Willingerin hofft auf internationale Rennen

Biathletin Marie Zeutschel: Zweite Chance am Notschrei

Schritt für Schritt ins internationale Geschäft? Marie Zeutschel, hier bei einem DSV-internen Wettkampf vor einem Jahr in Ruhpolding, hofft darauf.
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Schritt für Schritt ins internationale Geschäft? Marie Zeutschel, hier bei einem DSV-internen Wettkampf vor einem Jahr in Ruhpolding, hofft darauf.

Wenn alles läuft, wie sie es geplant hat, dann wird Marie Zeutschel nach der kleinen Weihnachtsauszeit in der Upländer Heimat ab diesem Montag wieder in den Alltagsmodus einer Ganztags-Biathletin umschalten.

Usseln - Die nächsten Tage könnten entscheidend sein für die ganze Saison. In der ersten Januar-Woche stehen am Olympia-Stützpunkt am Notschrei im Schwarzwald zwei Wettkämpfe im Kalender, die der Deutsche Ski-Verband als interne Vergleichsrennen benannt hat.

Es gehe darum, ob sie es noch ins Team für den IBU-Juniorcup, die Junioren-WM in den USA oder die -EM in Pokljuka schaffe, erzählt die 21 Jahre alte Biathletin vom Ski-Club Willingen. Sie will bestmöglich vorbereitet sein. Beim Heimspiel am Notschrei, wo sie unter Roman Böttcher im Herbst und Winter trainiert, bekommt die angehende Bundespolizistin sozusagen die zweite Chance.

Pünktlich krank zur ersten Ausscheidung

Im November hatte der DSV in Obertilliach schon einmal gesiebt und Qualifikationen unter anderem für den Juniorcup der Internationalen Biathlon-Union (IBU) angesetzt. „Ich war auch dort, bin aber pünktlich am Morgen zum Wettkampfsport krank aufgewacht“, erzählt Marie Zeutschel. Grippaler Infekt mit Fieber, anderthalb Wochen im Bett.

Anfang Dezember sei sie langsam wieder ins Training eingestiegen, „erst Halb-, dann Vollgas“, wie sie sagt. Das erste Etappenziel: der Deutschlandpokal in Pokljuka am dritten Advents-Wochenende mit zwei Sprints. Sie belegte die Plätz zwei und sechs – Resultate zwischen Freude und Frust. Froh war sie, dass die Wettkämpfe nach dem überstandenen Infekt „läuferisch ganz gut waren. Ich hatte es schlimmer erwartet.“

Nach wie vor Schwächen im Laufen

Vor den Schießscheiben jedoch, die sie meist sehr verlässlich trifft, leistete sie sich ihre Aussetzer. Vier Fehlschüsse am zweiten Tag. Sie erklärt sie mit dem wechselhaften Wind und dass sie sich „rausgedreht“ habe: Biathleten drehen am Diopter des Gewehrs, um die Visierlinie neu einzustellen, wenn sich die Verhältnisse gegenüber dem Einschießen verändern.

Marie Zeutschel, übrigens frisch geboostert, weiß jetzt, wo sie steht. In den nächsten Tagen will sie speziell trainieren und etwa ihre Tempohärte verbessern. „Ich muss weiter fleißig arbeiten, weiter Trockentraining machen, alle Stellschrauben, die man kann, anziehen, so dass es hoffentlich am Notschrei gut aussieht“, sagt sie. Baustellen habe sie mehrere, „aber meine größere Baustelle ist das Laufen“. Nicht zuletzt wegen der Knieoperation, der sie sich im März unterzog.

Wie ihre Aussichen sind, könne sie nicht wirklich einschätzen. Der 21-Jährigen, die in diesem Winter keinem Kader angehört, fehlt der direkte Vergleich. Lediglich bei den Trainingskolleginnen wie den Ulmer Zwillingen Mareike und Sabrina Braun kann sie abschätzen, was sie drauf haben.

Sie wird Sahnerennen benötigen

Auch die internationalen Ergebnisse der Konkurrentinnen bisher sind ein Fingerzeig, „Die Mädels haben im Junior-Cup super abgeliefert“, sagt Marie Zeutschel. Kann man so sagen, vier Podestplätze für den DSV stehen in den Listen.

Die Rivalinnen sind nicht nur stark, sondern auch zahlreich. Allein in die Lehrgangsgruppe IIa hat der Verband zehn Juniorinnen aus den Jahrgänen 2000 bis 2002 eingruppiert, acht von ihnen sind Juniorcup-erprobt. Angesetzt sind am Notschrei ein Sprint und ein Einzel.

Ihr sei nach der ersten Ausscheidungsrunde gesagt worden, dass alle nach wie vor die Chance hätten, für internationale Wettbewerbe nominiert zu werden, sagt Marie Zeutschel. Um sie zu nutzen, wird sie zwei Sahnetage erwischen müssen. Ihre Zuversicht hat sie sich bewahrt. „Jede kann sich qualifizieren“, sagt sie, „es ist ein bisschen wie Lotteriespiel.“

Dieser Artikel stammt aus der Waldeckischen Landeszeitung.

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