten Blick gar nicht zu dieser Frau, die sich eher wie eine Lehrerin anhört. Doch auch hier kann sie gut Grenzen für sich ziehen. „Ich mag auch Zahlen und Regeln. Außerdem stelle ich es mir sehr anstrengend vor, wenn man den ganzen Tag so eine Kinderschar um sich herum hat.“

Leistungssport ist als Übungsleiterin nicht unbedingt ihr Ding, aber sie hätte nichts dagegen, wenn sie in ihrer Trainerkarriere auch mal die eine oder andere Turnerin zu einer größeren Meisterschaft führen könnte. Krummel hat sieben Jahre lang beim TSV Korbach geturnt, am liebsten am Boden. Mit 19 Jahren beendete sie bereits ihre aktive Karriere.

Als Turnwartin steht bei ihr als kurzfristiges Ziel die Wiederbelebung des Kinderturnens beim TV Marienhagen auf dem Zettel. Dafür geht sie auch Klinkenputzen. „Wir sprechen alle Eltern persönlich an.“ Sie wünscht sich außerdem eine bessere Verzahnung zwischen Verein und Schule.

„Das Ehrenamt hat eine Zukunft“

Als langfristiges Ziel ihres Ehrenamtes formuliert die 25-Jährigen, dass „es den TV Marienhagen und die Vereinsarbeit allgemein auch in 20 Jahren noch geben sollte.“

Dieses Ziel sieht sie auch durch die Corona-Pandemie bedroht: „Ich weiß nicht, ob wir auf den Stand zurückkehren werden, wo wir schon mal waren.“ Dennoch glaubt sie fest daran, dass das Ehrenamt noch eine Zukunft hat. Aber nur dann, wenn sich die Vereine gut um ihre Sportler und Mitarbeiter kümmern.

Sie selbst hat gute Erfahrung damit gemacht, wenn man bereits als Sportler langsam an die Trainerrolle herangeführt wird. „Das von null auf hundert zu machen, geht oft schief.“ (rsm)

Aktion Junges Ehrenamt

Oft werden von Vereinen und Verbänden vor allem ältere Mitglieder der Sportfamilie für ihre Verdienste geehrt. Doch es gibt auch zahlreiche junge Menschen, die sich in den Sportvereinen ehrenamtlich engagieren. Sie will der Sportkreis Waldeck-Frankenberg zu seinem 75. Geburtstag in diesem Jahr besonders in den Mittelpunkt stellen. 13 junge, engagierte Sportlerinnen und Sportler wurden ausgesucht und werden von der Frankenberger Allgemeinen und der Waldeckischen Landeszeitung in den kommenden Wochen vorgestellt. Die Ehrung soll beim Sportkreistag am 6. Mai in der Korbacher Kreissporthalle erfolgen. (tsp)

Dieser Artikel stammt aus der Waldeckischen Landeszeitung.
Dieser Artikel stammt aus der Waldeckischen Landeszeitung.

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