Wehlheiden und Lohfelden nicht zu packen

Bezirksoberliga: Böse Heimpleiten für Korbach und Bad Wildungen

Die Korbacher kamen nicht oft so ungehindert zum Zug wie hier beim Torwurf Lukas Westmeier, der von Wden Wehlheidenern Tobias Hofmann (Nr. 69), Nicolas Stingel und (verdeckt) Mirko Dworog nicht aufgehalten werden kann.
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Seltenheitswert: Die Korbacher kamen nicht oft so ungehindert zum Zug wie hier beim Torwurf Lukas Westmeier, der von Wden Wehlheidenern Tobias Hofmann (Nr. 69), Nicolas Stingel und (verdeckt) Mirko Dworog nicht aufgehalten werden kann.

In Külte fulminant mit 13 Toren gewonnen, am Samstag mit neun verloren: Die HSG Bad Wildungen ist nach dem siegreichen Bezirksoberliga-Auftakt unsanft gelandet. Das kann man auch vom TSV Korbach behaupten.

TSV Korbach - TG Wehlheiden 23:32 (10:19). Der Heimspielauftakt ging für die Kreisstädter vor mehr als 300 Zuschauern mächtig in die Hose. Vor allem in der ersten Hälfte konnte der TSV sein gewünschtes Spiel kaum aufziehen. Nach dem 3:3 (8.) legte Wehlheiden mit einem 5:0-Lauf eine 8:3-Führung vor. Und auch in der Folge lief es bei Korbach nicht. Die Abwehr und beide Torhüter kamen überhaupt nicht ins Spiel , Wehlheiden konnte immer wieder mit variablem Spiel die Lücken in der Defensive finden. Im Angriff machte dem TSV erneut eine ganz schwache Chancenverwertung zu schaffen.

„Wenn du hinten die Dinger kassierst und vorne nicht machst, kommt der Halbzeitstand zu Stande“, sagte Trainer Robert Müller. Über ein 5:12 (19.) und 9:17 (25.) kam Wehlheiden zum 10:19-Pausenstand, der auch in der Höhe verdient und im Grunde schon die Vorentscheidung.

Im zweiten Durchgang steigerten sich die Korbacher – zunächst aber nur in der Abwehr, die nun deutlich besser die Zweikämpfe annahm und Wehlheiden zu mehr Fehlern zwang. Da allerdings der Angriff weiter reihenweise beste Möglichkeiten liegen ließ, schmolz der Rückstand nicht. Statt eines möglichen 15:19 lagen die Korbacher nach 38 Minuten mit 11:20 weiter neun Toren zurück.

Erst in der Schlussphase konnten die Gastgeber den Rückstand verkürzen (20:25, 51.). „Dann aber verblasen wir vorne wieder zwei Dinger und liegen wieder mit sieben Toren hinten“, sagte Müller, der wusste: „Das bricht dir dann in Sachen Moral das Genick.“  Am Ende baute Wehlheiden, das über weite Strecken eine starke und abgeklärte Leistung zeigte, den Vorsprung wieder auf neun Treffer aus. „Wir wollten die zwei Punkte mitnehmen. Wir wussten, dass wir spielerisch viel machen müssen, um die Lücken zu reißen. Das ist uns gelungen“, freute sich TG-Trainer Steve Winterhoff.

Auch für Müller gab es am Ausgang des Spiels nichts zu deuteln. „Wehlheiden ist der klare und verdiente Sieger.“ Dennoch sei die Niederlage ein wenig zu hoch ausgefallen. „In der zweiten Hälfte haben wir gezeigt, dass wir kämpfen können.“ Klar ist aber auch: Die Korbacher müssen sich mächtig steigern, wollen sie in die Meisterrunde einziehen. (tsp)

Bad WIldungen: Abwehr zu halbherzig, Angriff mit zu vielen Fehlwürfen

HSG Bad Wildungen/Fr./B. – Lohfelden/Vollmarshausen 22:31 (11:16). Die HSG Bad Wildungen/Friedrichstein/Bergheim ist wieder auf dem „Boden der Realität angekommen“. Diese Worte benutzte Trainer Harald Meißner nach der für ihn verdienten Niederlage. „Lohfelden war keine neun Tore besser, aber wir waren neun Tore schlechter.“ 

Ohne Torwart Lukas Göthe, der krank fehlte starteten die Wildunger zumindest ergebnistechnisch ganz ordentlich ins Spiel. Aber die Unzulänglichkeiten, die Trainer Meißner monierte, zogen sich wie ein roter Faden durch die gesamten 60 Minuten. Zusammenfassung: Offensiv zu ungenau, defensiv zu lasch. „Ich glaube, wir haben 15 freie Würfe nicht genutzt und dabei den generischen Torwart zum Weltmeister geworfen. Die Paraden waren klasse, aber die unsere Abschlüsse oft auch zu einfach“; kritisierte Meißner, der außerdem eine Abwehr sah, die zu halbherzig und mit zu wenig Körperkontakt zu Werke ging. 

So stand nach schnellem 0:3 zwar in der 15. (8:9) und 17. Minute (9:10) ein machbarer, knapper Rückstand auf der Anzeigetafel, doch dem Spiel der Hausherren fehlte einfach Mittel und Tugenden, um die Begegnung zumindest spannend zu halten. Insbesondere verpasste es die Heim-Sieben viel zu oft, den Gegner vom Kreis bzw. der Nahdistanz wegzuhalten. Das wusste die recht eingespielte, seit drei Jahren in unveränderter Zusammensetzung agierende HSG Lohfelden/Vollmarshausen zu nutzen. 

Aus dem 9:10 wurde schnell ein 9:14, während die gastgebende HSG in den 14 Minuten bis zur Pause nur noch zweimal traf – und auch noch eine Zwei-Minuten-Strafe (für Haktan Ayanoglu) mit in die zweite Spielhälfte nahm. Gut eine Minute nach dem Seitenwechsel kam eine weitere für Christian Hartung hinzu. Allerspätestens jetzt war an eine Wildunger Aufholjagd nicht mehr zu denken, zumal die taktischen Umstellungen nicht fruchteten. 

In der Schlussphase wurde die Führung der Lohfeldener, die auch das erste Spiel gewonnen hatten, sogar zweistellig (20:31), ehe die letzten zwei Treffer der HSG Bad Wildungen gehörten. „Die Euphorie nach dem Auftaktsieg hat uns nicht geholfen. SO haben hoffentlich alle erkannt, dass zielgerichteter gearbeitet werden muss und nicht nach dem Motto gespielt werden kann ‚Es wird schon irgendwie gehen‘“, sagte Harald Meißner.  (schä)

Dieser Artikel stammt aus der Waldeckischen Landeszeitung.

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