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Korab Kabashi verpasst Finale knapp und holt Bronzemedaille

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Korab Kabashi gewann die Bronzemedaille bei der deutschen Taekwondo-Meisterschaft. © Worobiow

Es war ein starke Vorstellung von Korab Kabashi. Der Taekwondo-Kämpfer vom TSV Korbach gewann bei der deutschen Meisterschaft die Bronzemedaille.

Korbach/Weißenburg – Der 23-jährige aus Nieder-Schleidern trat bei den Titelkämpfen in Weißenburg (Bayern) bei den Männern in der Gewichtsklasse bis 74 Kilogramm im olympischen Vollkontaktkampf an.

Kabashi traf im Achtelfinale auf Chika Ozokwere vom PSV Georgsmarienhütte aus Niedersachsen. Gegen den großgewachsenen Gegner war der 23-Jährige anfangs unaufmerksam und musste früh einen Kopftreffer hinnehmen, der zum 0:3 Rückstand führte.

Genügend Antworten parat

Aber der Korbacher hatte darauf genügend Antworten. Er war nun konzentriert, deckte seinen Gegner mit harten Treffern ein und führte nach der zweiten Runde bereits mit 20:6. Daraufhin warf der gegnerische Coach zum Zeichen der Aufgabe das Handtuch.

Im Viertelfinale wartete der an Nummer zwei gesetzte Phillip Davids aus Swisttal (Nordrhein-Westfalen) auf Kabashi. Sein Gegner hatte in der Jugend 21 Medaillen bei G-Turnieren (Weltranglistenturniere) gewonnen, war Jugend-Europameister und dreifacher deutscher Meister. Das Duell dominierte jedoch der Mann vom TSV Korbach. Er erkämpfte sich in den ersten beiden Runden bereits einen komfortablen Vorsprung, obwohl etliche seiner Treffer auf der elektronischen Weste nicht angezeigt wurden und er somit ohne Punkte blieb.

In der dritten Runde holte Davids auf und ging durch einen Kopftreffer sogar in Führung. Abe die glich Kabashi durch einen spektakulären Drehkick sofort wieder aus. Am Ende stand für den Korbacher ein 17:16 Sieg .

Im Kampf um den Finaleinzug traf Kabashi auf Mohamed Tahar Chetoui vom OTC Bonn. In einer ausgeglichenen Begegnung stand es bis Mitte der zweiten Runde 6:6.

Trainer mit Sportler
Seit Jahren unzertrennlich: Korab Kabashi und sein Taekwondo-Trainer Gerd Lange feiern die Bronzemedaille. © pr

Dann bekam der Bonner immer wieder Fausttreffer gewertet, die von den Punktrichtern gedrückt werden müssen, während die Treffer des Korbachers auf der elektronischen Kampfweste seines Gegners erneut keine Treffer und somit auch keine Punkte auslösten. Am Ende stand für den Korbacher gegen einen für ihn durchaus schlagbaren Gegner eine 14:25-Niederlage.

Kabashi „Da war für mich deutlich mehr drin“

Und deshalb kann sich Kabashi immer noch nicht so richtig über diesen dritten Platz freuen. „Prinzipiell freue ich mich schon über die Bronzemedaille, aber man will immer das Maximum herausholen und da war deutlich mehr drin für mich, deshalb war es schon ein bisschen ärgerlich.“

Seinem Trainer Gerd Lange geht es ähnlich, aber er betont auch: „Der Gewinn einer Bronzemedaille bei einer deutschen Meisterschaft im Herrenbereich ist ein beachtlicher Erfolg.“ Der Coach weist auch daraufhin, dass Kabashi bei den Männern mittlerweile auf Gegner treffe, die diese olympische Sportart unter professionellen Bedingungen betreiben könnten. Vereine wie der OTC Bonn oder TKD Swisttal würden ihren Sportlern diese Profi-Bedingungen anbieten.

Kabashi hegt keine Abwanderungsgedanken

Dadurch ergeben sich schon Wettbewerbsnachteile für die Sportler aus kleineren Vereinen. „Ich muss acht Stunden arbeiten und danach zum Training, ich kann nicht morgens joggen gehen, dann mittags ins Fitnesszentrum und abends zum Physio gehen“, sagt Kabashi. Natürlich fehlen ihm in seiner TSV-Gruppe auch adäquate Trainingspartner. „Das ist schon ein Riesenproblem, ich habe hier nur meinen kleinen Bruder Arlind und das war"s.“

Doch trotz dieser Nachteile hat der 23-Jährige nicht das Gefühl, dass er den Profis technisch, taktisch oder konditionell unterlegen ist. Ihm fehlt einfach nur die Zeit für mehr Training. Dennoch hegt Kabashi keine Abwanderungsgedanken. „Ich habe einen Job hier, meine Eltern, Geschwister, Freunde wohnen hier, ich bleibe in Korbach.“  red/rsm

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