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Korbacher Team deutscher Meister: TSV-Leichtathletinnen bestreiten Wettkampf auch gegen Ministerpräsidentin

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Deutsche Meisterinnen: Die Athletinnen (v.l.) Diana Richter, Eva Zürker, Tatjana Schilling und Marion Tenbusch holten sich den Mannschaftstitel zum zweiten Mal.
Deutsche Meisterinnen: Die Athletinnen (v.l.) Diana Richter, Eva Zürker, Tatjana Schilling und Marion Tenbusch holten sich den Mannschaftstitel zum zweiten Mal. © pr

Korbach – Tatjana Schilling, Marion Tenbusch, Diana Richter und Eva Zürker haben es wieder geschafft. Das Leichtathletik-Quartett des TSV Korbach darf sich nach 2017 zum zweiten Mal deutscher Mannschaftsmeister der Altersklasse W40 nennen.

Die vier Frauen verwiesen nach den Disziplinen Sprint, Kugel, Diskus, Weitsprung und 4 x 100-m-Staffel mit 6110 Punkten die Teams vom TSV Friedberg (5832) und der Startgemeinschaft Equipe Saar (5699) auf die weiteren Plätze. Die Korbacherinnen mussten dabei auch gegen die saarländische Ministerpräsidentin Anke Rehlinger antreten. Sie war im Saar-Team und warf den Diskus noch 31 Meter weit.

Wie Tatjana Schilling diesen Wettkampf mit ihren Teamkolleginnen erlebt hat, schildert sie so:

Wir, das ist der kleine TSV 1850/09 Korbach, das ist keine Startgemeinschaft, kein Team, das in jeder Disziplin einen oder mehrere Ersatzleute aufstellen oder mit einer zweiten Staffel an den Start gehen kann, falls mal ein Wechsel daneben geht... , sondern wir, das sind Eva, Diana, Marion und ich.

Da Eva erst im kommenden Jahr 50 Jahre alt wird, mussten wir in der W40 starten und uns somit der teilweise zehn Jahre jüngeren Konkurrenz stellen.

Hinzu kam, dass Marion aufgrund einer Wadenverletzung nur wenig trainieren konnte und Diana während des Wettkampfes mit einer Muskelverhärtung zu kämpfen hatte. Da war untereinander viel psychologische Aufbauarbeit notwendig, was sich aber als sehr schwierig gestaltete, da wir meistens parallel in den Wettkämpfen eingebunden waren. Ein gegenseitiges Anfeuern, wie bei allen anderen Teams, ist bei wegen unseres kleinen Viererteams leider nicht möglich.

Leichte Blessuren gefährden Wettkampf

Aber dafür wurde uns viel Respekt und Anerkennung von anderen Mannschaften entgegengebracht. Das ist sehr ungewöhnlich und ich war berührt während meines 800 Meter Laufes, als selbst unsere ärgsten Konkurrentinnen mich anfeuerten. Der Wettbewerb ging los mit dem Diskuswurf. Dort legten Eva und Diana (29,19 m und 27,53 m) schon mal gut vor und sie stellten sich mit diesen Weiten den widrigen äußeren regnerischen Bedingungen entgegen.

Währendessen liefen Marion und ich die 800 Meter (3:07,54 und 2:36,12 Minuten). Wir verbesserten beide unsere Zeiten aus dem Vorkampf deutlich. Danach ging es zum Kugelstoßen. Eva kam mit 9,27 Meter nah an ihre Bestleistung heran und lieferte gut ab. Leider musste ich meinem kraftzehrenden Lauf über 800 Meter Tribut zollen und mit meiner Weite von 10,82 Meter lag ich etwas unter meinen Erwartungen.

Im Sprint ordentlich Boden gut gemacht

Im anschließenden Sprint über 100 Meter konnten Diana und ich dann aber, trotz des starken Gegenwinds, mit 14,48 und 13,31 Sekunden wieder ordentlich Boden gegenüber der Konkurrenz gut machen.

Nach dem Weitsprung, bei dem Diana und Marion auf gute 4,53 und 4,16 Meter kamen, hatten wir in der Gesamtwertung fast 300 Punkte Vorsprung. Jetzt mussten wir nur noch die abschließende Staffel ins Ziel bringen.

Nach zähem Warten und einem weiteren ergiebigen Regenguss, lief es dann nicht so wie geplant. Gleich der erste Wechsel wurde uns fast zum Verhängnis... – aber eben nur fast. Letztendlich kamen wir mit einer für uns nicht so guten Zeit von 56,97 Sekunden hinter dem Friedberger Quartett (56,21) als zweite ins Ziel.

Das reichte aber für den Gesamtsieg und die Goldmedaille! Jubelnd nahmen wir diese entgegen und ließen den Abend mit Freudentränen, viel Spaß und Sekt ausklingen. (rsm/red)

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