Handball-Bezirksoberliga: TSV-Sieg bei HSG Lohfelden

Korbacher Ausrufezeichen beim Ersten, Bad Wildungen verliert wie befürchtet

Das bessere Ende für sich hatte der TSV Korbach, auch weil Luk Schäfer kurz vor Ende zum 29:28 traf.
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Das bessere Ende für sich hatte der TSV Korbach, auch weil Luk Schäfer (rechts, hier im Spiel gegen Wehlheiden) kurz vor Ende zum 29:28 traf.

Alle, die vor der HSG Zwehren gewarnt hatten, sollten Recht behalten: Die Handball-Männer der HSG Bad Wildungen vergeigten nach vielen guten Auftritten das Auswärtsspiel überraschend.

Eine Überraschung gab es auch in Nieste: Der TSV Korbach nahm beim Tabellenführer der Bezirksoberliga, HSG Lohfelden/Vollmarshausen, am Sonntagnachmittag beide Punkte mit.

Lohfelden/Vollmarshausen – Korbach 28:30 (12:13). Den Kreisstädtern glückte ein Big Point im Kampf um den Einzug in die Meisterrunde, mit dem vorher wohl nicht viele gerechnet haben. „Der Sieg war unheimlich wichtig, um den Anschluss zu halten“, betonte Trainer Robert Müller nach dem Erfolg beim bislang verlustpunktfreien Spitzenreiter.

Der dritte Auswärtssieg des TSV in dieser Serie war nicht unverdient, weil die Korbacher zum ersten Mal in dieser Saison ihre Leistung über 60 Minuten auf das Feld brachten. Aufbauend auf eine gute Abwehr lagen die Gäste bis auf das 1:2 (3.) im ersten Abschnitt in Führung. „Wir hätten sogar zur Halbzeit mit mehr als einem Tor führen können, wenn wir nicht wieder ein bisschen Wurfpech gehabt hätten“, sagte Müller.

Auch im zweiten Durchgang legten die Gäste zunächst eine Ein- bis Zwei-Tore-Führung vor, ehe Lohfelden im Angriff umstellte und versuchte, mehr Tore über den Rückraum zu erzielen. Korbach hatte kurzzeitig Probleme und geriet mit 24:27 in Rückstand (54.). Dann aber stellte Müller sowohl in Abwehr als auch im Angriff auf eine 4:2-Formation auf. „Wir sind volles Risiko gegangen und das wurde belohnt“, sagte der TSV-Trainer.

Beim 27:27 durch Kevin Scholz (58.) gelang wieder der Ausgleich und als in der letzten Minute Luk Schäfer sowie Abdo Altaweel zum 30:28 trafen, war die Entscheidung gefallen. „Die Jungs haben immer an sich geglaubt und weiter mit Vollgas ihren Stiefel gespielt“, so Müller, der auch Torhüter Robin Richter-Schluckebier für seine Leistung lobte, auf den nach der Verletzung von Ivan Blagus die Verantwortung zwischen den Pfosten lastete. (tsp)

Treffsicher, aber punktlos: Jan Appels zehn Tore verhinderten Bad Wildungens Niederlage nicht.

Zwehren/Kassel – Bad Wildungen/Friedrichstein/Bergheim 36:31 (18:16). Vieles sprach für einen Auswärtssieg, doch nach einem vergeblichen Bemühen um eine Wende standen die Wildunger leeren Händen da.. „Wir haben das Spiel selbst vergeigt. Das war nicht unbedingt zu erwarten“, resümierte Trainer Harald Meißner und bescheinigte Zwehren/Kassel, das Team, das er selbst früher gecoacht hat, verdient gewonnen zu haben.

Es habe in allen Bereichen gefehlt, antwortete Meißner auf die Warum-Frage: Die Wellen wurden nicht genutzt, es traten viel zu häufig technische Fehler auf, die Aggressivität in der Defensive und das Torwartspiel ließen zu wünschen übrig, zudem habe im Spiel die Breite gefehlt. „Hinzu kam, dass exakt null Tore aus Tempogegenstößen gefallen sind.“

Die Gastgeber hingegen stellten sich cleverer angestellt, nutzten viele Abpraller und zeigten laut Meißner von Beginn an, „dass sie den Sieg scheinbar mehr wollten als wir. Wir müssen nichts schönreden.“

In der ersten Halbzeit sah der Wildunger Coach sein Team auf Augenhöhe, bis kurz vor den Pausenpfiff lag es mit höchstens drei Toren zurück. Zehn Minuten nach der Pause war die Gäste-HSG sogar mit zwei Treffern in Front. Nach einer zwei Minuten Strafe gegen Jan Krathge kippte aber das Spiel: Zwehren setzte sich mit vier Toren ab und ließ die Wildunger nicht mehr rankommen. Auch die Auszeit nach 47 Minuten änderte nichts mehr.

Zwar reiste die HSG mit einem volleren Kader als zuletzt an, trotzdem fehlten Ruhepole, die in schwierigen Phasen einen kühlen Kopf bewahren, was sich besonders in der Schlussphase zeigte. „Das Fehlen von Simon Riedesel und Christian Hartung hat sich einfach bemerkbar gemacht“, befand Meißner, der sauer,war, auch wenn er vorher wusste, dass sein Ex-Club stärker ist als auf dem Papier. (gos)

Dieser Artikel stammt aus der Waldeckischen Landeszeitung.

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