Jan Appel und sein Unterzahl-Dreierpack im Handball-Derby

In 122 Sekunden: Jan Appel und sein Unterzahl-Tore-Dreierpack im Handball-Derby

Geballte Faust: Jan Appel bejubelt einen seiner zehn Treffer im Bezirksoberliga-Spiel gegen den TV Külte.
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Geballte Faust: Jan Appel bejubelt einen seiner zehn Treffer im Bezirksoberliga-Spiel gegen den TV Külte.

Im Fußball ist der Hattrick eine gefeierte Seltenheit. Im Handball kommt es öfter vor, dass ein und derselbe Spieler dreimal hintereinander trifft, ohne dass der Gegner dazwischenwirft.

Trotzdem war der Dreierpack, den Jan Appel am vergangenen Samstag im Bezirksoberliga-Spiel gegen den TV Külte beim 35:33-Erfolg für die HSG Bad Wildungen schnürte, keiner aus der Gattung alltäglich. Der 23-Jährige tat es in Unterzahl seiner Mannschaft.

Diesen Toren zwischen der 51. und 53. Spielminute, für die Appel genau 122 Sekunden benötigte, maßen beide Trainer auch deshalb hinterher Knackpunktwert zu, Entscheidungskraft. Und weil die HSG damit auf 31:27 stellte und Külte nicht mehr in die Lage kam, diesen Rückstand wettzumachen.

Appel selber benennt alle mögliche Gründe für den knappen Erfolg seines Teams – ihre mitunter aufblitzende „individuelle Klasse“, ein Quäntchen Glück, bessere Abwehr nach der Pause , die gute Leistung des HSG-Keepers. „Ich war froh, dass wir das gewonnen haben“, sagt er. Seine kleine Serie schildert er eher nüchtern.

Warum Jan Appel manchmal unterschätzt wird

Das 29:27 habe er nach kurzer Bankruhe mit der Wiedereinwechselung über den Külter Abwehrblock hinweg geworfen, das 30:27 ebenfalls, und das nächste Tor sei ihm nach einem Tempogegenstoß gelungen. Jetzt stellt man sich vielleicht einen Hünen vor, aber das ist Appel nicht. Er misst 1,80 Meter, das ist für Handballer eher klein. Er weiß daraus einen Vorteil zu machen.

„Ich kann durch meine Sprungkraft fehlende Größe ausgleichen und komme über die Abwehr drüber, weil ich unterschätzt werde“, sagt er. Das scheint öfter der Fall zu sein. Gegen Külte traf er insgesamt zehnmal, im Bezirksoberliga-Ranking der Gruppe 1 steht Appel mit einem Durchschnitt von sieben Toren pro Partie auf Platz sieben. Teamintern ist lediglich Florian Heß (7,14 Treffer im Schnitt) einen Tick besser,

Als besonders kaltblütig im Abschluss schildert sich Appel nicht mal. Im Gegenteil habe er Schwächen in seiner Konzentration. „Teilweise will man mit dem Kopf durch die Wand, das ist bei mir auch so.“ Ein Punkt, an dem er arbeitet: „Ich möchte gern noch ein bisschen spielintelligenter werden.“

ZUR PERSON

Jan Appel (23) ist in Bad Wildungen zuhause und spielt seit Kindertagen für die HSG Handball. Das ist sein wichtigster, aber nicht sein einziger Sport. „Ich bin rundum sportbegeistert“, sagt er. Er probiert gern Neues aus, Stand-Up-Paddling am Edersee zum Beispiel, oder Spikeball. Ein weiteres Hobby: Flotte Autos, er sei ein bisschen beim Tuning unterwegs. Sein geld verdient Jan Appel als Physiotherapeut in einer Praxis in Treysa. (mn)

Zu seinen Stärken rechnet der Bad Wildunger, außer seiner Sprungkraft, auch seine „Vielseitigkeit in der Positionsauswahl“. Der Rechtshänder ist damit schwerer auszurechnen. Sein Stammplatz ist links außen, gern weicht er auf Halblinks aus.

Trainer Harald Meißner sieht in Jan Appel einen ehrgeizigen jungen Handballer mit dem Willen sich weiter zu entwickeln. Er sei ein guter Mannschaftsspieler, dazu „sehr bodenständig“. Diese enge Bindung an die Wildunger Heimat hat Appel schon als 17-Jährigen zum Männerhandball geführt. Die HSG hatte keine A-Jugend am Start, er keine Lust, woanders zu spielen. Also schlüpfte er kurzerhand bei der HSG-Reserve unter, wo er mit und gegen Männer spielte, die mehr als doppelt so alt waren wie er. „Es hat im Endeffekt nicht geschadet“, sagt er. Er sei zwar körperlich unterlegen gewesen, habe aber seine Schnelligkeit „und seine jugendliche Form“ ausspielen können.

Der verstorbene Vater war prägend für Jan Appel

Prägend für Jan Appel war sein Vater Markus, dessen tragischer Unfalltod im Oktober 2019 den Wildunger Handball erschütterte. „Er hat mich einen Großteil meines Handballlebens begleitet“, sagt der Sohn. Viele Jahre sei sein Vater sein Trainer gewesen, habe ihn geformt und dahingebracht, wo er jetzt sei. „Er ist auch spielerisch mein Vorbild gewesen.“

Markus Appel trug dereinst eine Zeit lang das Trikot der HSG Twistetal, der ältere seiner zwei Söhne, damit kann man rechnen, wird in Wildungen bleiben – und würde mit der HSG auch nicht nein zur Landesliga sagen. Auf der To-do-Liste der Mannschaft steht der Aufstieg nicht.

„Wichtig ist erst mal, dass wir überhaupt in die Aufstiegsrunde kommen“, sagt Jan Appel. Nach dem Topspiel am Sonntag beim Gruppenprimus HSG Lohfelden/Vollmarshausen wissen er und sein Teamkollegen in diesem Punkt vielleicht schon mehr. (Gerhard Menkel)

Die Bilder zum Handball-Derby in Bergheim

Szenen aus einem handballderby
Szenen aus dem Derby zwischen der HSG Bad Wildungen und dem TV Külte (35:33).  © kaliske123
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Szenen aus dem Derby zwischen der HSG Bad Wildungen und dem TV Külte (35:33).  © kaliske123
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Szenen aus dem Derby zwischen der HSG Bad Wildungen und dem TV Külte (35:33).  © kaliske123
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Szenen aus dem Derby zwischen der HSG Bad Wildungen und dem TV Külte (35:33).  © kaliske123
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Szenen aus dem Derby zwischen der HSG Bad Wildungen und dem TV Külte (35:33).  © kaliske123
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Szenen aus dem Derby zwischen der HSG Bad Wildungen und dem TV Külte (35:33).  © kaliske123
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Szenen aus dem Derby zwischen der HSG Bad Wildungen und dem TV Külte (35:33).  © kaliske123
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Szenen aus dem Derby zwischen der HSG Bad Wildungen und dem TV Külte (35:33).  © kaliske123
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Szenen aus dem Derby zwischen der HSG Bad Wildungen und dem TV Külte (35:33).  © kaliske123
Dieser Artikel stammt aus der Waldeckischen Landeszeitung.

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