1. Startseite
  2. Waldeckische Landeszeitung
  3. Lokalsport

Twistetal kassiert 36 Tore und siegt trotzdem

Erstellt:

Von: Gerhard Menkel

Kommentare

Florian Heß  (Twistetal) beim Wurf mit Gegenspieler
Intelligente Spielführung: Florian Heß (hier beim Wurf) bekam von HSG-Trainer Steffen Fingerhut ein Extralob. © Werner Spitzkopf

Gegentore satt, aber es hat trotzdem gereicht für die Handballer der HSG Twistetal: Mit 40:36 (22:17) entführte die Mannschaft von Steffen Fingerhut beide Punkte vom Eschweger TSV.

Eschwege – Die Waldecker festigten damit ihre Position als Rangfünfter der Landesliga Nord – nun aber punktgleich mit dem Vierten TSG Dittershausen und zwei Zähler hinter der HSG Fuldatal/Wolfsanger, die am Samstag in Mühlhausen gastiert, und der MSG Körle/Guxhagen, die das Topspiel beim Primus in Großenlüder mit 30:33 verlor.

Die HSG zeigte von Anfang an, dass sie den Eschwegern im Abstiegskampf keine Punkte zu verschenken hatte. Schon in der 6. Spielminute netzte Johannes Happe zur ersten Viertoreführung (7:3) ein. Der TSV antwortete mit Härte und Undiszipliniertheit, die das Schiedsrichtergespann konsequent ahndete. Nachdem Alin-Georgian Smeu dem Twistetaler Torben Bender beim Wurf in die Beine gelaufen war, konnte er bereits in der 13. Minute duschen gehen.

Eschwege kassierte zudem insgesamt sieben Zweiminutenstrafen, die Gäste eine. Allerdings sah auch Joshua Sturm „Rot“, da er einem Gegenspieler beim Wurf in den Arm gegriffen hatte (55.). Alles in allem attestierte Trainer Fingerhut den Schiedsrichtern eine sehr gute Leistung.

Fingerhut: Hätten eigentlich 50 Tore werfen müssen

„Not amused“ war Fingerhut wegen vieler Abspielfehler am Kreis und den 25 Fehlwürfen. Trotzdem setzte sich die HSG kontinuierlich weiter ab, zwischenzeitlich mit sieben Toren (23.). Vier Minuten nach Wiederanpfiff schraubte Florian Heß den Vorsprung auf neun Treffer. Fingerhut bescheinigte Heß eine sehr intelligente Spielleitung. Der Neuzugang erzielte selbst zwar nur drei Tore, spielte aber viele Assists.

Auch Happe bekam ein Sonderlob des Trainers für seine Führungsqualitäten. Ansteigende Tendenz sah Fingerhut bei Bender, Torwart Philipp Pohlmann hielt die HSG in einer Phase, in der im Angriff wenig zusammenlief, durch tolle Paraden im Spiel.

„Ich weiß nicht, ob ich es schon einmal erlebt habe, auswärts 36 Tore zu kassieren und trotzdem das Spiel zu gewinnen“, resümierte Fingerhut. Seiner Meinung hätte die HSG sogar mindestens 50 Tore werfen müssen. Doch die anfänglichen Ballgewinne wurden nach der Pause weniger, der Gast vernachlässigte das Druckspiel, was in technischen Fehlern mündete.

Positiv stimmte Fingerhut, dass seine angeschlagene Mannschaft ein Team in Bestbesetzung schlagen konnte. Eschwege verfüge über einen Kader, der eigentlich im oberen Tabellendrittel mitspielen müsse. Die nächste Aufgabe gegen Fuldatal/Wolfsanger dürfte eine andere Nummer werden. Die Twistetaler können aber trotz angeschlagener und dauerhaft verletzter Spieler selbstbewusst auftreten. Dass sie im Januar schon 20 Punkte eingespielt haben, ist in der Landesliga ziemlich einmalig für sie.

Tore für Twistetal: Happe 12/5, Krouhs 7, Gleumes 6, Bender 5, Sturm 4, Heß, Fait je 3. hei

Auch interessant

Kommentare