1. Startseite
  2. Waldeckische Landeszeitung
  3. Lokalsport

Landesliga Frauen: Twistetal bleibt cool und klettert auf eins

Erstellt:

Kommentare

Jubelndes Team nach einer Meisterleistung: Twistetals Frauen hielten die zweitbeste Ligaoffensive aus Hersfeld beim 23:18 Schach.
Jubelndes Team nach einer Meisterleistung: Twistetals Frauen hielten die zweitbeste Ligaoffensive aus Hersfeld beim 23:18 Schach. © pr

Schnuppert da jemand an der Oberliga? Die Handballfrauen der HSG Twistetal haben dem TV Hersfeld Platz eins der Landesliga Nord entrissen.

Mit kühlem Kopf und heißem Herzen bezwang das Team von Ufuk Kahyar die Nordosthessinnen in einem nervenaufreibenden Spiel dank einer konzentrierten wie kämpferischen Leistung mit 23:18 (13:12). „Ein absolut verdienter Sieg“, bilanziert der HSG-Coach. Die Titelkarten für Twistetal sind somit schlagartig besser geworden, zumal Hersfeld nicht erfüllten Schiedsrichter-Solls am Ende der Saison noch zwei Punkte abgezogen werden.

Der Auswärtserfolg war umso verdienter, weil die Waldeckerinnen offenbar nicht nur mit dem Gegner klarkommen mussten. „Strittige Entscheidungen haben immer wieder Unruhe ins Spiel gebracht, was uns daran hinderte, früher davonzuziehen“, meinte Kahyar mit Blick auf die Schiedsrichter. Aber seine Truppe hatte den längeren Atem, setzte sich dank taktischer Finesse und aufopferungsvoller Abwehrleistung durch.

Twistetal-Coach Kahyar sah die beste Schlussphase ever

Die Anfangsphase war ausgeglichen, die offensive 3:2:1-Abwehr Twistetals hielt die zweitbeste Offensive der Liga in Schach. „Wir haben Hersfeld immer wieder in den Positionsangriff gezwungen“, erklärt Kahyar. „Den konnten wir gut verteidigen.“ Hersfeld reagierte, stellte auf zwei Kreisläuferinnen um, doch auch darauf fanden die Gäste immer wieder eine Antwort, wenn sie nicht vom Schiedsgerichts gestoppt wurden. „Wir haben die Abwehr defensiver eingestellt und das Spiel eigentlich kontrolliert“, so Kahyar.

Nach knappem Pausenstand folgte ein Auf und Ab, das nicht Nervenstärke abverlangte. Die mit mehr Tempo kommenden Hersfelderinnen fing die HSG immer wieder ab und kam mit Tempogegenstößen zu eigenen Treffern. Kim Hering, die neun Tore erzielte, wurde in die Manndeckung genommen, aber auch jetzt wusste sich Twistetal zu helfen und fand immer wieder Lösungen. Nach einer Zweiminutenstrafe gegen Hersfeld (36.) ging die HSG mit 16:13 in Front, erzielte dann aber zwischen der 44. und der 55. Minute kein Tor mehr. Der TVH glich zum 18:18 aus (53.) aus, der Gästesieg hing am seidenen Faden.

Twistetals Reaktion soll eine der besten Leistungen einer ohnehin herausragenden Saison darstellen. Zweimal musste Kahyar eine Zeitstrafe gegen sein Team hinnehmen (51., 56.), das aber trotz Unterzahl, so der Trainer, „eine unglaubliche Leistung“ zeigte. Nicht nur Kathi Wieck mit gehaltenem Siebenmeter verzückte den Coach, auch Anna-Lena Reese, die hinten Bälle abfing und vorne doppelt traf. (gos)

Auch interessant

Kommentare