Plan: Spielen ab 14. Februar oder gar nicht mehr

Tischtennis-Verband unterbricht die Saison – das sorgt nicht nur für Verständnis an der Basis

Der Ball ruht: Die Rückrunde in den Tischtennis-Ligen soll laut Verband erst Mitte Februar beginnen.
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Der Ball ruht: Die Rückrunde in den Tischtennis-Ligen soll laut Verband erst Mitte Februar beginnen.

Im Laufe der kommenden Woche wollten sie wieder an die Platte. Doch die heimischen Tischtennisspieler in Waldeck-Frankenberg müssen sich gedulden.

Wieder einmal. Corona. Wieder einmal. Zwangspause. Wieder einmal. Nur dass sie diesmal eine Reihe Aktiver nicht nachvollziehen kann. Während das körperbetonte Handballspiel an diesem Wochenende vor bis zu 100 Zuschauern wieder startet, hat sich der Hessische Tischtennis-Verband (HTTV) für einen anderen Weg entschieden.

Und der sieht so aus: Die Winterpause wird bis 13. Februar verlängert, erst danach soll die Rückrunde beginnen. Es gibt aber für Vereine die Möglichkeit, Punktspiele auszutragen. Die Beweggründe für die Entscheidung nannte der Verband in seiner kargen Mitteilung an die Presse nicht.

Die Beschlüsse: Wer doch spielen will, der darf

Die Unterbrechung des Spielbetriebs bis Mitte Februar gilt für alle Altersklassen und für alle hessischen Ligen – von der Kreisebene bis zur Hessenliga. Zu diesem Zwecke verlängert der Verband den Rahmenplan für die Saison, die ausgefallenen Spiele würden nach den Osterferien nachgeholt, sofern die Mannschaften vorab nicht einen anderen Termin ausgemacht haben.

Allerdings gibt es eine Ausnahme: Wenn zwei Mannschaften sich darauf verständigen, ihre angesetzte Partie auszutragen, dann dürfen sie es auch bis 13. Februar. Von der Oberliga bis zur 1. Bundesliga wird die Saison wie geplant fortgesetzt. Wenn die Spielzeit am 14. Februar nicht wieder aufgenommen werden kann, soll das auch danach nicht mehr erfolgen. Dann wird in dieser Saison nur die Hinrunde gewertet.

Außerdem hat der HTTV beschlossen, die Relegationen zu streichen. Wer auf einem solchen Platz am Saisonende steht erhält entweder das Aufstiegsrecht beziehungsweise schafft den Klassenerhalt.

Die Unterbrechung der Saison gilt auch für die Pokalrunde in Hessen. Die Hessischen Meisterschaften bei den Erwachsenen und im Nachwuchs (Jugend 15 und 11) sollen stattfinden. Dazu zählen auch die Titelkämpfe am 29./30. Januar in Kassel.

Die Reaktionen: „Wir sind nicht begeistert“

Nicht so unterschiedlich wie man vielleicht vermuten könnte, fallen die Reaktionen an der Basis aus. In vielen Mannschaften haben die Aktiven sehr wenig bis gar kein Verständnis für die Entscheidung des HTTV, wie eine WLZ-Umfrage ergab. Die Hygienekonzepte für die Spiele hätten sie doch bisher bewährt, so der Tenor bei einigen. Manche erachten die Unterbrechung als nicht verhältnismäßig und unnötig, manche vermissen einen klarere Linie des Verbandes. Und manche mochten mit ihrem Unmut gar nicht öffentlich genannt werden, um Ärger zu vermeiden.

„Wir sind nicht begeistert“, sagt Anne Maier vom Frauen-Verbandsligateam des TSV Vöhl. Sie fragt sich zum Beispiel, warum man zu acht ein Ligaspiel nicht austragen dürfe, größere Turniere mit vielen Teilnehmer aber stattfinden sollen.

Harald Ludwig, Sportleiter im Kreis und im Bezirk Nord, hat mit einer solchen Entscheidung gerechnet, durchweg nachvollziehen kann er sie nicht. „Es gibt keine klaren Richtlinien für die Vereine“, kritisiert der Wetterburger und nennt als Beispiel: Wenn man die Gesundheit der Sportler in den Vordergrund stelle, könne man nicht festlegen, dass Vereine nach Absprache trotzdem spielen dürfen.

„Ich habe schon vor der Saison gesagt, dass man so lange wie möglich spielen sollte. Unterbrechen kann ich immer noch, wenn es sein muss. Deshalb hätte ich jetzt erst einmal versucht, mit der Rückrunde wie geplant anzufangen“, sagte Ludwig. Die Gesundheit stehe auch für ihn im Vordergrund, aber die soziale Komponente sei nicht zu unterschätzen.

Beim TTV Korbach könne man prinzipiell die Entscheidung nachvollziehen, sagt Christian Landau. „Es wäre verwunderlich, es nicht zu tun, da alle anderen Bereiche Einschränkungen hinnehmen müssen“, meint der Kapitän der Bezirksoberliga-Männer – und fügt gleich an. „Wir hoffen nur, dass die Saison nicht ganz abgebrochen wird. Die Lust zu spielen ist da, dies ist aber nebensächlich angesichts der aktuellen Corona-Lage.“ (schä/mko/akr)

Dieser Artikel stammt aus der Waldeckischen Landeszeitung.

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