Charlotte Tollhopf gewinnt S**-Prüfung

Dressurturnier in Vöhl: Publikum hält trotz Lücken im Starterfeld die Treue

Meike-Kristine Pratschke (RFV Pferdezentrum Edersee Waldeck-O) auf Rhianoon; Dressurturnier Vöhl 2021
+
Als Siebte die beste heimische Reiterin in der schweren S*-Dressur: Meike-Kristine Pratschke vom RFV Pferdezentrum Edersee Waldeck auf „Rhianoon“.

Großer Sport, großer Aufwand – ein klasse Reitturnier nur für den Dressursport, das mehr Teilnehmer verdient gehabt hätte, ist am Sonntag in Vöhl mit einem ostwestfälischen Sieg zu Ende gegangen.

Vöhl – Die 24-jährige Charlotte Tollhopf und ihre 13-jährige Stute „Dance with me“ tanzten im wahrsten Sinne miteinander durch das Dressurvierteck auf dem Homberg und waren beim Turnierhöhepunkt, der Dressurprüfung der Klasse S** (Intermediaire I) nicht zu übertrumpfen. 782,5 Punkte entsprachen einer Prozentzahl von 68,64 für das Paar vom RV Altenautal aus der Nähe von Paderborn.

Die aus Melsungen stammende Studentin fuhr zuletzt in Mastholte ihren ersten Sieg in der schweren Klasse in diesem Jahr ein. Vereinskameradin Pia Piotrowski folgte mit acht Zählern Abstand auf Rang zwei, gemeinsam mit Maximilian Koch (Gladenbach) der auf exakt die gleiche Punktzahl kam. Heimische Starter nahmen nicht in dieser Prüfung teil.

Zwei Teilnehmer mehr starteten in der Youngster Dressurprüfung der Klasse S*. Hier siegte Vortagessiegerin Pia Piotrowski mit Dark Lord und einer Gesamtpunktzahl von 874,5 Zählern vor Marion Loew (RV Hof Bettenrode) und der Schwälmerin Mira Sack. In dieser Prüfung startete das Waldecker Duo Meike-Kristine Pratschke und Elena Gronewold (beide RFV Pferdezentrum Edersee Waldeck-O.), die auf die Ränge sieben und acht landeten und daher die Platzierungsränge verfehlten.

M*-Dressur: Heimische Reiter auf Plätzen zwei bis vier

In der Prüfung um 12 Uhr mittags gab es einen Podestplatz für den heimischen Kreisreiterbund. In der Dressurprüfung der Klasse M** konnte sich Silke Metzger mit dem siebenjährigen Wallach Don Ami mit 627 Punkten den dritten Rang sichern und lag nur um 1,5 Punkte hinter der Zweiten Christine Ebeling (Beverungen). Die Siegerschleife in dieser Prüfung ging an Marion Loew (RV Hof Bettenrode) die mit 670 Punkten die Konkurrenz schon fast deklassierte.

Am Sonntagmorgen standen zwei Dressurpferdeprüfungen auf dem Zeitplan. In der L-Prüfungen starten gerade einmal fünf Teilnehmer. Es gewann Alina Grell vom RFVPZV Ellersgrund-Gemünden e.V. mit Stute Cádiz Noire vor Hanna Grell, die ihre Stute Filia Féline HG vorgestellt hatte und nur um 0,10 Zähler hinter die Siegerin lag. Jennifer Beck (Medebach) und Bettina Schraps (Bad Wildungen) folgten auf den Rängen vier und fünf. In der ersten Prüfung des Tages, eine Dressurpferdeprüfung der Klasse A* belegte Julia Göbel (RFV Korbach) Wallach Balu den dritten Rang.

Die schwerste Dressurprüfung des ersten Turniertages am Samstag konnte die Trägerin des goldenen Reitabzeichens, Pia Piotrowski vom RV Altenautal gewinnen. In der Dressurprüfung der Klasse S* hatte die gebürtige Gießenerin Wallach Dark Lord gesattelt und bekam vom Richterkollegium 875,5 Punkte, was einer Prozentzahl von 69,5 entspricht. Den Doppelsieg von Piotrowski verhinderte der Gladenbacher Maximilian Koch mit Wallach Richelieu. Mit 851 Punkten schob er sich auf Rang zwei. Insgesamt 14 Teilnehmer starteten in dieser Prüfung, die ohne heimische Beteiligung über die Bühne ging

