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Großer Bronze-Stern des Sports für „BadBiber“-Projekt des TSV Korbach

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Die Vertreter der vier Gewinner-Vereine mit Waldecker Bank-Vorstand Carsten Hohmann (rechts).
Abschlussbild der Preisträger: Die Vertreter der vier Gewinner-Vereine mit Waldecker mit Bank-Vorstand Carsten Hohmann (rechts). © Menkel

„BadBiber – Badminton bietet Beratung“, ein Projekt der Badminton-Sparte des TSV Korbach. Es läuft etwa seit einem halben Jahr. Am Donnerstag wurde es mit dem großen „Stern des Sports“ in Bronze ausgezeichnet.

Flechtdorf - Die Siegerehrung in der Aartalhalle mit dem TSV Flechtdorf als Ausrichter bildete den Abschluss des 14. regionalen Sterne des Sports-Wettbewerbs, den die Waldecker Bank ausgeschrieben hatte. Die Badmintons mit den Brüder Dankwart und Ortwin Terörde an der Spitze erhielten nach dem einstimmigen Votum der Jury zum zweiten Mal nach 2014 den ersten Preis (damals für die „Highwalkers“) und eine Prämie von 1500 Euro.

Das Geldinstitut wolle mit dem Wettbewerb der Region etwas zurückgeben, sagte der neue Bankvorstand Carsten Hohmann bei seinem Sterne-Debüt. Es gehe darum, die „tagtägliche gemeinnützige Leistung zu würdigen, die die Sportvereine zum Wohle der Gemeinschaft erbrächten. Hohmann weiß, wovon er sprach. Er kennt die Arbeit im Sportehrenamt aus seinem Engagement beim TuSpo Mengeringhausen aus dem Effeff.

Jeweils kleine „Sterne des Sports“ überreichte er an den VfL Adorf auf Platz zwei für sein Angebot eines Gleichgewichtstrainings für Senioren (1000 Euro Prämie) und den drittplatzierten TSV Berndorf für sein Unterfangen unter dem Motto, „Sport mit Kindern mit der Natur vereinen“ (750 Euro). Einer Sonderprämie von 500 Euro erhielt der TuSpo Wellen für seine „Verjüngungskur“ des Vorstands.

Der Siegerpreis

„BadBiber“, dahinter steht die Idee, Kindern und Jugendlichen mit ihren Problemen in verschiedenen Lebenslagen Beratung im vertrauten Umfeld der Abteilung niedrigschwellig anzubieten oder Hilfe zu vermitteln. Die WLZ hat darüber ausführlich berichtet , die Bank dazu einen Film gedreht.

„Die Arbeit machen wir sehr gerne. Es ist aber eine Unterstützung, weiter zu machen, wenn sie gesehen und geehrt wird“, freute sich Dankwart Terörde. Er schilderte die Entwicklung des Projekts von den ersten Ideen im Training über ein Grundsatzseminar bis zur Namensfindung. Sehr wichtig sie dabei Mitarbeit und Korrektiv der Jugendlichen gewesen.

„BadBiber“ mit dem Biber als Maskottchen ist Terördes Worten nach mittlerweile ein Begriff geworden. Das Beratungsangebot läuft intensiv seit einem halbes Jahr. Was seither an Themen „auf uns zugekommen ist“, habe er nie erwartet. Mehr als 25 Mal sei inzwischen das Gespräch wegen schulischer oder privater Probleme gesucht worden. Terörde berichtete als Beispiel von einer Lehramts-Anwärterin, die an ihrer Berufswahl gezweifelt habe, weil sie zu schnell spreche. „Mit ihr bin ich seit zwei Wochen im Gespräch.“

Sein Bruder Ortwin verwies auf das vielleicht wichtigste Pfund für die Beratung in der Sparte: „Das Vertrauen ist da, der kurze Weg ist da.“ Er habe mittlerweile auch mit Personen gesprochen, die er nicht gekannt habe – der Kontakt sei über deren Kinder entstanden.

Der Sportkreis-Vorsitzende Uwe Steuber sprach vom Vorbildcharakter von „BadBiber“: „Ich bin mir sicher, dass es über die Grenzen des Waldecker Landes hinaus bekannt wird.“ Preisverleihung auf Landesebene ist am 10. November in Wiesbaden.

Sportvereine reichen 36 Projekte ein

Sport für Flüchtlinge, Bewegungshaltestellen, Sportangebot für Senioren, Segelunterricht oder Aqua Fit: Waldecks Sportvereine meldeten die unterschiedlichsten Projekte für die 14 Sterne des Sports in Waldeck. Er sei beeindruckt vom diesem breiten Spektrum, sagte Waldecker Bank-Vorstand Carsten Hohmann. Er rief die Vertreter der mehr als ein Dutzend Vereine, die in Flechtdorf selbst ihre Preise abholten (für alle Nichtplatzierten gab es 200 Euro Anerkennungsprämie) dazu auf, in ihrem Engagement nicht nachzulassen: „Das ist gut für Ihre Mitglieder und die ganze Region.“

