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Danke sagen ist ein Muss: Noelle Polomski, Badmintonspielerin mit Organisationstalent

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Noelle Polomski spielt beim TSV Korbach Badminton
Mehr als nur eine Sportlerin: Noelle Polomski spielt beim TSV Korbach Badminton, aber die Lehramtsstudentin übernimmt auch viele Aufgaben abseits des Platzes. © pr

Korbach – Ehre, wem Ehre gebührt. Oder ist das Ehrenamt gar keine Frage der Ehre? Noelle Polomski muss eine Weile darüber nachdenken, ob dieses Wort ein passender Begriff für das ist, was die Leute da tun?

„Je mehr Gedanken ich mir über den Sinn des Wortes Ehrenamt mache, desto eher würde ich mir dafür ein neues Wort ausdenken“, meint die 22-jährige Lehramtsstudentin, die beim TSV Korbach Badminton spielt. „Das Wort Ehre passt nicht, weil ich diese Aufgaben im Verein nicht wegen der Ehre mache, sondern, weil sie mir Spaß machen“, erzählt Polomski. „Allerdings ist es für mich schon eine Ehre, wenn andere Leute mir dieses Amt zutrauen. Da passt das Wort schon.“

Polomski ist keine Ehrenamtlerin, die schon als Kind im TSV-Trikot mit dem Badmintonschläger am Netz stand, sie ist eher eine Spätstarterin, denn sie war schon 16 oder 17 Jahre alt als sie dort anklopfte. Ihre Sportlehrerin im Beruflichen Gymnasium habe sie dazu animiert, es mal mit dieser Sportart im Verein zu probieren. Und kaum war sie da, entpuppte sie sich schnell als Macherin auf und neben dem Spielfeld.

Mannschaftsführerin und Organisatorin

Sie übernahm sofort den Job als Mannschaftsführerin, zunächst bei der Jugend, dann in der zweiten Mannschaft. Diese Aufgabe ist beim TSV umfangreicher als in anderen Sportarten: Bälle organisieren, Schlüssel für Halle und Bus besorgen, sich darum kümmern, dass alle Spielerinnen und Spieler samt Bus und Fahrer zum Ligaspiel auch da sind. Polomski wurde 2016 Jugendsprecherin im Vorstand der Abteilung, sie betreut die Homepage der Abteilung und sie mag das Planen und Organisieren, ob für die BadNights, Seminare oder Freizeiten.

Bereut sie heute, dass sie nicht früher mit dieser Sportart angefangen hat? Sie überrascht den Fragesteller mit einem nein. „Ich habe in jüngeren Jahren viele Hobbys angefangen, aber schnell wieder das Interesse daran verloren und aufgehört. Von daher ist es gar nicht so schlecht, dass ich erst später zum Badminton kam.“

Die 22-Jährige kann sich gut selbst reflektieren und sie weiß auch, warum sie oft vorneweg marschieren möchte. „Wenn ich etwas in die Hand nehme, dann weiß ich, dass es so geschieht, wie ich es gern möchte und wenn etwas schief läuft, kann ich mich nur bei mir selbst beschweren.“

Kein Typ fürAlleingänge

Sie ist dabei aber kein Typ für Alleingänge, wie so manch andere Ehrenämtler, denn sie mag es im Team zu arbeiten und sich stets die Meinung von anderen einzuholen. Wer ihr so zuhört legt Polomski auch schnell in eine Vorurteilsschublade: Wie viele gute Ehrenämtler wirkt auch sie sehr aufgeräumt in ihrem Tun als ob sie Chaos nicht kennen würde.

Doch das Durcheinander hat durchaus einen Platz in ihrem Leben. „Wer versucht, nicht chaotisch zu sein, wird letztendlich doch chaotisch, weil er viel zu sehr versucht nicht chaotisch zu sein.“ Manchmal müsse man auch in verschiedenen Ecken Chaos akzeptieren, damit es in anderen Stellen nicht chaotisch werde.

Im Ehrenamt scheint natürlich auch nicht jeden Tag die Sonne. Donnerwetter gehören auch dazu und Polomski gibt zu, dass es sie schon ärgert, wenn ihre Organisation durchbrochen werde. „Mir ist es wichtig, dass es läuft, aber ich muss auch einsehen, dass manche Leute ihre Prioritäten anders setzen als ich.“

Abteilungsleiter schenkt ihr viel Vertrauen

Ein Ehrenamt in der TSV-Badmintonabteilung auszuüben ist vermutlich anders als in anderen Vereinen. Abteilungsleiter Dankwart Terörde schenke allen viel Vertrauen, sagt die Studentin. Das sei sehr motivierend und habe einen Effekt, der über den Sport hinausgehe: „Ich habe mir früher selbst nicht viel zugetraut, und mir oft gesagt, das schaffe ich nicht , heute kann ich sagen, man schafft mehr als man denkt.“

Polanski fühlt sich gewertschätzt in ihrer Vereinsarbeit. Wie teilt man das einem Ehrenamtler mit? Reicht schon ein danke? „Mir reicht ein danke, denn damit sagen mir die Leute, sie sehen, dass ich mir Mühe dabei gegeben habe.“ Geht Ehrenamt auch ohne danke? „Ja vielleicht, wenn immer alles rund laufen würde.“ Das sei aber kaum der Fall. Für sie steht daher fest: Danke sagen ist ein Muss für Ehrenamtler. (rsm)

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