Sehr präsent waren heimische Starter dagegen in der M*-Dressur, in der die Siegerschleife an die Schwälmerin Mira Sack (Ziegenhain, Wertnote 7,5) ging. Silke Metzger vom RFV Rosenthal-Willershausen mit Don Ami (7,0) kam auf Rang zwei, vor der „doppelten“ Elena Gronewold, die auf Rang drei und vier platziert wurde. Mit Fürst Sandro und Felicia H bekam die für den RFV Pferdezentrum Edersee Waldeck-Oberwerbe startende Gronewold eine 6,7 bzw. 6,6.

In der zuvor ausgetragenen Dressurprüfung der Klasse L*, geritten auf Trense konnten sich Alexandra Richter aus Bad Arolsen auf fünf- , Anne Schleiter (Rosenthal) auf sechs und die Korbacherin Katja Preis auf sieben erfolgreich platzieren.

Früh um 8 Uhr startete ein starkes Teilnehmerfeld von 24 Pferdesportler in einer Dressurprüfung der Klasse A*. Erfolgreichste heimische Teilnehmerin war die Badestädterin Bettina Schraps mit der selbstgezogenen Stute Allenstein vom Liebetal, die für ihre Vorstellung eine 7,20 bekam. Nadine Orth (Reddighausen) und zweimal Jennifer Beck (Medebach) konnten sich noch auf den Platzierungsrängen einreihen.

Platz im Ablauf des Samstags war auch für die Jüngsten im Führzügel-Wettbewerb, der für die elf Starter in drei Abteilungen ausgeritten wurde. Soe Debes, Jette Plücker und Alexandra Höhne sicherten sich jeweils den Sieg.

Viel Lob für RFV Vöhl – viele trotz Nennung nicht gekommen

Gutes Nennungsergebnis, für den Dressursport eine ungewohnt gute Zuschauerkulisse - und trotzdem war gemäß dem guten Wetter nicht alles Sonnenschein auf der Reitanlage „Am Homberg“. Warum? In der hochklassigen S**-Prüfung gingen zum Beispiel nur sieben Teilnehmer an den Start.

„Es ist leider eine Tendenz im Dressursport die seit geraumer Zeit zu erkennen ist. Bei den Nennungen muss man schon flink sein, ansonsten sind die begehrten Starterplätze ausgebucht. Doch am Veranstaltungstag kommen kaum 50 % der angemeldeten Reiter“ zeigt sich Volker Tassius, zweiter Vorsitzender des Reitvereins und selbst Dressurreiter zumindest von dem Starterfeld in Vöhl enttäuscht. „Wir haben unsere Hausaufgaben gemacht, um guten Dressursport zu präsentieren“ so Tassius.

In der Tat waren Geläuf, Ambiente und Organisation perfekt. „Das bestätigen uns auch immer die Teilnehmer die starten“ erwähnt Volker Tassius. Der kann in einem Punkt jedoch aufatmen: Das heimische Publikum hält die Treue, denn für den Dressursport erfreulich viele Zuschauer säumten die Ränge. Verliert man da als Gastgeber nicht den Mut so ein Event auszurichten? „Wir lassen uns im Moment nicht entmutigen, obwohl man als Verein immer prüfen muss, ob sich der organisatorische Aufwand auch wirklich lohnt“ so der zweite Vorsitzende.

Auch das Fernsehen war da

Zumindest hat die Kulisse in Vöhl ein Votum „Pro“ abgegeben. So war Vorstandsmitglied Heinrich Göbeler geradezu begeistert, wieviel Besucher am Samstag den Führzügelklassenwettbewerb der Jüngsten verfolgte. „Das war schon beeindruckend“.

Was die Gastgeber auch besonders freute, war die Anwesenheit des Live-Stream Senders ClipMyHorse.TV. Bei ClipMyHorse.TV werden ausschließlich Inhalte rund um den Reitsport gesendet. Dort werden ausgewählte Übertragungen von Turniere aus der ganzen Welt gezeigt. Das war in Vöhl eine absolute Premiere und ist sicherlich eine große Motivation für den Veranstalter und Helfer. (bb)

Dieser Artikel stammt aus der Waldeckischen Landeszeitung.
Dieser Artikel stammt aus der Waldeckischen Landeszeitung.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren:
Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.