Drei Waldecker Teams in kleiner Gruppe

Bezirksoberliga-Handballer vor dem Start: Korbach und Wildungen wollen in Meisterrunde, Külte zumindest drin bleiben

Das aktuelle Team des TSV Korbach – hinten von links: Dave Alscher, Kevin Scholz, Nico Hartwig, Jannis Fromm, Ron Alscher und Marc Wilke; Mitte von links: Trainer Robert Müller, Lukas Westmeier, Daniel Figge, Marco Rummel, Raphael Harbecke, Daniel Pok, Physiotherapeut Sven Martin und Co-Trainer Daniel Dierdorf; vorne von links: Nils Schmittat, Malte Urban, Ivan Blagus, Felix Bock, Till Westmeier und Benjamin Franke.
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Das aktuelle Team des TSV Korbach – hinten von links: Dave Alscher, Kevin Scholz, Nico Hartwig, Jannis Fromm, Ron Alscher und Marc Wilke; Mitte von links: Trainer Robert Müller, Lukas Westmeier, Daniel Figge, Marco Rummel, Raphael Harbecke, Daniel Pok, Physiotherapeut Sven Martin und Co-Trainer Daniel Dierdorf; vorne von links: Nils Schmittat, Malte Urban, Ivan Blagus, Felix Bock, Till Westmeier und Benjamin Franke.

Drei Männer-Mannschaften aus dem Waldecker Land treten in der neuen Saison in der Bezirksoberliga an. Das Mindestziel ist bei allen gleich: drin bleiben.

Während der TSV Korbach und die HSG Bad Wildungen mit großem Kader die Meisterrunde anpeilen, backt der kleiner gewordene Kader des TV Külte auch kleinere Brötchen.

Wie in vielen anderen Ligen auch, ist die Bezirksoberliga im „Corona-Modus“ in zwei Gruppen geteilt worden. Zur „Waldecker Staffel“ zählen acht Mannschaften. Wir stellen alle heimischen Teams vor dem Saisonstart vor.

TSV Korbach: Weniger Wucht, mehr Tempo, und vier Rückkehrer

Seit zwölf Monaten ist Robert Müller mittlerweile Trainer der Korbacher Handballer. Ein Ligaspiel konnte er aufgrund der Corona-Pandemie noch nicht bestreiten. Da ist es kein Wunder, dass die Vorfreude beim ehemaligen Spielmacher der Kreisstädter groß ist: „Wir fiebern alle unwahrscheinlich dem Saisonstart entgegen“, sagt Müller, der mit seiner Mannschaft am 30. Oktober mit einem Auswärtsspiel in Zwehren in die neue Saison startet.

Das Ziel des TSV ist klar umrissen: der Einzug in die Meisterschaftsrunde. Die jeweils ersten vier Teams der Vorrundengruppen erreichen diese. „Das sollte realistisch sein“, sagt Müller. Seine Truppe sieht er dabei als Wundertüte. „An einem guten Tag können wir jeden Gegner schlagen, an einem schlechten aber auch gegen jeden Probleme bekommen.“ Insgesamt steht dem TSV-Trainer ein Team mit einer gesunden Mischung aus erfahrenen und jungen Kräften zur Verfügung.

Wichtig ist, dass Müller Lukas und Till Westmeier sowie Abdu Altaweel überreden konnte, wieder für das Team aufzulaufen. Das Trio hatte vor der Spielzeit 2020/21 eigentlich seinen Abschied angekündigt. Auch Luk Schäfer hat sich wieder dem TSV angeschlossen, nach drei Jahren beim Süd-Landesligsiten MSG Rossdorf/Reinheim. Schäfer wohnt in Hamburg und soll für gut die Hälfte aller Partien anreisen. „Wir haben deutlich mehr an Qualität gewonnen. Deswegen können wir auch unsere Ziele nach oben schrauben“, sagt Müller.

