Biathlon: Platz sieben bestes Resultat

Rippe hält, Laufzeit stimmt: So lief Karolin Horchlers Wettkampf-Comeback bei der DM

Mit Ausfallschritt den Berg hinauf: Karolin Horchler gab vor allem am Freitag Gas: Mit zweitbester Laufzeit wurde sie Siebte im Einzel der DM.
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Mit Ausfallschritt den Berg hinauf: Karolin Horchler gab vor allem am Freitag Gas: Mit zweitbester Laufzeit wurde sie Siebte im Einzel der DM.

Mit 32 hast du meist schon einiges erlebt als Sportlerin. Dennoch musste Karolin Horchler zugeben, die deutsche Meisterschaft am Arbersee sei „ganz schön aufregend“ gewesen.

Naja, war ja auch das erste Wettkampf-Wochenende der Biathletin nach anderthalb Jahren Pause. Die hatte sich die aus Ottlar stammende WM-Silbermedaillen-Gewinnerin von 2020 nach Rippenbruch und aufkeimender anderer Belastungen selbst verordnet zu Beginn der vorigen Saison. Und nun nimmt sie wieder Anlauf. Und merkte, wie schön auch so eine Routine wie eine stupide erscheinende Saisonvorbereitung sein kann. „Das hat mir so gut getan“, sagte Horchler zur Rückkehr ins Teamtraining nach vielen Wochen mit alleinigem Heimtraining.

Mit einem ersten Lehrgang auf Mallorca hatte das Sommertraining im Mai begonnen. Zwischen Skistest und Leistungsdiagnostik ging es zudem zweimal ins Höhentrainingslager; auf den Lavaze-Pass in Südtirol und nach Font-Romeu in den französischen Pyrenäen. Auf dem Weg zur Wintersaison mit dem Höhepunkt Olympia in Peking in Februar war der Bayerische Wald die erste wichtige Zwischenstation, auch wenn der DSV die Eindrücke der deutschen Meisterschaft noch nicht als Grundlage für die Besetzung des Weltcupsteams heranzieht.

„Insgesamt bin ich nicht zufrieden, vor allem von den Platzierungen her“, fasste Karo Horchler – die an gleicher Stelle 2019 Gold und Silber bei der DM holte – die drei Tage am Arber zusammen. Ihr Ziel, mit einem guten Gefühl am Sonntag abzureisen, blieb aber nicht ganz unerfüllt. Denn am Freitag im Einzel über 12,5 Kilometer lieferte die in Ruhpolding lebende Upländerin die zweitbeste Laufzeit des gesamten Feldes ab; alle bekannten deutschen Top-Athletinnen waren am Start.

Schneller als Horchler war nur Siegerin Denise Herrmann (Gesamtzeit 34:13,8 Minuten). Für Horchler (36:49,6) stand Rang sieben zu Buche, weil sie nach zwei „Nullrunden“ noch drei Fahrkarten schoss. „Vor allem die zwei Fehler hintenraus beim letzten Schießen waren ärgerlich“, so die 32-Jährige vom WSV Clausthal-Zellerfeld.

Zum Abschluss 16. in der Verfolgung: Marie Zeutschel vom SC Willingen.

Zu langsam losgelaufen sei sie am Samstag im Sprint, den Janina Hettich gewann. „Und dann bin nicht so richtig ins Rennen gekommen.“ Erst einer und dann nochmal zwei Schießfehler waren ebenfalls für Platz 16 verantwortlich. Eine Folge des bisherigen Trainingsverlaufs: „Ich bin noch nicht so sicher am Schießstand, auch weil wir noch nicht so oft mit dieser Intensität und Belastung geschossen haben. Da fehlt mir noch das Selbstvertrauen, einfach mein Ding zu machen“, urteilte Horchler. Wettkampfroutine muss man sich auch mit 32 erst wieder erarbeiten.

Marie Zeutschel steigert sich

Besser war der dritte Tag gestern: In der Verfolgung über zehn Kilometer arbeitete sich Horchler vom 16. auf den zehnten Rang vor und hatte 2:30 Minuten Rückstand auf die überraschende Siegerin Vanessa Voigt (WSV Rotterode). „Ich bin mit einem Nuller aus dem Wettkampf heraus und mit der siebtbesten Nettozeit“, gab sich Horchler am Ende nicht unzufrieden, zumal sie mit dem Zeitabstand nach dem Sprint fünf Runden alleine laufen musste. „Ich hätte mir aber gewünscht, dass die eine oder andere Scheibe mehr umfällt.“

Letztlich blieb aber doch etwas Positives bei ihr hängen, das noch wichtig für den Saisonverlauf werden könnte: „Die Rippe hat super mitgemacht. Das ist einer meiner größten Erfolge, dass alles wieder passt“, fügte Horchler ihrer Bilanz an. Nächste Woche ist noch einmal etwas Urlaub angesagt, ehe dann im Oktober das Schneetraining beginnt.

Die heimischen Farben vertrat bei der DM auch Marie Zeutschel vom SC Willingen. Für die 21-Jährige lief es mit Platz 26 im Einzel noch nicht so gut. Die Plätze 19 im Sprint und 16 im Verfolger – bei jeweils guten Schießleistungen – waren dann zufriedenstellender für die um einen Kaderplatz kämpfende Bundespolizistin.

Dieser Artikel stammt aus der Waldeckischen Landeszeitung.
Dieser Artikel stammt aus der Waldeckischen Landeszeitung.

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