Serie „Junges Ehrenamt“

Gwendolin Küthe vom TV Jahn Willingen verbindet Vereinsarbeit mit Beruf

Auf dem Weg zur Erzieherin: Gwendolin Küthe mit ihrem Hund Karl.
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Auf dem Weg zur Erzieherin: Gwendolin Küthe mit ihrem Hund Karl.

Kinderturnen hat ihr schon immer Spaß gemacht – deswegen hat Gwendolin Küthe aus Rattlar auch als Trainerin beim TV Jahn in Willingen aktiv. Wir stellen sie unserer Serie „Junges Ehrenmant“ vor .

Willingen – „Ich war ein sehr aktives Kind. Wenn ich tagsüber nicht viel gemacht habe, war ich unerträglich“, sagt die 19-Jährige und fügt an: „Daher bin ich früh zum Kinderturnen gegangen. Als ich dann zu alt dafür war, haben meine Eltern darauf bestanden, dass ich mir eine andere Sportart aussuche. Da habe ich mich für die Leichtathletik entschieden, weil ich wusste, dass ich nach dem Laufen fertig und müde bin. Außerdem waren meine Freunde auch alle beim TV Jahn, das fand ich klasse. Und genauso wie beim Einstieg damals werde ich auch heute noch von Beate Gohmert trainiert. So lange ich denken kann, ist Beate schon dabei.“

Parallel zum Leichtathletik-Training schaute Gwendolin Küthe auch beim Kinderturnen vorbei. „Ich habe immer mal wieder geholfen, weil meine Freundinnen Ann Kristin und Lara Wilke die Stunde geleitet haben. Und dann bin ich irgendwann fest mit eingestiegen.“ Seit 2016 ist die Rattlarerin, die drei Brüder hat, mittlerweile regelmäßig dabei und ihre Begeisterung und die Freude im Umgang mit den drei- bis sechsjährigen Mädchen und Jungen ist im Gespräch direkt spürbar. „Die Arbeit macht mir einfach großen Spaß.“

Bezahlt wird sie dafür natürlich nicht, schließlich ist es ein Ehrenamt: „Es gibt zwar kein Geld, aber man kriegt so viel von den Kindern zurück, da investiere ich gern meine Zeit. Außerdem ist es toll, die Kinder zu erleben, zu fördern und gleichzeitig zu fordern“, sagt die 19-Jährige, die 2019 im Willinger Kindergarten ein Jahrespraktikum gemacht hat.

„Dadurch wurde die Lust aufs Kinderturnen noch größer, sodass ich donnerstags nach dem Praktikum direkt zur Sporthalle gegangen bin und mich gefreut habe, wenn es dort beim Kinderturnen weiter ging.“ Mittlerweile leitet sie gemeinsam mit Ann Kristin Gohmert das Kinderturnen beim TV Jahn in Willingen.

Sport hat mir vor allem in schwerer Zeit viel gegeben

Das Praktikum war Bestandteil des Fachabiturs, das Gwendolin Küthe im Bereich Gesundheit und Soziales gemacht hat. „Durch mein Praktikum sind viele Kinder neu dazu gekommen, weil sie mich vom Kindergarten her kannten. Um die 25 Kinder sind immer dabei, insgesamt sind es sogar gut 45 und ich finde es klasse, dass ich ein Teil der wöchentlichen Routine der Kinder bin. Die freuen sich die ganze Woche aufs Kinderturnen und wissen auch ganz genau, wie oft sie noch schlafen müssen, bis man sich wieder trifft. Außerdem wollte ich schon von klein auf Erzieherin werden, mich reizt dieses Alter einfach.“

Daher besucht Gwendolin Küthe derzeit auch die Berufsschule in Olsberg, um 2022 mit ihrem Anerkennungsjahr zu starten und danach als Erzieherin zu arbeiten. Den Kampfrichterschein hat sie bereits vor drei Jahren gemacht, als nächstes ist die Übungsleiterlizenz geplant. „Ich habe mich gefreut, als Beate mich gefragt hat, ob ich den Übungsleiter machen möchte. Ich finde es toll, dass meine Arbeit so wertgeschätzt wird.“

Angemeldet war sie schon, doch coronabedingt wurde der Kurs wieder abgesagt. Außerhalb der Leichtathletik und des Kinderturnens, das wegen der Pandemie noch immer pausiert, ist Gwendolin Küthe viel mit ihrem Hund Karl unterwegs und kümmert sich um den Haushalt. Die Eltern der 19-Jährigen sind früh gestorben.

„Der Sport hat mir vor allem in dieser Zeit viel gegeben. Und Beate stand mir immer zur Seite und hat mich sehr unterstützt“, sagt die 19-Jährige und fügt an: „Auch die Kinder haben mir damals sehr geholfen, alles zu verarbeiten, weil sie natürlich viele Fragen gestellt haben. Das war gut, weil ich so offen über die Situation sprechen konnte und nicht alles in mich hineingefressen habe.“ (fk)

Dieser Artikel stammt aus der Waldeckischen Landeszeitung.
Dieser Artikel stammt aus der Waldeckischen Landeszeitung.

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