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Innenministerin Faeser in Willingen: Wintersport-Stützpunkt bleibt erhalten

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Von: Dirk Schäfer

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Bundesinnenministerin Nancy Faeser (Fünfte von links) besuchte gestern Willingen. An der Mühlenkopfschanze besprach sie mit Vertretern aus Politik und Sport die Lage des Bundesstützpunktes Ski nordisch, der seinen Status nun doch weiter behalten darf.
Bundesinnenministerin Nancy Faeser (Fünfte von links) besuchte am Montag Willingen. An der Mühlenkopfschanze besprach sie mit Vertretern aus Politik und Sport die Lage des Bundesstützpunktes Ski nordisch, der seinen Status nun doch weiter behalten darf. © Dirk Schäfer

Die Zukunft der Talentförderung im Wintersport in Willingen und Winterberg ist gesichert. Bundesinnenministerin Nancy Faeser (SPD) hat die Entscheidung der Aberkennung des Status revidiert.

Der Bundesstützpunkt Ski nordisch unter der Regie der beiden Skiverbände Hessen und Nordrhein-Westfalen darf nun doch seinen Status als solcher behalten, wie Bundesinnenministerin Nancy Faeser (SPD) am Montag während eines Besuchs an der Mühlenkopfschanze mitteilte. „Damit herrscht nun Planungssicherheit“, so Faeser, die damit die Entscheidung des Ministeriums revidierte, den Stützpunkt-Status abzuerkennen.

Dies war vor gut sechs Wochen bekannt geworden und hatte für viel Aufregung und Enttäuschung nicht nur im Upland gesorgt. Ursprünglich sollte Willingen/Winterberg nicht weiter gefördert werden, weil die in den Richtlinien geforderte Zahl an Sportlern und bzw. Erfolgen nicht erreicht worden ist.

Ministerin Faeser: „Beide Standorte geeignet“

„Zunächst einmal sind die Kriterien objektiv. Aber es gibt unterschiedliche Auffassungen bei den Kriterien, die zugrunde gelegt werden; etwa, was es genau heißt, Kinder und Jugendliche für den Leistungssport zu fördern“, erklärte Faeser. Sie habe sich deshalb Willingen und Winterberg angeschaut. „Ich bin zu der Ansicht gekommen, dass beide Standorte geeignet sind, um mit der Nachwuchsförderung etwas zu erreichen und es wichtig für sie ist, Planungssicherheit zu bekommen“, so die Ministerin.

Dr: Werner Weigelt, Präsident des Hessischen Skiverbandes reagierte erleichtert auf das Ergebnis der Gespräche, die Vertreter von Skiverbänden und Politik zuvor gut eine Stunde geführt hatten. „Diese weitere Anerkennung als Stützpunkt schafft für die Region, vor allem für den Sport eine Planbarkeit, die für uns extrem wichtig ist jetzt kurz vor dem Saisonstart“, sagte Weigelt. „Die Jungen und Mädchen haben sich den ganzen Sommer über vorbereitet unter dem Damoklesschwert, dass es hier vielleicht keinen Stützpunkt mehr gibt.“

Freude über Entwicklung auch in Willingen

Auch Jochen Behle, Sportdirektor des Stützpunktes, und Jürgen Hensel, Präsident des Ski-Clubs Willingen, begrüßten die neue Entwicklung. Wichtig für den Ski-Club: Das wichtige Projekt neue Trainingsschanze kann umgesetzt werden. Die Planungen für die HS87-Anlage unweit der großen Mühlenkopfschanze, auf der 2024 die ersten Athleten springen sollen, laufen schon lange. Alle Fördergelder sind beantragt, wären aber nicht geflossen ohne Stützpunkt- Status.

Ziel ist es, mit der neuen Trainingsmöglichkeit im Skispringen eine wichtige Ausbildungslücke zu schließen. „Gerade für die älteren Jugendlichen brauchen wir bessere Trainingsmöglichkeiten, bis sie hier die Schule abgeschlossen haben“, sagte Jochen Behle, Sportdirektor der Leistungssport gGmbH, die die Stützpunktarbeit organisiert und koordiniert. In jungen Jahren schon das Elternhaus zu verlassen, um nach Süddeutschland zu gehen, sei ein harter Weg.

Stützpunkt: Neue Schanze schließt Trainingslücke

Von drei bis knapp 60 Meter Sprungweite habe man in Willingen und Winterberg gute Schanzen, zudem auch eine Großschanze am Mühlenkopf, wie auch Dr. Werner Weigelt noch einmal verdeutlichte. „Der Sprung dazwischen ist zu groß. Für die Athleten mit 16, 17 Jahren brauchen wir eine weitere Schanze als Bindeglied“, verdeutlichte der Präsident des Hessischen Skiverbandes, der in Willingen zudem ein Ski-Internat mit unterhält. Mit der dann besten Schanze Deutschlands könne man die Ausbildung komplettieren.

Man kenne die zu lösenden Hausaufgaben, um die Quoten zu erfüllen, sagte Weigelt. „Es wird Umstrukturierungen geben, um effizienter zu arbeiten. Außerdem haben wir eine riesengroße Trainermisere; es gibt kaum Trainer auf dem Markt, die im Langlauf, Skispringen oder Biathlon gut ausbilden können“, erklärte der HSV-Präsident. (Dirk Schäfer)

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