1. Startseite
  2. Waldeckische Landeszeitung
  3. Lokalsport

„Eigentlich ein Teampreis“: Turngau-Vorsitzende Dörte Fabry mit Lu-Röder-Preis ausgezeichnet

Erstellt: Aktualisiert:

Von: Dirk Schäfer

Kommentare

Die Preisträgerin, die Gratulantinnen und die Waldecker Delegation in Frankfurt: (von links) Birgit Kleinschmidt, Caroline Bangel, Marianne Becker, Dörte Fabry, Uwe Steuber, Stefanie Emde, Melissa Tent, Brigitte Senftleben (Vorsitzende des lsb h-Landesausschusses für Gleichstellung im Sport), lsb h-Präsidentin Juliane Kuhlmann.
Die Preisträgerin, die Gratulantinnen und die Waldecker Delegation in Frankfurt: (von links) Birgit Kleinschmidt, Caroline Bangel, Marianne Becker, Dörte Fabry, Uwe Steuber, Stefanie Emde, Melissa Tent, Brigitte Senftleben (Vorsitzende des lsb h-Landesausschusses für Gleichstellung im Sport), lsb h-Präsidentin Juliane Kuhlmann. © pr

Wenn dir dein Sport weiterhin etwas geben soll, dann musst du auch selbst etwas geben. Diesem Leitsatz folgt Dörte Fabry: Sie wollte nicht nur vom Turnen profitieren, sondern auch beim „Drumherum“ mitmachen.

So wurde aus der Turnerin, die junge Übungsleiterin und 2019 die junge Vorsitzende des Turngau Waldecks. Und Ende 2022 ist sie die zweite Waldecker Turnerin, die mit dem Lu-Röder-Preis des Landessportbundes Hessen (Kategorie „Nachwuchs“) ausgezeichnet wird.

Der renommierte Preis wird jährlich an engagierte Frauen verliehen, die sich im organisierten Sport in besonderem Maße für die Belange von Mädchen und Frauen stark machen. Und in der mit 1000 Euro dotierten Kategorie „Engagierter Nachwuchs“ fiel die Wahl auf Dörte Fabry, die vom Sportkreis-Vorsitzenden Uwe Steuber vorgeschlagen worden war. „Ich wusste schon seit einigen Monaten davon, aber hatte eigentlich nicht mehr dran gedacht, dass ich nominiert war. Umso größer war jetzt die Überraschung über die Auszeichnung“, sagte die 26-Jährige aus Meineringhausen, die die 43. Preisträgerin seit 1989 ist.

Lu-Röder-Preis als Motivator

Mit dabei bei der feierlichen Übergabe samt geselligem Miteinander und Musikprogramm in Frankfurt war auf Fabrys Wunsch auch Marianne Becker, „die meinen Weg maßgeblich begleitet hat und durch die ich überhaupt in den Turngauvorstand gekommen bin“, so die Preisträgerin von heute über die Preisträgerin von 2020.

Marianne Becker, die langjährige Turngau-Vorsitzende, hatte vor zwei Jahren den Lu-Röder-Preis in der Kategorie „Vorbild/Lebenswerk“ gewonnen hat – so wie diesmal Jeanette Defièbre-Doering, die sich als frühere deutsche Meisterin in der Sportakrobatik in dieser Sportart beim SVG Nieder-Liebersbach (Bergstraße) seit mehr als 30 Jahren als Trainerin engagiert.

„Der Preis ist für mich sehr motivierend für die Zukunft und ich hoffe, er motiviert auch andere“, sagte Dörte Fabry gegenüber der WLZ, aber auch bei der Preisübergabe. „Ich habe dort auch gesagt, dass es eigentlich ein Teampreis ist“, fügte Fabry an. Nur durch die gemeinsame Bereitschaft, in den Vorstand zu gehen und die Zusammenarbeit im Team habe der Turngau weitergeführt und sein Angebot aufrecht erhalten werden können, so Fabry weiter.

Das Engagement Dörte Fabrys in der Führungskrise des Turngaus 2019, als eine Reihe junger Frauen in Vorstandsämter schlüpften und die Meineringhäuserin den vakanten Vorsitz übernahm, hatte nicht nur in Turnerkreisen für Eindruck gesorgt, wie auch Uwe Steuber bei der Preisübergabe nochmals betonte.

Lu-Röder-Preis

Der Preis erinnert an Lu Röder (1921-1987), die zwischen 1973 und 1987 Mitglied im lsbh-Präsidium war; zu einer Zeit, als es eine Seltenheit war, dass Frauen in Führungspositionen Verantwortung übernahmen. Sie setzte sich für das selbstbestimmte Sporttreiben von Frauen ein und ermutigte Frauen, Führungspositionen im Sport zu übernehmen. Der Lu-Röder-Preis wird seit 1989 vergeben, seit 2018 in zwei Kategorien.

Wie wichtig das Engagement der Preisträgerinnen ist, verdeutlichte lsb h-Präsidentin Juliane Kuhlmann im Rahmen der Preisverleihung. „Sie leisten nicht nur wertvolle Basisarbeit, sondern sind auch Vorbilder für Frauen, die bislang nicht den Mut hatten, sich selbst im Sport zu engagieren.“

Laudatorin Brigitte Senftleben, Mitglied des Landesausschusses für Gleichstellung im Sport, würdigte Dörte Fabry mit den Worten: „Du motivierst auf den verschiedenen Ebenen des Sports Menschen zur Übernahme von Führungsaufgaben. Ich bewundere, wie du Ehrenamt, Beruf und Familie unter einen Hut bringst. Dazu gehört viel Begeisterung und Engagement.“

Fabry: Familie unterstützt meine Arbeit

Fabry, die beim TSV Korbach und im TSV Eintracht Waldeck aktiv ist, hat schon während ihrer aktiven Laufbahn als Trainerin gearbeitet. Als 15-Jährige durfte sie dies dank einer Sondergenehmigung des HTV bereits tun. „Auf die Unterstützung meiner Familie konnte ich von Anfang an zählen. Ohne diese wäre es nicht gegangen“, sagt Fabry, die aktuell beim TSV Waldeck mit zwei Gruppen beim Kinderturnen viel beschäftigt ist und als Leitern einer Tanzgruppe noch einmal ein ganz anderes Klientel bekommen hat: „Das ist eine Art Männerballett für den Karneval.“

Fast immer irgendwo mittendrin auf den Turnmatten: das Töchterchen, das wie seine Mutter mit dem Turnen groß wird. Und dem zweiten Sproß, der im Frühjahr erwarter wird, wird es nicht anders gehen. (schä)

Auch interessant

Kommentare