Reaktionen auf die neu beschlossene Corona-Regeln

Kindern beim Sport den Vorzug geben

Kinder beim Fußballspielen
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Ein Bild mit Seltenheitswert: Kinder beim Fußballspielen. Die neuen politischen Entscheidungen geben Hoffnung, dass der Ball bald wieder rollen darf.

Korbach – Die Politik hat einmal mehr den neuen Corona- Rahmen gesteckt und dem Sport erwartungsgemäß nicht Tor und Korb geöffnet. Aber: Es geht wieder was – wenn die Inzidenz-Zahlen stimmen.

Wir haben heimischen Vertreter des Fußballs und der Leichtathletik zu den Entscheidungen befragt, die im Gegensatz zu den Hallensportarten ihre Saison nicht abgebrochen haben bzw. sie erst beginnen wollen.

Gottfried Henkelmann (Kreisfußballwart Waldeck): Meine Erwartungen sind sogar mehr als erfüllt worden, denn es geistert derzeit ein Papier in der Region herum, darin steht, dass die Fußballer davon ausgehen können, dass der Fußball erst wieder nach den Osterferien (17. April) starten kann. Nun können die Mannschaften im Waldecker Raum aber vielleicht schon wieder am 22. März mit dem Training beginnen, wenn der Inzidenzwert zwischen 50 und 100 liegen würde. Ob und wenn ja, wie die Saison weitergeht, das sollen erneut die Vereine mitentscheiden, die ich nach der Sitzung mit dem Hessischen Fußballverband (11. März) wieder per Videokonferenz einlade und abstimmen lassen werde.

Karl-Reinhard Grosche, Spielausschuss der SG Goddelsheim/Münden: Was da beschlossen wurde, ist für mich zurzeit noch ein kompliziertes Gebilde. Für mich persönlich ist Amateurfußball erst wieder machbar, wenn die Lage so ist wie im vorigen Spätsommer, denn ich möchte es unseren Zuschauern nicht zumuten, dass sie bei den Spielen nicht dabei sein dürfen.

Christoph Klein, Jugendwart TuSpo Mengeringhausen

Christoph Klein (Jugendwart des TuSpo Mengeringhausen): Ich hatte mit weniger gerechnet, denn der Stufenplan lässt schon viel zu. Wenn die Inzidenz unter 100 liegt, können wir ja schon ab dem 22. März draußen Fußball spielen. Und wir könnten sogar schon am 5. April das erste Fußballspiel bestreiten, nicht in der Liga, sondern Freundschaftsspiele, weil erst eine dreiwöchige Vorbereitungsphase notwendig ist. Die Kinder brennen darauf, endlich wieder zu kicken.

Endlich mal wurde der Sport bei dieser politischen Entscheidung ordentlich bedacht. Wir hatten aber ohnehin vor, das Jugendtraining wieder aufzunehmen auch als Eins-zu-eins-Variante. Denn wir haben so viele Anfragen von den Kindern und denen wollen wir auch so gut wir möglich nachkommen – natürlich immer im erlaubten Bereich. Ich denke, wir müssen es Kindern und Jugendlichen jetzt unbedingt ermöglichen, Sport zu treiben.

Und notfalls muss dafür der Erwachsenen- und Seniorensport auch mal zurückstehen. Die Erwachsenen können sich selber irgendwie fit halten, und sie brauchen die sozialen Kontakte nicht so dringend wie die Kinder. Wenn beim Training nicht genügend Platz auf dem Sportplatz sein sollte, dann sollten eher die Erwachsenen mal hinten anstehen.

Carsten Laun, Sportvorstand der SG Bad Wildungen/Friedrichstein: Ich bin guter Dinge, was die Entwicklung des Inzidenzwertes betrifft. Aber: Wie soll auf solch einer Grundlage eine für Hessen einheitliche Regelung herbeigeführt werden? Benachteiligte wird es immer geben. Für mich ist aber ein Saisonabbruch der fairere Weg.

Mathias Siebert, Trainer des KOL-Schlusslichts SG Edertal: Wirklich zufrieden bin ich damit nicht, allerdings war ehrlich gesagt kein anderes Ergebnis zu erwarten. Ich hätte die Serie zumindest gerne bis zum Ende der Hinrunde gespielt. Allerdings halte ich das nun nicht mehr wirklich für sinnvoll. Die Motivation, sich noch einmal für vier bis fünf Spiele einer intensiven Vorbereitung auszusetzen sehe ich aktuell nicht.

Manfred Hamel, Abteilungsleiter Leichtathletik beim TSV Korbach

Manfred Hamel (Leichtathletikabteilungsleiter des TSV Korbach): Ich habe nicht viel mehr erwartet von der Politik, aber ich gehöre auch eher zu den Vorsichtigen, aber alles was draußen stattfindet auf Abstand, ist bei einer Inzidenz von 50 vertretbar. Gut finde ich, dass die Regionen das selbst entscheiden können und da die Zahlen in Waldeck-Frankenberg derzeit nach unten gehen, bin ich optimistisch, dass wir bald wieder loslegen können. Insgesamt wird den Leichtathleten auch die Schnelltests weiterhelfen, ob bei Wettkämpfen oder für Trainingslager. (rsm/schä)

Dieser Artikel stammt aus der Waldeckischen Landeszeitung.
Dieser Artikel stammt aus der Waldeckischen Landeszeitung.

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