Doch wie sieht das Korbacher Team im Vergleich zur Vor-Corona-Spielzeit aus? Zumindest fehlt nach den Wechseln von Sebastian Wrzosek und Simon Riedesel die zuletzt gekannte Wucht aus dem Rückraum. Tore will Müller mit schnellem Spiel aus einer aggressiven und offensiv interpretierten 6:0-Formation mit Dave Alscher und Daniel Pok im Innenblock und einem starken Torhüter-Duo, erzielen – möglichst über die erste Welle mit den schnellen Außen Malte, Daniel Figge, Marc Wilke und Michel Pawelszyk. „Da haben wir ein echtes Bollwerk“, ist der Trainer überzeugt.

Fehlen wird Müller allerdings wahrscheinlich in der kompletten Saison Ron Alscher, der sich bei einem Testspiel einen Kreuzbandriss zugezogen hat. „Er war fest eingeplant und hat eine große Entwicklung gemacht“, bedauert sein Trainer. Auch Melvin Trapp hatte sich gut ins Team eingefunden, der A-Jugendliche muss aber ebenfalls wegen einer Knieoperation lange pausieren.

TV Külte: Junges Team soll mehr zupacken

Wenn jemand zu mehr Aggressivität aufruft, kommt das nicht mehr so gut an. Doch das ist Sigurd Wachenfeld egal. Der Trainer der Handballer des TV Külte weiß, dass seine junge Mannschaft kräftigeres Zupacken schnell lernen sollte, um ihr Ziel Klassenerhalt in der Bezirksoberliga zu erreichen. „Wir haben im Vergleich zur Vorsaison an Erfahrung verloren“, sagt der Coach. Es liege diesmal viel Last auf den Schultern der älteren Spieler wie Kapitän Sven Ammenhäuser und Stefan Fritsch. „Ich bin gespannt, ob sie es schaffen, die jungen Spieler zu führen.“

Wachenfeld findet es schade, dass zwei weitere ältere Spieler wie Marko Markovic (langwierige Verletzung) und Tobias Kranz (Auszeit auf ungewisse Zeit) ihre handballerische Erfahrung so schnell nicht wieder mit in die Waagschale werfen können. Da auch Niklas Schmale, Florian Wilke und Kevin Körfer sich eine Auszeit vom Handball genommen haben und keine Neuzugänge beim TVK anheuerten, ist der einst breite Kader recht schmal geworden.

Die Männer des TV Külte – hinten von links: Adrian Kann, Johannes Wachs, Aaron Fuchs und Sven Ammenhäuser. Mitte v. links: Trainer Sigurd Wachenfeld, Maximilian Wachenfeld, Christian Gohl, Christian Wagener, Bernhard Schwiddessen, Jens Viering und Handballobmann Carsten Neumann; vorn von links: Sven Häring, Max Knopp, Sven Kirchner, Maurice Voyé, Michael Kranz und Fabian Stein.

Doch die personell ungünstige Situation ist für die Spieler und ihr Trainertrio Sigurd Wachenfeld, Carsten Neumann und Christian Wagener kein Grund, Trübsal zu blasen. Sie sind guter Dinge, denn die jungen Spieler seien eifrig dabei und sie bringen laut ihrer Trainer auch viel Talent mit.

Die Baustellen lägen vorn wie hinten noch an der fehlenden Aggressivität und Konsequenz. „Wir müssen mit mehr Körperkontakt verteidigen, sonst hat man keine Chance in dieser Liga“, fordert Wachenfeld. Er bescheinigt seiner Mannschaft in der Offensive mehr Potential, als in der Abwehr. Der Coach sieht hier ein allgemeines Phänomen: „Abwehrarbeit wird immer mehr zu einem lästigen Übel auch in höheren Klassen. Sein Team beherrsche das 6-0-System und eine zweite Abwehrvariante, die er noch nicht verraten möchte.

Wachenfeld geht mit seiner Mannschaft, zu der auch sein Sohn Maximilian zählt, in die dritte Saison. Den Satz „Hauptsache gewinnen, egal wie“, würde er aber nie unterschreiben; er möchte auch attraktiven Handball vom Team sehen, der die Zuschauer in die Halle lockt. Dafür nimmt er sogar die ein oder andere Niederlage in Kauf.

