1. Startseite
  2. Waldeckische Landeszeitung
  3. Lokalsport

Kein bisschen arrogant: Ehepaar aus Frankenau traf einst Fußballstar Pelé in Miami

Erstellt:

Von: Friederike Weiler

Kommentare

Bitte lächeln: Karl-Heinz und Bettina Schelberg zusammen mit dem verstorbenen Fußballer Pelé während ihres Urlaubs 1993 in Miami Beach.
Bitte lächeln: Karl-Heinz und Bettina Schelberg zusammen mit dem verstorbenen Fußballer Pelé während ihres Urlaubs 1993 in Miami Beach. © pr

Für viele war Pelé wohl der größte Fußballer aller Zeiten, er wurde als einziger Spieler drei Mal Weltmeister, und bereits zu Lebzeiten war Edson Arantes do Nascimento, wie der Stürmer mit vollem Namen hieß, eine Legende.

Frankenau – Am 29. Dezember verstarb er im Alter von 82 Jahren in seiner Heimat São Paulo. Fußball-Anhänger trauerten rund um die Welt um den Superstar. Dem Frankenauer Karl-Heinz Schelberg und seiner Frau Bettina ging es genauso. Beide haben Pelé vor 30 Jahren sogar einmal persönlich getroffen.

„Das war ein absoluter Zufall“, sagt Karl-Heinz Schelberg. 1993 waren er und seine Frau zu einer Rundreise nach Florida aufgebrochen, letzte Station war der Aufenthalt im Miami Beach Ocean Resort – und der sollte in Erinnerung bleiben. „Vor unserem Hotel stand eine riesige Stretchlimousine und es ging das Gerücht herum, dass Pelé auch in unserem Hotel sei“, sagt Karl-Heinz Schelberg: „Wir haben aber nie nach ihm gesucht und trotzdem stand er plötzlich eines Tages vor uns.“

Pele macht mit Koch Strandspaziergang

Als das Paar hinter dem Hotel am Strand entlang lief, kam Pelé auf einmal mit seinem Koch vorbei. „Wir haben ihn natürlich gleich erkannt und er hat auch direkt mit uns gesprochen. Das war total nett.“ Worüber sie sich unterhalten haben, weiß Karl-Heinz Schelberg zwar nach so vielen Jahren nicht mehr, woran er sich aber sofort erinnert: „Ich habe Pelé als einen sehr angenehmen Menschen kennengelernt, der sehr bodenständig und überhaupt nicht arrogant oder hochnäsig war. Ein lieber und netter Mensch, der keinerlei Berührungsängste hatte. Er hat uns sogar gefragt, ob wir ein Foto mit ihm machen möchten.“

Und das hängt noch immer zuhause bei den Schelbergs. „Ich habe noch nie groß davon erzählt. Das ist einfach eine tolle Erinnerung, wir waren uns auch damals der Dimension gar nicht bewusst“, so der 65-Jährige, der ergänzt: „Als wir jetzt von seinem Tod gehört haben, haben wir schon mitgetrauert. Das ist schon etwas anderes, wenn man die Person einmal persönlich getroffen und ihr die Hand geschüttelt hat.“

Kein Papier für ein Autogramm dabei

Auch ein Autogramm, verewigt auf dem Zettel des Hotels, haben Karl-Heinz und Bettina Schelberg bekommen. „Wir waren ja nicht vorbereitet und daher ist der Koch schnell zurück ins Hotel gelaufen und hat einen Block geholt.“ Auf dem Zettel ist „Viel Glück, Pelé“ zu lesen.

Für immer verewigt: Pelés Autogramm auf einem Zettel des Hotels.
Für immer verewigt: Pelés Autogramm auf einem Zettel des Hotels. © pr

Am Dienstag ist Pelé nach einem mehrstündigen Trauerzug durch die Straßen von Santos im engsten Kreis der Familie beigesetzt worden. Zuvor hatte es eine 24-stündige Totenwache im Stadion des FC Santos gegeben, wo Pelé schon als Jugendlicher sein Ausnahmetalent hatte aufblitzen lassen und zum Weltstar herangewachsen war.

Pelé wurde allerdings nicht, wie von ihm selbst geplant, im neunten Stockwerk des Hochhauses – mit Blick auf das Stadion des FC Santos beigesetzt, sondern in der ersten Etage. Denn dort hat die Familie ein 200 Quadratmeter großes Mausoleum errichten lassen, das genug Platz für Besucher bereithält.

Auch interessant

Kommentare