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Finale erreicht: JSG Twistetal leistet Großes gegen HSG Bensheim II

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Die Spielerinnen der JSG Twistetal/Korbach in Jubelpose gemeinsam mit Trainern und Betreuern.
Ausgelassen nach dem Spiel: Die Spielerinnen der JSG Twistetal/Korbach in Jubelpose gemeinsam mit Trainern und Betreuern. © Werner Spitzkopf

Nach dem Abpfiff gab es kein Halten mehr. Die Handballerinnen der JSG Twistetal/Korbach tanzten durch die Halle, die Fans feierten sie und über allem lag ein rhythmischer Ruf: „Finale, Finale, hey, hey.“

Mühlhausen - Im Hüpfen und Singen fiel die ganze Anspannung eines dramatischen Halbfinals ab. Mit 31:30 (16:14) hatte sich die weibliche A-Jugend der JSG in Mühlhausen gegen die HSG Bensheim/Auerbach II behauptet, sie steht damit im Endspiel um die Hessenmeisterschaft. Ein Novum. Gegner am 14. Mai (17 Uhr) in Mainz-Kostheim ist die HSG Hungen/Lich.

Die JSG war in Bestbesetzung in die Partie gegangen, erstmals in dieser Saison; einige Spielerinnen waren freilich angeschlagen. In dem hochklassigen Spiel begegneten sich zwei gleichstarke Teams. „Wir hatten uns vorgenommen, über eine aggressive Abwehr den Südhessinnen den Zahn zu ziehen“, verriet Trainer Jochen Isenberg zur Ausrichtung.

Probleme bereitete der JSG das Tempo der zweiten Welle der Gäste; vor allem die starke Kathrin Jochem fand wiederholt Lücken in der JSG-Deckung. Umgekehrt kamen die Waldeckerinnen selbst zu sehenswerten Toren – bis zum Stand von 8:8 (14. Spielminute) lagen beide Teams gleichauf. Dann erzielten Anna-Lena Reese und Kim Hering erstmals eine Zwei-Tore-Führung (10:8).

Nach der Pause zieht Twistetal/Korbach mit fünf Toren davon

Abschütteln ließen sich die körperlich starken Gäste nicht. Zwar baute die in dieser Phase sehr agile Hanna Happe auf Rechtsaußen mit zwei Treffern in Folge den Vorsprung auf drei Tore aus (16:13), mit dem Pausenpfiff kamen die Gäste aber wieder heran.

Nach Wiederanpfiff sahen die vielen Zuschauer, die teils mit Trommeln ihre A-Juniorinnen lautstark unterstützten, die beste Phase der Heimsieben. Die Deckung um Samira Berger und Anna-Lena Reese stand sicher, die JSG erkämpfte sich wiederholt Bälle und kam per Tempogegenstoß zum Torerfolg. Vor allem Carolin Brida fand Lücken in der Abwehr der HSG. „So konnten wir auch die kurze Deckung gegen Kim Hering gut kompensieren“, erklärte Isenberg.

Die siebenfache Torschützin Anna-Lena Reese (Twistetal) schließt einen Tempogegenstoß ab, Melina Greene (Bensheim) ist weit weg.
Anflug aufs Finale: Die siebenfache Torschützin Anna-Lena Reese (Twistetal) schließt einen Tempogegenstoß ab, Melina Greene (Bensheim) ist weit weg. © Werner Spitzkopf

Die Torhüterinnen Johanna Gleumes und später Fritzi Göbel kamen ebenfalls besser ins Spiel. In der 38. Spielminute lag die JSG erstmals mit fünf Toren (23:18) vorn. Die Körpersprache der Spielerinnen, die jeden ihrer Treffer mit erhobenen Fäusten feierten, signalisierte: Wir wollen gewinnen.

Trainer Isenberg: Hut ab vor Kampfgeist und Einsatzwillen

Das wollte die Bundesliga-Nachwuchs auch. Die Flames nutzten nun überhastete Abschlüsse und technische Fehler konsequent zu einfachen Toren – in der 49. Minute (26:25) waren sie dran.

Die letzten zehn Minuten entwickelten sich zu einem Handball-Thriller. Emilie Pok stellte auf 27:25. Die Vorentscheidung? I wo. In der 57. Minute besorgte die stetig stärker werdende Kathrin Jochem den Ausgleich (29:29). Sollte die Partie kippen? Aber nein. Im folgenden Angriff bekam die JSG einen Siebenmeter zugesprochen, den Kim Hering souverän verwandelte. 30 Sekunden vor dem Schlusspfiff legte Anna-Lena Reese mit Tempogegenstoß zum 31:29 nach – die Begegnung war entschieden, die Party konnte starten.

Mit dem Bus zum Finale

Für das Hessenfinale in Mainz-Kostheim am kommenden Samstag (14. Mai) setzt die JSG Twistetal einen Bus ein. Abfahrt ist um 10.45 Uhr in Twiste, Zusteigemöglichkeiten gibt es danach an der Mühlhäuser Halle und der Kreissporthalle in Korbach. Wer Interesse hat, mitzufahren, wird gebeten, sich bei Caro Berger unter der Telefonnummer 0177/828 6576 oder per E-Mail (carolinberger1@gmx.de) anzumelden. 

„Jede einzelne Spielerin verdient sich nach diesen 60 Minuten ein Sonderlob für den gezeigten Kampfgeist und Einsatzwillen“, lobte Trainer Isenberg. Die Spielerinnen seien zu einer Mannschaft zusammengewachsen, sie hätten bewiesen, dass sie „sich auch in prekären Situationen nicht aus der Ruhe bringen lassen“.

Isenberg drehte die Scheinwerfer bereits auf das Finale gegen Hungen/Lich: „Mit der heute gezeigten Leistung brauchen wir uns bestimmt nicht zu verstecken und können mit breiter Brust in diese Partie gehen.“ (red/mn)

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