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Billard-DM: Bad Wildungerin Emma Mundhenke holt erneut Bronze

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Von: Dirk Schäfer

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Siegerehrung mit Lokalkolorit: Emma Mundhenke aus Bad Wildungen (ganz rechts) im Kreise der weiteren Medaillengewinnerinnen im 10-Ball, (von links) Emily Winzinger, Sophie Zeisberg und Wladislava Sakovych.
Siegerehrung mit Lokalkolorit: Emma Mundhenke aus Bad Wildungen (ganz rechts) im Kreise der weiteren Medaillengewinnerinnen im 10-Ball, (von links) Emily Winzinger, Sophie Zeisberg und Wladislava Sakovych. © TOUCH / www.billard1.net

Bereits am dritten Tag der deutschen Billard-Meisterschaften in der Wandelhalle zeigten sich auch die Farben des 1.PBC Bad Wildungen auf dem Treppchen bei der Siegerehrung.

Lokalmatadorin Emma Mundhenke hat sich auch diesmal ihren Medaillentraum erfüllt. Die 14-Jährige gewann am Montag Bronze in der Pool-Disziplin 10-Ball und trug damit zum guten Auftakt des heimischen Nachwuchses bei. Denn: Die zweite Medaille ist schon sicher, auch wenn der Wettbewerb im 8-Ball erst heute zu Ende geht.

Ein wenig mulmig dürfte Emma Mundhenke zu Mute gewesen sein, als in der schmucken Wandelhalle am Montagabend bei der Siegerehrung ihr Name über die Lautsprecher tönte. Durch ein Spalier von applaudierenden Konkurrentinnen, Zuschauern und Offiziellen schritt die Bad Wildungerin Richtung Podest. Obwohl Emma, die erst seit gut 18 Monaten Billard spielt, bereits bei ihrer DM-Premiere vergangenes Jahr Bronze gewann, war der Ehrungsabend diesmal zweifellos ein schöneres Gefühl.

Billard-DM in Wildungen: Zweite Medaille für Emma sicher

Vor einem Jahr verzichtete die Deutsche Billard-Union wegen der Pandemielage noch weitgehend auf Zuschauer bei der Siegerehrung am Abend, bei der alle Medaillengewinner des Tages gekürt werden. Dass Emma Mundhenke dabei war, danach sah es im 10-Ball zunächst nicht aus. Nach einem Freilos in der Hauptrunde musste sich die junge Lokalmatadorin Emily Winzinger vom SC Dingolfing mit 0:2 beugen. Das bedeutete: Emma musste über die so genannte Verlierer-Qualifikation den Weg ins Viertelfinale finden, was ihr mit einem 2:0-Sieg auch gelang.

Mit dem 2:0 gegen Aleyna De Castro Manhas (1. PBC Neuwerk) war die Medaille sicher. Emma Mundhenke traf dann im Halbfinale erneut auf Emily Winzinger, hatte aus der Auftaktpartie gelernt, die Nervosität mehr beiseite geschoben. Einen Satz gewann die Wildungerin, verlor aber am Ende mit 1:2, während Emily später ihren Goldtraum gegen Sophie Zeisberg vom PBC Phönix Düren begraben musste.

Knappes Aus im Achtelfinale: Emil Sassor (PBC Bad Wildungen) hatte im 8-Ball der U17 etwas Pech.
Knappes Aus im Achtelfinale: Emil Sassor (PBC Bad Wildungen) hatte im 8-Ball der U17 etwas Pech. © TOUCH / www.billard1.net

Im 8-Ball gelang Emma nach einer Auftaktniederlage gegen Merle Schmitz (Itzehoe) eine Überraschung: Mit 2:1 setzte sie sich gegen die 10-Ball-Meisterin vor Vortrag, Sophie Zeisberg, durch und stand somit erneut im Halbfinale – ein Achtelfinale entfällt in dieser Altersklasse, weil nur zehn Spielerinnen am Start sind. Mindestens Dritte ist Emma Mundhenke, denn Platz drei wird unter den Halbfinalverlierern nicht extra ausgespielt. So kann die 14-Jährige am Mittwochmorgen relativ locker aufspielen.

Am Dienstagabend bereits hatte Emma auch im 9-Ball ihr erstes Spiel zu bestreiten. Trotz eines 1:2 gegen Sara Heidorn (Hannover) hat sie weiterhin Chancen auf eine dritte Medaille.

Teil 2 der DM: Juri Pisklov startet nur im 10-Ball

Mit Gold im 10-Ball erfüllte sich Juri Pisklov im vergangenen Jahr seinen Traum vom deutschen Meistertitel. In diesem Jahr wird der 32-Jährige bei Teil zwei der DM, die am Freitag mit den Wettkämpfen der Erwachsenen beginnt, nur einen Auftritt haben. „Ich war sehr enttäuscht, dass ich nach dem Titelgewinn nicht für den Bundeskader berücksichtigt wurde. Ich habe deshalb in diesem Jahr andere Schwerpunkte gesetzt“, erklärt Pisklov, der vergeblich auf mehr Wertschätzung von der Deutschen Billard-Uion hoffte. 2022 verlief für den Bundesligaspieler der SG Johannesberg anders: Die Hessenmeisterschaften als Qualifikation für die „Deutschen“ spielte er nicht; wegen Corona, einer OP und weil ihm darüber hinaus wenig Zeit blieb. Pisklov feierte zwei Erfolge: Er spielte bei den European Open in Fulda im Sommer ein starkes Turnier und bezwang dabei Billard-Legende Ralf Souquet. „Und ich habe zwei Sponsoren gewonnen.“ Auch deretwegen tritt er ab Montag im 10-Ball an. „Und weil man als Titelverteidiger nicht einfach weg bleibt“, sagt der Lokalmatador, der automatisches Startrecht als Vorjahressieger dieser Disziplin hat. Vom PBC Bad Wildungen sind neben Pisklov auch Rainer Scheffke und Conny Teichert am Start.

Auch bei den männlichen Junioren vom 1. PBC Bad Wildungen merkte man, dass sie viel dazugelernt haben. Alle drei waren alles andere als siegloser Lehrling, sondern spielten sehr solide. Tim Skura (U17) holte sich im 10-Ball nach Freilos und Auftaktniederlage mit einem Sieg in der Verliererrunde einen Platz im Achtelfinale. Dort war gegen Eray Cin (BSG Hannover) Endstation.

Zum Auftakt in der Disziplin 14.1 endlos hatte er auch gegen Cin, der später Silber gewann, verloren, sich aber dennoch ins Achtelfinale gekämpft. Im 8-Ball verpasste Tim gestern den Sprung unter die besten 16; unter anderem nach einer Niederlage gegen den Wiesbadener Laurenz Geitz, der im 10-Ball Bronze holte.

In der U19 darf Emil Sassor bisher ebenfalls zufrieden sein. In der Disziplin 14.1 endlos musste er noch auf einen Sieg warten. Im 10-Ball schied er gegen den späteren Vizemeister Jan Phillip Sievers (Wuppertal) aus. Aber im 8-Ball nutzte Sassor den Umweg über die Verliererrunde zum Einzug ins Achtelfinale, in dem er dem klar favorisierten Nico Roder (Sankt Augustin) knapp mit 4:6 unterlag.

Simon Schreiter war bei der U23 erst einmal im Einsatz. Nach zwei Niederlagen im 8-Ball hofft er heute im 9-Ball auf den ersten Sieg. Auch die übrigen drei Wildunger haben dann noch eine Chance auf ein achtbares Ergebnis. (Dirk Schäfer)

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