Wind statt Weite bei Jugend-DM

Diskuswerfer Marius Karges machen Bedingungen zu schaffen

Diskuswerfer bei Drehung im Wurfkäfig
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Kampf mit den Bedingungen: Marius Karges dreht sich für den sechsten Platz.

Marius Karges wollte mehr. Einen neuen Hessenrekord werfen vielleicht, zumindest aber die 60 Meter. Doch die Bedingungen bei den Deutschen Meisterschaften der Jugend U20 und U18 in Rostock waren nicht günstig.

Rostock - Der Diskuswerfer aus Bad Wildungen, der für die LG Eintracht Frankfurt startet, kam nicht über 56,13 Meter hinaus. Rang sechs. Die Platzierung gegen die starke Konkurrenz der Jahrgänge 2002 und 2003 war für Marius Karges okay. „Sie ist gar nicht so weit weg von dem, was ich erwartet hatte. Ich bin sehr unzufrieden, weil ich nicht annähernd die Weite gezeigt habe, die ich im Training draufhatte“, sagte er. Womöglich hätte er dafür einen glücklichen Moment erwischen müssen.

Den Werfern bereitete der Wind Schwierigkeiten. Dass er und die Kollegen beim Einwerfen nass wurden, weil weder Zelt noch Pavillon Schutz vor einem fetten Platzregen boten, nahm Marius noch gelassen hin. Ein unberechenbarer Geselle war der Wind. Eigentlich ein Weitenförderer, drehte er beständig. „Es war schwierig richtig herauszufinden, wie man ihn am besten nutzen soll“, erzählte er. Die Folge: Wirklich gut geworfen habe in seiner Konkurrenz niemand.

Auch der Beste des Diskuswettbewerbs der U20, Magnus Zimmermann (SV Halle), nannte den Wind „schwierig“. Der Silbermedaillengewinner der U20-Europameisterschaft von Tallinn holte sich den DM-Titel mit 62,07 Metern, er blieb mehr als einen Meter unter seinem persönlichen Rekord.

„Ich hatte den Ehrgeiz mich zu verbessern“

Mike Sosna (TSG Bergedorf), mit 65,81 Meter der führende Diskuswerfer seiner Altersklasse und im selben Jahrgang wie Karges (2003) blieb als Vierter (60,45 m) mehr als fünf Meter hinter seiner Bestleistung.

Marius Karges hat den 1,75 Kilogramm schweren Diskus in diesem Jahr schon auf 58,95 Meter befördert, das war in Mannheim, als er knapp den Startplatz für Tallinn verpasste. Die Luft sei bei ihm deswegen aber nicht raus gewesen, versicherte er: „Ich hatte den Ehrgeiz, mich bei den „Deutschen“ zu verbessern.“ Die 56 Meter übertraf er im vorletzten Versuch, bis dahin standen lediglich 54,77 zu Buche.

In seinem Jahrgang ist Marius aktuell die Nummer drei in Deutschland, „Das bringt mir dieses Jahr wenig“, meinte er, aber er sage sich: „Nächstes Jahr ist dein Jahr, dann habe ich noch zwei stärkere Konkurrenten.“

Der Schüler der Carl-von-Weinberg-Schule will in dieser Saison noch bei den süddeutschen Meisterschaften der U23 und der Männer jeweils mit der zwei Kilo schweren Scheibe werfen. Im September die „Hessischen“ bilden den lockeren Ausklang. „Das Wichtigste in diesem Jahr ist vorbei“, sagt er.

Louisa Martin steigert sich im Hindernisrennen

Louisa Martin hat die hessischen und süddeutschen Titelkämpfe Ende August ebenfalls in der Planung. Die 17 Jahre alte Sachsenbergerin, die schon lange der LG Eder angehört, belegte in Rostock bei ihrer DM-Premiere Platz 19 im 2000-Meter Hindernislauf der U18. In ihrem Rennen steigerte sie sich um mehr als acht Sekunden auf 7:34,32 Minuten.

Schnell wie nie: Louisa Martin über der Hürde; links Mathilda Wiegand aus Dresden.

„Eine persönlich sehr gute Leistung, damit kann sie super zufrieden sein“, kommentierte Trainer Mathias Schute das Abschneiden seines Schützlings. Sie sei die einzige der 22 angetretenen Läuferinnen gewesen, die persönliche Bestzeit gelaufen sei und habe sich in diesem Jahr um rund eine halbe Minute verbessert. Dass sie nicht in die vorderen Ränge würde laufen können, wusste sie, die Konkurrenz war zu weit weg. Der Titel ging in 6:36,71 Minuten an die Freiburgerin Jolanda Kallabis.

Louisa hatte sich erst im vergangenen Jahr erstmals überhaupt an dieser besonderen Disziplin versucht. „Es war erkennbar, dass sie das gut kann“, sagte Schute. Die LG stellte ihr Talent vor Herausforderungen: Sie musste Hürden besorgen. Louisas Vater half aus und baute Trainingsbalken. Es hat sich gelohnt.

Dieser Artikel stammt aus der Waldeckischen Landeszeitung.
Dieser Artikel stammt aus der Waldeckischen Landeszeitung.

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