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Emma Luckey: Schwimmen mit Kindern ist ihr Ding

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Von: Gerhard Menkel

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Emma Luckey beim Schwimmtraining mit Kindern
In ihrem Element: Emma Luckey beim Schwimmtraining mit Kindern. © Artur Worobiow

Land- und Sportkreis Waldeck-Frankenberg sowie die heimischen Zeitungen starten die zweite Aktion zur Förderung des Jungen Ehrenamts. Diesmal stellen wir fünf Engagierte vor. Den Auftakt macht Emma Luckey.

Bad Arolsen - Die laufende Kampagne in Waldeck-Frankenberg zur Förderung des kindlichen Schwimmens wird vor allem von Frauen getragen. Eine ist Emma Luckey. Das ist ein Glück. Für die Kinder, aber auch für sie. Dass sie mit Kindern zu tun habe, mit vielen verschiedenen zumal, mache sie glücklich, sagt Emma Luckey. 18 ist sie erst und hat schon ihr Ding gefunden.

Emma Luckey kam mit fünf Jahren zum Vereinsschwimmen. Ihr Verein ist der VfL Arolsen; als Jugendliche entschied sie sich, ihr Wissen im Wasser weiterzugeben. Sie habe einen Lehrgang gemacht, damit sie Schwimmen trainieren könne, erzählt sie. Die Assistentenausbildung an einem Wochenende setzte etwas in Bewegung. „Es war mir ziemlich schnell klar, dass ich eine eigene Schwimmgruppe haben möchte.“ Mittlerweile hat sie ihre zweite.

Emma Luckey geht mit Fortgeschrittenen ins Wasser. Fortgeschritten heißt: schwimmen können. Sie will den Kindern nun die Technik von Rücken-, Schmetterlings- und Kraulschwimmen lehren. „Wenn sie Spaß und Freude daran haben, ist es mein Ziel, dass sie an Wettkämpfen teilnehmen“, sagt sie.

„Viele Kinder haben das Schwimmen gelernt“

Corona hat die Trainingsarbeit abrupt unterbrochen, für ungefähr anderthalb Jahre. Emma Luckey hat ein Ersatzangebot auf dem Sportplatz probiert, aber die Nachfrage war gering. Erst als das Arolser „Arobella“ wieder öffnete, kehrte der Trainingsalltag zurück.

Corona stoppte auch und vor allem die Grundausbildung in den Schulen. Zwei Jahrgangsstufen blieben ohne den üblichen Schwimmunterricht. Die Schulen allein waren mit dem Defizitausgleich überfordert. Als dann im vergangenen Sommer Land- und Sportkreis den ersten Akt des Waldeck-Frankenberger Aufholen-Projekts starteten, ging Emma Luckey mit an die Schwimmnudel.

Ein Erfolg. „Viele Kinder haben das Schwimmen gelernt“, sagt sie. „Jedes Kind hat gelernt sich retten zu können, wenn es ins Wasser fällt.“ Im Sommer, wenn die neuen Ferienkurse für Nichtschwimmer starten, ist sie wieder dabei. Wenn man so will: als Teil ihres Jobs. Die 18-Jährige leistet seit dem 1. September 2021 ein Freiwilliges Soziales Jahr beim Sportkreis.

Ist doch Ehrensache

Sportvereine - und verbände suchen oft händeringend Nachwuchs für Posten und Projekte. Es gibt ihn. Bei der Aktion „Junges Ehrenamt“, die Sport- und Landkreis Waldeck-Frankenberg sowie beide Zeitungen zum zweiten Mal nach 2021 aufgelegt haben, sind abermals viele junge Leute vorgeschlagen worden, die es verdient haben, dass ihre Arbeit gewürdigt wird. Fünf von ihnen stellen wir ab heute vor – sie werden dann bei der Sportlerehrung des Landkreises am Donnerstag, 7. Juli, auf dem Edersee geehrt. Wir verraten kein Geheimnis, wenn wir bekennen: die Auswahl ist uns schwer gefallen. Die Fülle der Vorschläge ruft geradezu danach, im kommenden Jahr eine dritte Runde zu starten. mn

„Das FSJ ist ja gerade mein Beruf, aber eigentlich empfinde ich es als Hobby, weil es mir so viel Spaß macht“, sagt sie: „Ich gehe jeden Morgen gern zur Arbeit, auch weil sie so vielfältig ist.“ Emma unterstützt Übungsleiterinnen beim Kinderturnen und Trainer beim Floorball, sie arbeitet mit beim Teamtraining „Stark bewegt“, hilft Referentin Kerstin Mühlhausen bei der Abnahme von Sportabzeichen, geht bei der Nachmittagsbetreuung an Grundschulen zur Hand; zudem führt im Freibad Landauer Aufsicht.

„Kein Tag ist langweilig, ich bin immer unterwegs“, sagt sie. Es ist ein Full-Time-Job im Ehrenamt. Immerhin: Sie bekommt im FSJ ein Taschengeld.

Das Rettungsabzeichen in Gold hat sie nur für sich gemacht

Die Arolserin hat die Zeit genutzt, um ihre ersten Trainerschein zu erwerben: die C-Lizenz Kinder und Jugend. Eine andere Qualifikation ist das Rettungsschwimmabzeichen in Gold der DLRG. Für das, was sie macht, hätte die Stufe in Silber gereicht. Warum sie mehr wollte, sagt viel über sie aus. „Ich brauche für mich Gold, damit ich sagen kann, ich habe alles, was man erreichen kann. Dass ich für mich weiß, ich habe das.“

Emma Luckey sieht ihre Zukunft in einem Beruf, der auch Berufung ist. Sie strebt ein duales Studium Soziales Lernen an. Sie will in der Gegend bleiben. Ein Glücksfall für den Vereinssport.

Etwas bleibt bei all dem Tun ein wenig auf der Strecke: Emma Luckey näht gern. Dieses Handwerk hat sie im tiefsten Corona-Lockdown genutzt. Sie setzte sich hin und nähte Masken.

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