Die Jury mit Uwe Steuber (Sportkreischef), Matthias Schäfer (Leiter Landkreis-Fachdienst Sport), Carsten Stumpe (Waldecker Bank), Bärbel Kiel (TSV Korbach) und Gerhard Menkel (WLZ-Sportredaktion) wählte die Gewinner aus insgesamt 36 Bewerbungen aus, Das waren fünf weniger als im Jahr davor, aber damit sei Waldeck im Sportland Hessen nach wie vor spitze, sagte Steuber.. Er regte angesichts der geplanten Fusion von Waldecker und Frankenberger Bank an, auch den Südkreis in den Wettbewerb mit einzubeziehen. Hohmann nahm den Vorschlag auf: Es werde sicherlich kein Zurück geben, sondern eher ein Miteinander. (mn)

Der zweite Preis

„Standfest und stabil“, auf diese griffige Formel bringt der VfL Adorf das Gleichgewichtstraining bei Schwindel, das der Verein seit mehr als zehn Jahren anbietet. Das Anliegen: Muskelkraft und Bewegungssicherheit aufbauen und so Stürze und Verletzungen zu vermeiden.

Die Nachfrage sei so enorm, dass eine zusätzliche Übungsgruppe habe eingerichtet werden müssen, heißt es in der Bewerbung. Die Idee zum bisher in Waldeck einmaligen Angebot hatte die selbst betroffene Übungsleiterin Gertrud Bienert. „Ein wichtiges Angebot für die Menschen im Kreis, um mit dieser Erkrankung zurechtuzukommen“, sagte Hohmann für die Jury. Gertrud Bienert nutzte die Gelegenheit für einen einfachen Tipp: im Alltag wieder mehr balancieren, wie es für Kinder ganz natürlich sei.

Der dritte Preis

Der TSV Berndorf verfolgt seit bald zwei Jahren den Ansatz, den richtigen Umgang mit Natur und Umwelt auf spielerische Art mit dem Sport für Kinder zu verbinden. Der Verein organisierte etwa Fledermausexkursion, Waldwanderung, verband den Tag des Kinderturnens mit einer Ausstellung des Naturschutzbunds oder baute zusammen mit der Jugendfeuerwehr Nistkästen und Insektenhotels. „Die Kombination von Natur, Sport und Nachhaltigkeit hat der Jury sehr gefallen“, sagte Hohmann. Die TSV-Vorsitzende Manuela Tenge verriet den Gedanken, die Prämie zum Bau eines Spielplatzes außerhalb des Ortes zu verwenden.

Sieger und Platzierte des 14. Sterne-Wettbewerbs der Waldecker Bank.
Alle miteinander: Sieger und Platzierte des 14. Sterne-Wettbewerbs der Waldecker Bank. © Gerhard Menkel

Der Sonderpreis

Ausgehend von der These, dass den „Dienstleister“ im Verein eigentlich niemand wirklich mehr machen wolle und ein Vorsitzender, der immer vorangehe, nicht mehr zu finden sei, hat der TuSpo Wellen einen anderen Weg gefunden, indem er kleine und abgespeckte „Verantwortungsnischen“ schuf, um so junge Leute zu gewinnen. Das ist gelungen, im Vorstand sitzen jeweils drei gleichberechtigte Vorsitzende, Schriftführer und Kassenwarte.

„Ein guter Ansatz auch für andere Vereine“, lobte Carsten Hohmann. Der Vorstand zählt nun 14 Personen. Diskussionen dauerte da zwar manchmal etwas länger, sagte Lars Winkler, einer der Vorsitzenden, „aber wir denken, dass wir in eine ganz gute Zukunft für den Verein steuern werden“.

Steuber: Sport hört an der Hallentür nicht auf

Bank-Vorstand Hohmann sprach bei der Abschlussveranstaltung auch von den aktuellen Krisen, in denen die Sportvereine unverzichtbare Arbeit leisteten. Wegen der Corona-Pandemie und der steigenden Energiekosten als Folge des Ukrainekriegs finde der Trainings- und Wettkampfbetrieb jedoch unter erschwerten Bedingungen statt. „Das kostet viel Kraft und Geld und erfordert ein hohes Maß an Disziplin aller Beteiligten.“

Hohmann deutete an einem Beispiel aus dem eigenen Verein an, dass das Bewusstsein zum Energiesparen auch im Klubheim noch nicht bei allen angekommen ist. „Wenn wir diese Sorgfaltspflicht nicht in die Köpfe kriegen, werden es die Kassierer der Vereine deutlich schwerer haben.“ Die Kosten seien sonst womöglich nicht mehr zu bezahlen.

Auch Sportkreis-Chef Steuber ging auf die soziale Rolle der Sportvereine ein. „Sport hört an der Hallentür nicht auf.“ Er spiele in alle gesellschaftliche Bereiche hinein. Übungsleiterinnen und Trainer sähen sich heute in der Situation, dass sie mit Kindern nachholen müssten, was „zuhause vielleicht nicht mehr so läuft“. Das sei eine große Aufgabe. (Gerhard Menkel)

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