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Korbach muss mit 32:32 leben, Külte feiert nach drei Punkten in 20 Stunden

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Einer gegen drei: Korbachs Kevin Scholz wird von den Kültern Adrian Kann (links), Bernhard Schwiddessen und Stefan Stein (rechts) am Weg zum Tor gehindert.
Einer gegen drei: Korbachs Kevin Scholz wird von den Kültern Adrian Kann (links), Bernhard Schwiddessen und Stefan Stein (rechts) am Weg zum Tor gehindert. © Artur Worobiow

Was für ein Handballderby! Was für eine willensstarke Leistung des TV Külte an einem arbeitsreichen Wochenende in der Bezirksoberliga Männer!

Korbach - Die Nordwaldecker tüteten im Derby beim TSV Korbach den dritten gewonnenen Punkt des Wochenendes ein. Und der vierte war am Sonntagnachmittag nicht weit weg. Am Samstagabend hatten die Külter mit 34:30 gegen die HSG Hoof/Sand/Wolfhagen gewonnen und damit den zweiten Saisonsieg feiert.

Korbach – Külte 32:32 (17:14). Ein spannungsgeladenes Derby, das seinem Namen alle Ehre machte, sahen am Sonntag gut 350 Zuschauer in der Korbacher Kreissporthalle. Und bis zur letzten Minute wusste keiner von ihnen, wer am Ende wie viele Punkte bekommt.

Kültes Trainer Neumann: „Punkt redlich verdient“

Beim TV Külte fühlte sich das Remis wie ein Sieg an: „Das war erwartet schwer für uns, wir wollten aber an das Spiel von Samstagabend anknüpfen“, sagte Kültes Trainer Carsten Neumann, der seinem Team eine offensive 5:1-Abwehr verpasste und damit seiner Linie treu geblieben war. Das zahlte sich aus. „Nachdem wir sieben Tore Rückstand aufgeholt haben, haben wir uns diesen Punkt auch redlich verdient“, sagte der TVK-Coach, der stolz war aufs Team und dessen kämpferische Leistung.

Der angesprochene Rückstand (43./26:19) war eigentlich ein komfortables Polster für die Kreisstädter, die die Partie bis dahin im Griff hatten. Korbach war bei Tempogegenstößen Kültes handlungsschnell und aufmerksam, individuell vorne wie hinten durchsetzungsstark und auch treffsicher: Michel Pawelczyk, Dave und Ron Alscher prägten das variantenreiche Angriffsspiel.

Korbachs Trainer Müller: „Am Ende fast ein gewonnener Punkt“

Die Gastgeber führten ab der 14. Minute stets mit drei, vier Toren, kamen gut aus der Halbzeit und legten gleich nach bis auf 23:16 (39.), nach 44 Minuten stand es immer noch 26:21 – dann kam die Schlussviertelstunde, an deren Ende Dave Alscher mit zwei Ausgleichstreffern in der 60. Minute den Punkt rettete.

„Wenn ich die letzten Minuten ansehe, spreche ich fast schon von einem gewonnenen Punkt. Betrachte ich das gesamte Spiel, waren wir 45 Minuten lang klar die bessere Mannschaft.“ Der Korbacher Trainer Robert Müller haderte auch mit sich selbst, meinte, er habe anders wechseln müssen. „Ich habe die jungen Spieler zu sehr in die Verantwortung genommen.“

Nach einer Auszeit (45.) begann die Talfahrt. Sven Ammenhäuser, zuverlässiger Siebenmeterschütze (8/9), Maximilian Wachenfeld und Adrian Kann brachten Külte wieder in die Spur. Kann traf drei Mal am Stück und brachte seine Farben in Front (55./29:28).

Entscheidend war in dieser Phase Korbachs Chancenverwertung. „Wir wollten mit der Brechstange die Tore erzielen, Külte hat das mit einem massiven Tempospiel bestraft und uns damit den Zahn gezogen“, sagte TSV-Coach Müller. Oder anders: Kültes Schlussmann Maurice Voyé erwischte einen Sahnetag, parierte sechs Abschlüsse der Korbacher, die jeweils frei durchwaren: „Gestern hat der Michi (Michael Kranz, Anm. d. Red.) ein super Spiel im Tor gemacht, heute war ich eben dran“, sagt der herausragende Keeper bescheiden.

Tore für Külte: F. Stein 1, Kann 6, Ammenhäuser 15, Schwiddessen 1, S. Stein 3, Wachenfeld 6. Tore für Korbach: D. Alscher 8, Urban 1, Franke 3, Trapp 2, Pawelczyk 9, R. Alscher 4, Ständner 1, Pok 1, Scholz 3. (Lukas Goos)

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