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Bezirksoberliga: Wildunger Sieg „auf der Felge“, Korbacher Lehrstunde

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Das tat weh: Unschön war für Korbach am Samstag nicht nur dieser Wurfversuch von Dave Alscher gegen die Kasseler Philipp Otto (rechts) und André Körber.
Das tat weh: Unschön war für Korbach am Samstag nicht nur dieser Wurfversuch von Dave Alscher gegen die Kasseler Philipp Otto (rechts) und André Körber. © Artur Worobiow

Für die Männer des TSV Korbach endete ein stimmungsvoll beginnender Abend mit einer Lehrstunde gegen den Tabellenführer der Bezirksoberliga.

„Man hat von Beginn an gemerkt, dass wir dran geglaubt haben“, sagte Sebastian Wrzosek – der Trainer der HSG Bad Wildungen feierte mit einem arg dezimierten Team einen Heimsieg gegen den bisherigen Dritten der Bezirksoberliga, HSG Zwehren/Kassel; die HSG ist nach Minuspunkten nun selbst Dritter.

Bad Wildungen/Friedrichstein/Bergheim – Zwehren/ Kassel 37:33 (18:16). Starker Beginn, starkes Ende, dazwischen ausgeglichen. So könnte das Spiel beschrieben werden, das den Wildunger Coach Sebastian Wrzosek stolz macht: „Ich bin richtig happy mit der Leistung der Mannschaft.“ Wrzosek musste mit stark dezimiertem Kader antreten, konnte kaum wechseln und verzichtete auf ein Gros des Stammpersonals. „Wir haben gefühlt mit sieben Männern durchgespielt und sind am Ende auch auf der letzten Felge gefahren“, erklärt der erleichterte und glückliche Coach.

Ausgelaugte Wildunger mit längerem Atem

Es fing gut an für Wildungen, die Kurstädter gingen direkt mit zwei Toren in Front und hielten den Abstand bis zum Halbzeitpfiff. Auffällig war immer wieder Martin Lambrecht, der einen Sahnetag erwischte und nicht nur zwölf Tore warf, sondern die meisten auch zu wichtigen Zeitpunkten; etwa wenn Zwehren auf ein oder zwei Tore heran kam.

Nach der Pause machten beide Teams weiter, wo sie aufgehört hatten – ein Duell auf Augenhöhe. Die Gäste ließen es nicht zu, dass Wildungen sich absetzte, entsprechend ausgelaugt war der ersatzgeschwächte Kader, als es in die letzten zehn Minuten ging.

Zwehren suchte in dieser Phase schnelle Abschlüsse, traf vier Mal in drei Minuten. „Ich wollte die Jungs Kräfte sammeln und durchatmen lassen, sodass sie noch mal alles geben können“, erklärte Wrozek seine dann folgende Auszeit, Sie fruchtete. Das Tor direkt nach dem Timeout gehörte Wildungen, ein Doppelschlag durch Lambrecht und Christian Hartung (55./35:32, 58/36:32) brach Zwehren endgültig das Genick.
Tore für Wildungen: Jungermann 3, Thomas 4, Kleinert 3, Lambrecht 12, Brauer 7, Buchholz 7, Hartung 1

Korbach – SVH Kassel 23:39 (12:22). Wohl lange hat man in Korbach keine Mannschaft mehr gesehen, die den Gastgebern in einem solchen Maße überlegen war. Die SVH stellte eindrucksvoll unter Beweis, warum sie der Topfavorit auf die Meisterschaft ist. Die Korbacher hatten im Vorfeld mit einer Überraschung geliebäugelt und die Voraussetzungen schienen nicht schlecht: Die Halle war gut gefüllt, das Einlaufen der Spieler mit Schülern der Paul-Zimmermann-Schule im Scheinwerferlicht sorgte für eine stimmungsvolle Atmosphäre.

Spiel schon zur Pause entschieden

Doch im Spiel übernahmen die topmotivierten Gäste gleich das Kommando. Von Beginn an lag Kassel in Front, nach 13 Minuten betrug der Vorsprung erstmals fünf Tore (4:9). Der TSV hatte in der Abwehr große Probleme, vor allem mit Spielmacher Daniel Pächer. Der glänzte als elffacher Torschütze und setzte auch die Kreisläufer sowie die Außen immer wieder sehenswert in Szene. „Wir hatten keinen Zugriff auf das Spiel“, musste Daniel Dierdorf, der den erkrankten Trainer Robert Müller vertrat, anerkennen. „Wir wussten um die Stärke und hatten uns eine Woche darauf vorbereitet. Das hat leider nicht gereicht.“

Zur Halbzeit war das Spiel bereits entschieden. Die Kasseler Dominanz setzte sich auch in den zweiten 30 Minuten fort. Die Gastgeber konnten den Rückstand nie wirklich verkürzen, Kassel blieb In allen Belangen überlegen, obwohl der TSV kämpferisch alles in die Waagschale warf. „Eine super Trainingsheit für unsere jungen Leute. Die haben ordentlich Härte abbekommen und gegen erfahrene Spieler gespielt“, so Dierdorf, für den die „verdiente Niederlage“ nur etwas zu hoch ausgefallen war.
Tore für Korbach: D. Alscher 3, Harbecke 1, Franke 1, Pawelczyk 3, Westmeier 3, R. Alscher 9, Scholz 3. (tsp/gos)

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