HSG Bad Wildungen: Fokus liegt auf stabilerer Abwehr

Vor zwei Jahren ist die HSG Bad Wildungen/Friedrichstein/Bergheim II in die Bezirksoberliga aufgestiegen. Absolviert haben die Südwaldecker noch keine Partie in der neuen Liga – die Corona-Pandemie machte einen dicken Strich durch die Rechnung. Was durchaus bitter war, denn die Südwaldecker hatten sich unter Spielertrainer Sebastian Wrzosek die Rolle eines Geheimfavoriten gesichert.

Und wie sieht es im Herbst 2021 aus? Wrzosek verließ die Mannschaft in der Corona-Pause, fungierte eine Zeit lang als Co-Trainer bei den Bundesligafrauen der HSG. Übernommen hat mit Harald Meißner ein erfahrener Trainer, der zuletzt mit dem TSV Korbach drei Jahre an die Tür zur Landesliga klopfte. Von der Rolle als Geheimfavorit will Meißner erst einmal nichts wissen – die Folgen der Corona-Pause haben auch in Wildungen Spuren hinterlassen.

Die Mannschaft der HSG Bad Wildungen/Friedrichstein/Bergheim – hinten von links Christian Hartung, Maximilian Mombrei, Martin Lambrecht, Moritz Jungermann, Jan Appel, Marcel Kleinert; Mitte v.l. Jürgen Kaus (Towarttrainer), Florian Heß, Cedric Stiel, Haktan Ayanoglu, Simon Riedesel, Daniel Mentel, Harald Meißner (Trainer), Sandra Appel (Mannschaftsverantwortliche), vorn v.l. Tobias Böttner, Leon Thomas, Lukas Göthe, Jan Krathge, Tim Brauer.

„In unseren Kreisen wird eine normale Vorbereitung nicht reichen, um wieder das Niveau der Vorjahre zu erreichen“, sagt Meißner, der mittlerweile in Naumburg wohnt. Auch in der Badestadt stand viel Grundlagentraining auf dem Programm. „Wir haben erstmal vier Wochen keine Zweikämpfe geführt, um die Gelenke wieder an Sport auf dem Hallenboden zu gewöhnen“, sagt der HSG-Trainer.

Nach schleppendem Start in die Vorbereitung Anfang Juni haben Spieler und Trainer zusammengefunden. „Wenn man die Mannschaft richtig anpackt, ist sie mit viel Motivation dabei“, lobt Meißner die Einstellung der Spieler. „Aber manchmal wollen sie noch zu viel.“ Was Meißner meint? „Ich bin ein Verfechter des einfachen Handballs mit viel Tempo. Wir haben viele individuell sehr starke Spieler und einige mannschaftsdienliche Spieler. Die müssen wir in eine gemeinsame Richtung bewegen.“

Vor allem möchte Meißner in der Badestadt seine Spielidee implementieren. Und die soll wie in Korbach auf einer starken Abwehr fußen. „In Wildungen war es zuletzt ja oft so, dass sie lieber 35:33 gewonnen haben, als 25:17. Ich sage, 20 Gegentore pro Spiel sind völlig genug“, sagt der neue Trainer, der weiß, dass dies noch einige Arbeit bedeutet.

Im Positionsangriff will er seine Spieler variabel einsetzen, auch weil es für den rechten Rückraum keinen Linkshänder gibt. „Wir werden nicht den typischen Spielmacher haben und nicht den typischen linken Rückraumspieler. Alle müssen überall spielen können“, kündigt Meißner an. „Wurfgewaltig werden wir sein. Wir müssen unsere Schützen aber in gute Positionen bringen. Das geht nur über eine gute Mannschaftsleistung“, so der Coach.

Nicht optimal findet er das Spielsystem mit zwei Vorrundengruppen. „Das verzeiht keine Fehler“, ahnt Meißner. Sein Team startet in Külte. Das Ziel ist klar: Die HSG will unter die ersten vier Mannschaften kommen und damit die Meisterrunde erreichen. (tsp/rsm)

Dieser Artikel stammt aus der Waldeckischen Landeszeitung.

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